Durch die Zeit

Tag: Robert Musil

F.W.N.

In Vorbereitung auf das Musil-Projekt lese ich gerade eine Biographie zu Friedrich Wilhelm Nietzsche. Entweder ist seine Philosophie so ein bisschen ‚durch‘ oder ich steig da nicht wirklich durch. „Also sprach Zarathustra“ habe ich ja vor ein paar Monaten schon mal gelesen und entschlossen, dass es absolut nix für mich ist. Auch da bin ich nicht wirklich durchgestiegen oder war mir permanent unsicher, ob er das wirklich so meint, was er schreibt, oder ob ich da etwas ‚Verstecktes‘ übersehen / überlesen habe – oder aber ob ich einfach zu doof für ihn bin.

Noch habe ich gut 100 Seiten, vielleicht kommt ja noch die Erhellung. Und wenn nicht, dann schlage ich mich halt so durch Musil, habe ich ja bei der ersten Lektüre auch getan.

Leseprojekt MoE?

Nicht zuletzt durch Xenina, die gerade Proust liest (nämlich H I E R), bin ich seit Wochen schon am überlegen, nicht mal wieder mit einem ähnlichen Leseprojekt zu starten. Die „Jahrestage“ von Johnson und die „Bibel“ habe ich ja schon hinter mich gebracht*. Proust stand ganz oben auf der Liste … aber da fände ich jetzt irgendwie doof und außerdem macht es Spaß, Xenina da zu begleiten.

Jetzt ist mir „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil in den Sinn gekommen (Teil 1). Auch so ein dickes Ding und recht bald auch gar nicht so einfach. Meine Idee jetzt: Jede Woche ein Kapitel (und manchmal auch mal zwei, vielleicht gar drei?) und das mit drei Rubriken:

  1. Inhalt in Stichworten, aber wirklich fortlaufend, so dass am Ende die tausend Seiten auf 200 (?) geschrumpft sind.
  2. Meine Impressionen dazu. Hier gibt es keine Regeln.
  3. Das Zitat. Da bin ich noch am überlegen, ob es wirklich ‚Pflicht‘ werden soll, denn das könnte wirklich in Arbeit ausarten, immer etwas zu finden und dann auch abzutippen, vor allem, wenn es länger wird.

Als Grundlage steht der Roman natürlich schon gelesen schon lange im Regal, neu wäre für mich die Lesung, die auf meinem Rechner schlummert. Ich würde es mir also einerseits vorlesen lassen, derweil selber lesen und dann … dann würde es, falls es bei einem Beitrag pro Woche bleibt, 123 Wochen dauern! Das heißt, würde ich im Oktober anfangen, bräuchte ich bis Februar 2021 – irgendwie ein bisschen lang, oder?

Gerade finde ich eine Hammerseite dazu im Netz, so dass jede/r ohne Kosten mitlesen könnte, nämlich HIER.


*Links werden nachgereicht, wenn’s interessiert.

13 x 9 / 2

Oh Wunder! Seit schon fünf Jahren lese ich mit C. einmal im Jahr einen ‚großen‘ Autor. Dieses Jahr eben Robert Musil. Wie immer mit verteilten Rollen, wie immer teilen wir uns nicht nur Abschnitte, sondern auch einzelne Sätze. Und auch wenn heute nur dreizehn ZuhörerInnen da waren – es macht einfach Spaß. Und Spaß macht auch die Vorbereitung, das Lesen in der Küche, das Chaos, wenn man sich die Sätze falsch notiert hat und beide anfangen zu lesen oder eben keiner. Und gut tut es eben, wenn als Rückmeldung kommt, dass man es genießen konnte, dass man die Angst vor dem „Mann ohne Eigenschaften“ etwas verloren hat, dass man Lust auf die Lektüre bekommen hat, dass … .

Was mich besonders freut ist, dass meine Auswahl funktioniert hat.

Und in der Hutkasse lag dann übrigens genauso viel wie letztes Jahr, als gut 30 Leute da waren. (Und wir waren letztes Jahr definitiv nicht schlechter, aber H., der Organisator, hat dieses Jahr den Spendendruck etwas erhöht – und somit habe ich zwei Bücher wieder finanziert.)

Die Seifenblase ‚vielleicht‘

Zur Zeit fällt es mir schwer, hier was zu schreiben. Im Leben ist einerseits nichts los, alles allgenwärtiger allgemeiner absoluter anspruchsloser Alltag. Und dann sind dann doch dauernd irgendwo potentielle Möglichkeiten – nichts, was wirklich greifbar wäre, nichts, mit dem ich auch nur rechnen könnte. Es gibt sie einfach wie bunte Seifenblasen, von denen man auch nie weiß, welche man dann zerstechen kann (OK, ein etwas schiefes Bild – aber man mag es mir um die Uhrzeit verzeihen).

Es sind einfach eine Menge von ‚vielleichts‘, die ganz schnell platzen können, die aber vielleicht doch den Status des ungewissen verlassen und sich manifestieren könnten. Das hat sich heute Nacht auch im Schlaf gezeigt, denn das war kein Schlaf, definitiv  nicht, aber auch kein Wachen.

When days opression is not eased by night,
But day by night and night bay day oppressed.

Nacht kann des Tages Last nicht milde enden,
Weil Nacht den Tag und Tag die Nacht beschwert.

(William Shakespeare / Christa Schuenke: Sonett 28)

Es ist ein Lauern auf die mögliche Zukunft. Und damit bin ich flugs bei Robert Musil, der ja im Mann ohne Eigenschaften sich darüber auslässt, dass, wenn es einen Wirklichkeitssinn gibt es auch einen Möglichkeitssinn geben müsste. Aber darüber mal gesondert.

 

Musil – Musik – Sex

Nächsten Monat lese ich mit C. zusammen Musil. Solangsam sollten wir ja mal anfangen zu planen. Aber ganz langsam. Erstmal Gedanken machen über die Musik, die C. spielen könnte. Ich erinnere mich, dass Clarisse und ihr Mann im Roman Klavier spielen – aber was? Wagner, wie ich dann im Roman finde. Und was finde ich noch? Ein Aktbild von mir, ein ganz frühes aber. Und wenn ich das jetzt richtig kombiniere, ist das von 1990, als ich den Roman das zweite Mal gelesen habe (aber anscheinend nicht fertig geworden bin), auf dem Berghaus, wo ich eine herrliche Woche mit M. verbracht habe – mehr Sex in einer Woche geht jedenfalls kaum (was nun wiederum nachvollziehbar erklären würde, warum ich nicht durchgekommen bin).

Das und dies und jenes

Überraschenderweise nochmals die Sonne auf dem Balkon genießen können. Bekomme derweil von P. über Mail ein Foto in ähnlicher Situation (wenn auch in schönerer Umgebung).

Anruf von H., kurze Rückfrage bei C. und nach zwölf Minuten ist klar: Im November machen C. und ich unsere jährliche Lesung, diesmal Robert Musil.

Dann Lust das Abendessen mit A. und T. etwas zu pimpen und da uns vieles fehlt machen wir dann Griesschnitten mit Zimtzucker und gedünsteten Äpfeln … manch Einfaches ist einfach nur gut.

Frau Merkel scheint mir leicht angepisst zu sein während Herr Schulz sie viel zu oft annickt. Damit ist die Wahl definitiv gelaufen und die bleierne Zeit wird weiter gehen. Man kann nur hoffen, dass sich die SPD in der Oppsition sich aufrafft um dann endlich mal wieder zu ihren Wurzeln zurück zu kommen um dann auch Paroli bieten zu können.

Endlichkeit

Ab morgen also wieder. Hemd und Jackett. Aber keine Krawatte! Bis auf drei habe ich alle weggegeben und ne schwarze für Beerdigungen muss ich mir noch kaufen – ansonsten bleibt der Hals frei.

Irgendwie schön, wieder etwas in Lohn und Brot zu stehen, etwas zu tun, in Kontakt mit anderen zu sein, abends stöhnen zu können, was für ein anstrengender Tag das war, schimpfen zu können, was es für doofe Menschen es doch gibt.

Aber derzeit habe ich soviele Leseprojekte im Kopf. „Mann ohne Eigenschaften“ von Musil muss ich unbedingt mir nochmal reinziehen. Höre es gerade als Hörspiel und bin fasziniert von dem Gedankengut. Parallel derzeit ja Dante und die Bibel. Proust könnte auch mal ne Auffrischung brauchen, durch Shakespeare bin ich auch noch nicht komplett durch (chronologisch wäre da meine Idee), im Hinterkopf schwebt noch der Koran rum (aber nur wenn es einen Kommentar dazu gibt!) Und den „Don Quichote“, der muss auch nochmal sein.

Und manchmal denke ich, wie muss das sein, wenn man merkt, dass die Zeit nicht mehr reichen wird?

Musil lesen

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Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

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