Durch die Zeit

Tag: Pilze

Zeitreise

Jut, ich bin dann mal für vier Tage wieder im Mittelalter. Als Koch. Frühstück und Mittagessen für jeweils 15 Reckinnen und Recken. Abendessen hängt dann in vielfältiger Form von Wurst, Käste und Brot so in der Gegend rum.

Es gibt die bewährten Kohlrouladen, heute ne einfache Pilzpfanne (ggf. mit Pfannekuchen), Sonntag dann schon etwas die Herausforderung: Rehgulasch mit Semmelnknödel und einer Art Bigosch – das über offenem Feuer (maximal zwei Kessel nebeneinander …). Die Linsensuppe am Montag ist dann Erholungsprogramm.

Luxus

Gestern gab es Pfannekuchen mit Pilzen. Wegen unserer neuen Freundin, mit der ich mich noch anfreunden muss, wurden es ein paar mehr.

Heute die Tiefkühle geöffnet, selbstgemachte Fleischbrühe raus und aufgetaut, dann verfeinert, Pfannekuchen in feinste Streifen geschnitten – fertig war die Flädlesuppe.

 

Geht gar nicht

Irgendwann werde ich schon mal darüber ausreichend gejammert haben, dass wir gut kochen können. Echt ein Übel. Nicht bei Freunden oder Bekannten oder so, denn auch Bemühung kann gut schmecken, nein, was Restaurants etc. betrifft. Heute wirklich große Lust auf eine Pizza gehabt, uns noch die Mühe gemacht in eine etwas entferntere Pizzeria zu fahren, da wir beide den Steinofen zu schätzen wissen.

Was kam war eine gut 60 x 60 (!) cm große Pizza, spärlichst mit einer sehr minderwertigen und stark versalzenen Salami belegt, Such-pseudo-Pilzen und geschmacksneutralen Peperonis in grün unter einer Schicht Chemiekäse der Klasse B.3. Der Teig, ohne jede Frage, war sehr akzeptabel. Es reuen die 8,30 Euro sehr.

Aus Höflichkeit haben wir uns die letzten beiden Drittel einpacken lassen aber der Gedanke an die morgige Konsistenz lässt erahnen, dass wir den Frevel begehen werden, und sie wegwerfen.

 

Für Freitag

Freitag kommt (also fährt vielmehr an) Rolli-A. War schon immer klar, dass sie, obwohl extremst behindert, keine Extras bekommt, will heißen, ganz ’normal‘ behandelt wird. Auch wenn sie nicht eigenständig essen kann, sie hat das Geschirr und das Besteck wie wir, auch die gleichen Gläser. OK, einen Strohhalm bekommt sie dazu, ansonsten würde ich zu viel verschütten, wenn ich ihr was gebe. Und es gibt auch das Essen, was wir denken, was gut ist – ohne darauf zu achten, ob man es gut ‚geben‘ kann oder nicht. Und ich bin’s mir nach wie vor zufrieden, dass ich meine erste Idee von damals immer noch durchhalte: keine Extras, keine (falsche) Rücksichten, kein Betudeln, kein „eitadei“. Die Bewegungen, die sie aufgrund der Erkrankung nicht machen kann, werden von uns irgendwie ausgeglichen – das war’s dann schon.

Ich geb‘ echt zu, dass ich schon Muffensausen hatte als klar war, ich bekomme für drei Wochen eine Praktikantin von knapp einem Meter Länge bei 21 kg Lebendgewicht im Liegerollstuhl, die außer der linken Hand nichts bewegen kann – äh und das Mundwerk, dass bewegt sie auch, beständig! Sie rollte damals also rein, ich war ausnahmsweise mal so merksch und kapierte sofort, dass aus ihrer Liegeposition meine Sitzhöhe für sie extrem anstrengend ist – also saß ich immer auf dem Tisch, wenn ich mehr als drei oder vier Sätze mit ihr zu wechseln hatte. Und so unangenehm es für mich anfänglich war, oben zu sein, dämmerte dann aber mit der Zeit, dass das für sie ‚angenehm‘ ist. Und ab dem zweiten Tag hab‘ ich sie eh gemocht, sie ist so frisch, so gerade raus, mit so viel Witz, so lebendig … und ja, ich bin etwas stolz, dass sie mir vertraut.

Und da A. auch noch kommt (*freu*) – und der ist ja das, was man so ‚Mann“ nennt, daher kommen wir an Fleisch nicht rum … und es soll ja auch irgendwie besonders sein für Rolli-A … so haben wir uns heute nach längerer Diskussion geeinigt

  • Weinbergschnecken
  • Schnitzel mit gebratenem, parmesanbestäubten Salatherzen (o.ä.), Herzoginenkartoffeln, Steinpilz-Zwiebel-Reduktion
  • Cremé brulée

Und ggf. fällt uns noch ne kleine Schweinigkeit für zwischendrin ein.

Anton Weyrother

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