Durch die Zeit

Tag: Ravioli

Jede*r wie will – # 442

P. mit seiner Tochter kommt. Zu unterschiedlichen Zeitn. So gibt es für P. und uns Steinpilzarvioli mit Petersilien-Salbei-Butter, davor den ersten Feldsalat, danach Griesschnitten mit Zimtzucker und für das Fräulein Tochter auf Wunsch Pfannenkuchen mit Birnenkomoptt.

2017-09-15 17.24.37

Geht doch

Leider bin ich nach wie vor noch arg rezeptgläubig. Aber heute war mir einfach alles egal. Und was wurde es? Selbst gemachte Ravioli mit einer Ricotta-Spinat-Nuss-Füllung und einer Petersilien-Butter dazu.

Und es bleibt jetzt einfach dabei: Für den Nudelteig nehme ich 150 gr Mehl (550) und 150 gr Hartweizengrieß. Auf je 100 gr ein mittelgroßes Ei (was das auch immer heißen mag, irgendwann wiege ich das mal ab) und etwas Olivenöl (abhängig von der Ei-Größe, d.h., mit max 2 Esslöffel beginnen und lieber ne Runde länger kneten bis weiteres Olivenöl dazukommt). Eine gute Prise Salz dazu und alles gut mit den (gewaschenen) Händen (!) gründlich verarbeiten, bis ein gerade-noch-feuchter-Teig entsteht. In Frischhaltefolie einpacken und mindestens eine Stunde im Kühlschrank parken, besser zwei.

250 gr Ricotta mit 150 gr Spinat (klein (!) gehackt!) und ca. 80 gr. Pinienkerne (zuerst geröstet, dann etwas grob gehackt) vermischen, Salz und Pfeffer dazu. Wer mag kann einfach noch ca. 50 gr geriebenen (frischen!) Parmesan reinrühren. 2 bis 4 Esslöffel Paniermehl / Semmelbrösel nehmen der Mischung ihre Nässe, so das eine semi-trockene Masse entsteht.

Pastateig durch die Nudelmaschine quälen und zwar – mein Mann will es so – nicht so dünn. Bei ihm, dem Mann, ist es Stufe 4, ich nehme ja Stufe 5 (kommt auf die Maschine an). Mit dem Ravioli-Gebiss (10 cm (fällt mir ein, wünschte ich mir nicht mal eins mit schlanken 7 cm?)) ergibt da in etwa 20 Stück.

Für die Petersilien-Butter großzügige 80-90 gr Butter (mache doch jede/r so viel wie er / sie will) von der halbgefleckten west-osfriesischen 4-jährigen Weidekuh bei Vollmond an einem Mittwoch gemolken und am folgenden Freitag verarbeitet (notfalls geht auch Butter aus dem Supermarkt) bei geringer Temperatur schmelzen lassen, eine Knoblauchzehe entweder mit dem Messer pulverisieren oder durch eine Knoblauchpresse geben und in der Butter leicht anschwitzen, d.h. nicht braun werden lassen. Nach Belieben etwas Salz, Pfeffer oder (wenig!) Chili zugeben.

Ravioli in kochendes Salzwasser geben und 3 bis 4 Minuten ab erstem Aufkochen garen lassen, mit einer Schöpfkelle herausnehmen und entweder auf vorbereitete warme Teller oder vorbereitete warme Schüssel geben.

Die 15 – 20 grob gehackten Petersilienblätter erst jetzt zur Butter geben, einmal (!) schwenken und … servieren!

Eigentlich war noch ein frischer Salat dazu angedacht – aber der frische Weißwein reichte dann ohne Abstriche auch.

Vier normale Personen werden von der Menge gerade so satt – ich würde daher Salat dazu machen oder ein Brot dazu reichen bzw. es eh nur als Vorspeise einplanen.

(Bei einer größeren Menüfolge sind zwei 10er-Ravioli mit etwas Petersilien-(Knoblauch)-Butter (und etwas Schischi-Garnierung) sowie etwas Brot ein guter erster warmer Gang.)

Augen auf

Zuerst gibt es Tee und Kuchen, nach dem Spaziergang Aal und mit einer Eier-Sesam-Mischung überbackene (rohe) Pastinake und (gekochte) gelbe Rüben. Etwas später hetzen wir durch fast die ganze Stadt zu einem Italiener, der mir rundum gefiel. Bei den Anti-Pasti fallen mir die in Zitronen eingelegte Zucchini auf und die Steinpilz-Ravioli danach sind meiner Meinung nach perfekt. Ich spendiere uns ein Taxi zurück, wir trinken noch einen Schluck und kuscheln noch eine Runde auf dem (sehr schmalen) Sofa und schlafen da auch ein.

So weit so gut so schön so bekannt.

Aber hart war es für ihn dennoch. Denn fast egal was er sagte, er musste damit leben, dass ich es hinterfragte. Beständig, andauernd, ohne Unterlass. Aber das war jetzt auch notwendig. Denn ein Tinnitus ist kein Schnupfen sondern ein Signal. Es gab viele Momente, da wurde er leicht aggressiv (wäre ich auch geworden) aber irgendwann hat er kapiert, um was es ging. Und so haben wir Stund‘ um Stund‘ mal Baustellen aufgetan, die ein oder andere näher angeschaut (aber nur kurz), an anderen zügig vorbei, denn die waren nicht so interessant. War echt nicht schön ihn im Restaurant heulen zu sehen – aber was hilft das beständige Wegschauen und so tun, als ob da nix wäre?

Im ersten Moment war ich leicht erschrocken, als ich die Wohnung sah – Chaos. Die Schuld schob er auch geich mir in die Schuhe, schließlich wäre ich es ja gewesen, der letztens die Wohnung mit einer Schauwohnung aus einem Möbelprospekt verglichen hätte. Aber auf den zweiten Blick war das einfach nur gut. Er räumt um und weg, sortiert neu und sucht sich andere Perspektiven. Und wenn er noch ein bißchen mehr frisst, dass das jetzt auch mit seinem Kopf und seinem Denken und seinen Positionierungen passierten soll(te) – dann war das letztendlich ein ganz erfolgreiches Wochenende.

Premiere

Nachdem Nummer eins und Nummer zwei in der Zwischenzeit ‚abgearbeitet‘ sind, stand heute also Nummer drei auf dem Plan.

Da es das erste Mal war, habe ich es mir einfach gemacht

  • Gefüllte Wachteleier
  • Bunter Salat mit gebratenen Pilzen und Fenchel-Dressing
  • Ravioli mit Ricotta, Nuss und Basilikum + Zitronenbutter
  • Saltimbocca alla romana (ok, wurden den Involtinis, weil die Fleischfachverkäuferin den Rekord im dünn schneiden von Kalbsschnitzel aufgestellt hatte) mit Kartoffeln und Bohnen
  • Creme Carmel mit kandierten Mirabellen

Ravioli und die Creme habe ich mittags schon zu Hause gemacht und dann halbfertig / fertig mitgenommen. Der Rest dann vor Ort.

Was habe ich gelernt:

  1. Mit den Gastgebern einen Zeitplan ausmachen, wann welcher Gang in etwa serviert werden soll. So war alles auf Abruf, was gewissen Garzeiten nicht wirklich bekam. Zudem schwätzen sich Leute wohl tierisch fest.
  2. Nicht davon ausgehen, dass Mehl in einer Küche vorhanden sein könnte. Kurz: Noch mehr mitnehmen, vor allem die Kleinigkeiten, die man zur Garnierung oder für das gewisse Extra braucht.
  3. Nicht neidisch werden, dass andere eine so große Anzahl von Luxus-Töpfen (ca. 20) und Luxus-Pfannen (ca. 12)  haben, von denen man nur träumen kann.
  4. Es ist im ersten Moment gar nicht so einfach, die Gerichte nacheinander zu kochen. Denn beim Salat muss man schon schauen, was das Wasser für die Ravioli machen und bei den Ravioli muss man schon mal die Bohnen im Auge haben. Aber das würde sich vereinfachen, wenn 1) geklärt ist.
  5. Wenn man nur in der Küche steht, kann man das ‚Lob‘ der Gäste wirklich nur von den leergegessenen Tellern lesen. Im Moment gerade etwas unsicher, ob mir das reicht.
  6. Man sollte Visitenkarten dabei haben.

Eigenlob

Als ich meinen Mann am Freitag fragte, was er denn bei seiner Rückkehr heute essen wolle, murmelte er irgendetwas von Ricotta, Basilikum und Ravioli. So hab ich das jedenfalls verstanden. Und da ich ja nett bin (siehe hier) stand ich dann also am späten Nachmittag in der Küche und bastelte Ravioli mit einer (selbsterfundenen) Ricotta-Basilkum-Nuss-Füllung. Dazu gab es eine stark reduzierte Tomatensoße aus Dattel-Tomaten mit Chili – ebenfalls ’selbsterfunden‘.

Das war nicht nur besser als gedacht, das war sogar richtig gut.

So einfach bin ich zu haben

Mein Mann hat mir heute dieses Spielzeug geschenkt.

Also musste ich gleich damit spielen in Form von Pilzravioli mit einer selbst gemachten Tomatensoße (! ich! gekochte Tomaten! freiwillig? Ich sollte mir langsam Sorgen um mich machen).

hysterisch: Das Ende ist nahe!

In einem ausgezeichnete Artikel in der Süddeutschen vom Wochenende, der leider (noch?) nicht online vorliegt, kümmert sich Marten Rolff um die deutsche Esskultur. Unter dem schönen Titel „Ausgekocht“ fasst sie / er den Einseiter zusammen:

Die Deutschen halt sich neuerdings für ein Volk von Gourmets. Dabei verlernen sie gerade, wie man ein gutes, einfaches Essen zubereitet.

Oder um es mit einem Zitat aus dem Text noch griffiger hinzubekommen:

Es geht um Menschen [Kochlegastheniker], die ihren Ofen für ein Gerät zum Auftauen von Pizza halten oder das Wälzen von vorgewaschenem Salat in Fertigdressing für einen kreativen Akt.

Besonders gefällt mir der Begriff der Als-ob-Küche respektivere die Gruppe der Als-ob-Köche, die es andererseits wieder übertreiben und …

… die gerne über Wagyy-Steak, Biozeugs und die Vorzüge der neuen Bulthaupt-Küche parliert.

Kurz, ein erschreckender Artikel über die Unfähigkeit immer mehr deutscher Haushalte, sich selber eine einfache, warme Speise zuzubereiten.

Ich komme gerade nur darauf, weil man Mann und ich uns gerade in der Küche mit der Herstellung von Culurgiones (= sardinische Ravioli) abgemüht haben. Und nur für die Dinger haben wir länger gebraucht als 29 Minuten, denn:

Die Deutschen wenden wochentags täglich 29 Minuten für Esensvorbereitung auf (Kaffee und Käsebrot inklusive), nur zwei Minuten mehr als die Amerikaner. Und spräche man hier nur von Menschen unter 50, dann müsste man alle Zahlen stark nach unten korrigieren.

Und:

Der durchschnittliche Body Mass Index einer Nation wächst mit jeder Minute, die sie am Herd einspart.

Mahlzeit!

Ravioli gefüllt mit Rucola, Nüssen und Parmesan

Das Rezept habe ich vor zwei Tagen bei der Kochpoetin gelesen, der ich seit ein paar Wochen Folge. (Derzeit mein liebster Kochblog, da ehrlich und raffiniert zugleich – und aufwändig gemacht, alle Achtung.) Und da ich ja Zeit habe …

Rezept funktioniert wirklich gut, ich mag’s ja, wenn bei den Mengenangaben nicht Becher und / oder Tüte steht, sondern Gramm, will heißen, eben nicht „einen Becher Frischkäse“ sondern eben „30 Gramm“. Und eben nicht „eine Prise Salz“ sondern „1 Gramm Salz“. (Dass ich mich nicht sklavisch daran halte finde ich OK, ich muss ja mit den Konsequenzen leben und ggf. das Rezept um Verzeihung bitten.) Dass der Zauberstab bei Rucola an seine Grenzen kommt, dass ist nicht dem Rezept anzulasten sondern unserem Purismus.

Nach zwei Stunden war ich jedenfalls soweit – alles im wahrsten Sinne des Wortes im grünen Bereich.

2014-10-31 17.58.25

Spontan noch schnell ein warmes Knoblauchöl dazu gemacht, sowie Salat mit der Drei-Löffel-Soße.

Das Ergebnis, Teil 1: G e h t  g a r  n i c h t ! ! ! – Jedenfalls für mich nicht. Das ist quasi ein Rucolakonzentrat und wer Rucola, wie ich, schon an sich nicht mag … (Da hat die Kochpoetin dann halt schon einen anderen Mann.)

Das Ergebnis, Teil 2: „Wie geil ist das denn!!!“ Ich muss zugeben, ich habe schon etwas überlegt, ob mein Mann einfach nur so lieb ist und mal was isst und lobt, was gar nicht geht – aber so ist der nicht. Ihm hat das wirklich geschmeckt!

Also liebe Kochpoetin: Einen hast Du richtig glücklich gemacht –  und der andere hat heute beim nachkochen ein paar ganz wichtige Erkenntnisse gewonnen. Danke!

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