Durch die Zeit

Tag: Rolli-A.

Und nun: W e r b u n g!

Zwei Dinge, die ich Euch mal ans Herz legen will:

  • https://smartierolle.wordpress.com/
    Das ist der allererste Blog von Rolli-A. Da ich sie mag, kann ich ja nur Gutes darüber sagen. Und wenn sie gerade mal weghört und -schaut, unser uns: Das verspricht auf vielfältige Weise spannend zu werden. Also einfach mal adden und mitlesen und -komentieren sowie weitersagen.
  • KrisenKompass
    Ne kostenlose App die meiner Meinung nach jede/r auf’m Handy haben sollte, denn früher oder später, wird jede/r mit dem Thema Suizid konforntiert. Und da tut es gut, erste Hilfreichungen zu haben, Adressen, Telefonnummern … Daher bitte einfach runterladen und wenn möglich weitersagen.

XS – # 552-554

Immer wenn Rolli-A. kommt machen wir uns einen Spaß daraus, dass Essen auch in Miniform zu präsentieren. Sie ist ja gerade mal nen Meter lang (wenn überhaupt) und mit 20 kg deutlich leichter als ihr Liegerollstuhl. Unser Anspruch besteht darin, nicht extra etwas für sie zu kochen, sondern das zu kochen, was wir auch anderen Gästen präsentieren würden – wenn halt nur eben alles dann in XS. Eine Einschränkung gibt es aber dann doch: Man muss es irgendwie in sie unfallfrei hineinbekommen – und da sie liegt ist Suppe etwas, was einfach mit Löffel gar nicht geht.

Gestern gab es also dann Caprese von der Kirschtomate

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Ein irre gutes Steipilzrisotto von dem sie fast zwei Portionen gegessen hat und den den Rest gerne mitnahm.

Dann mit einer Schrimps-Farce gefüllte Rigatoni an (na ja, klarem) Tomaten-Sugo auf einem Stöfchen warm gehalten, denn pro Portion dauert es schon ne halbe Stunde, bis die weggeputzt ist, denn man kann nur etwa 1/3 der Kuchegabelzinken mit Essen ‚anhäufen‘, mehr geht nicht in den Mund. (Heute morgen im Bett ist mir dann noch eingefallen, wie man das Gericht noch etwas aufpimpen kann, dann kommt das als Vorspeise sicher extrem gut an, ist zudem noch gut vorbereitbar.)

Ab hier waren wir dann auch zu fünft, weil spontan noch ein befreundetes Ehepaar vorbei kam und die haben dann halt das bekommen, was wir uns für heute Abend mitgemacht hatten. Kurz: Alles weg.

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Und zum Schluss eine Mandarinen-Panna Cotta, wobei die Mandarinen nur ‚Verzierung‘ sind, der Geschmack war echt in der Panna Cotta, da ist meinem Mann echt was gelungen. Eigentlich hätte da noch etwas Schokoladenrapseln dazugehört, aber die hat dann mein Mann vergessen, egal, war auch so gut.

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Ach ja: Ich hab nur auf dem Tischtuch, auf der Servierte und auf meiner Hose Flecken gemacht – nicht aber auf sie. Ich bitte das doch wohlwollend zu belobigen.

WMDEDGT 9/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat. Na dann:

6:00 – Der Wecker und so … ist alles aus den letzten Beiträgen bekannt, da ändert sich gerade nicht viel.
6:25 – schon auf dem Rad
6:38 – macht es Pling an der Stechuhr
6:44 – Büro aufschließen, Tee kochen, Rechner hoch fahren, es genießen, dass ich ein eigenes Zimmer habe, Mails checken (es gibt sogar welche), dann den einen Flyer fertigmachen (nur noch eine Kleinigkeit) und ausdrucken (das  dauert!). Und so geht es den ganzen Vormittag. Mal das, mal jenes – alles irgendwie neu und ich frage B. Löcher in den Bauch.
12:10 – Ich muss mich richtig für  eine Mittagspause unterbrechen und ziehe mir ein paar Tramezzinis rein, die ich eigentlich zusammen mit Rolli-A. essen wollte. Aber da ihre Assistenz krank geworden ist, kann sie nicht zur Arbeit kommen und musste sich selber ‚krank‘ melden.
12:25 – Das eine Excel-Problem lässt mich nicht los, also wird weiter gemacht. Zufällig lösche ich dann noch eine Datei, darf sie komplett neu machen und lösche darauf hin eine zweite. So kann man sich auch Arbeit machen. Nur noch Kleinigkeiten, also nehme ich mir mals das Indesign-Handbuch vor, denn ich bin zwar firm aber noch lange nicht fitt.
16:14 – Echt? Schon? Zeit vergessen. Mal nach Hause.
16:35 – Lokalzeitung lesen. Freunde von uns sind im Urlaub und haben sie umgeleitet. Sie ist das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wird … aber was war ich als Student stolz, dass ich dafür Kulturkritiken schreiben durfte und mir damit z.T. meinen Lebensunterhalt bestritt.
16:55 – Tageslektüre (immer noch 3. Reich, jetzt aber 3. Band). Mir fallen aber nach ein paar Seiten die Augen zu  also …
17:14 – Kurznickerchen mit Marcel Proust auf den Ohren
17:31 – Bisschen Computer, aber lustlos. Hab‘ da gerade keinen richtigen Zug dahin.
18:04 – Mal ganz langsam Richtung Küche. Feierabendbier (alkfrei), Fleischbrühe (echte, wenn auch aus der Tiefkühle), Suppennudeln – was braucht man für ein Festessen mehr?
18:33 – Festmahl mit Fernsehen. Da der Mann nicht zu Hause ist, darf’s für Minuten auch dann mal die Privaten sein.
19:45 – Das Vorabendprogramm ödet mal wieder ohne Ende, aber so richtig viel Power habe ich nicht mehr, dennoch:
19:50 – Glas Wein und weiter in der „Adlon-Verschwörung“ von Kerr.
21:10 – Der Mann kommt auch mal nach Hause und bringt die neue Schreibtischlampe mit. Wir schwätzen, schauen mit einem Auge noch einen Krimi, planen mit einem anderen Auge eine Wellness-Wochenende (oder was es dann auch immer werden wird).
22:00 – Mir quillt die Müdigkeit aus den Augen. Ich bin es halt nicht mehr gewohnt, acht Stunden zu arbeiten und acht Stunden auch etwas zu tun zu haben. Das wird nicht mehr lange dauern, dass ich mit ein paar Seiten Kerr im Bett liege und darüber einpenne.

Passt wie angegossen

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Das Kleid zur Hochzeit für Rolli-A. ist fertig! Hat zwar ein bisschen gedauert – aber das ist halt so bei der Maßschneiderei. Morgen dann die 5. und letzte Anprobe und dann darf sie die Braut mal locker ausstechen. Die Schüchen sind eine Draufgabe, denn sie ist schon stolz auf ihre Dutzende ungebrauchten Schuhe!

Absolut korrekt – oder: Die darf das

„Das ist ja ein Schenkelklopfer für einen Beinamputierten!“ meinte Rolli-A. heute Abend, als mir – zugegeben – etwas ungeschickt und clownesk die Nudel von der Gabel rollte, die ich ihr gerade geben wollte.

Herausforderung mit Lust

Herausforderungen in der Küche, d.h. für’s Kochen, gibt es für mich noch ne Menge – ohne jede Frage. Manche gehe ich gerne an (Pasta bspw., wie es scheinen will, hab‘ ich endlich mir das Teigrezept erarbeitet, wie ich es mir vorstelle), manche ungerne bzw. gar nicht (die asiatische Küche wird meine Küche nie erobern, sorry, aber da bin ich irgendwie zu europäisch). Und manche Herausforderung gehe ich so richtig mit Lust an – wie heute Abend.

Rolli-A. war mal wieder da, eigentlich nur zur Anprobe, da mein Mann so lieb ist und ihr für eine Hochzeit ein Kleid maßschneidern wird. Aber andererseits war schon klar, dass sie mit ihrer neuen (sehr netten) Assistenz zum Abendessen bleiben wird. Und die Herausforderung besteht darin, normal zu kochen unter der Berücksichtigung, dass ich es ihr ja so unfallfrei wie möglich geben kann, aber dennoch nur wegen des ‚Gebens‘ auf verschiedene Sachen einfach nicht verzichten will. Sie hat das Recht, alles mal zu essen, so wie ich auch. Also Spaghetti und Bandnudeln sind da dann unter dieser Bedingungen sowas wie die Königsklasse, Risoto einfachstes Anfängerniveau.

Heute gab es auf die Schnelle unsere „Trockenen Nudeln“, aber das lag daran, dass die Zeit einfach knapp war. Und das Gericht ist so in aller Hinsicht mittel gut: schmeckt gut, ist einfach zu geben (wenn man die kleinen Rigatonis nimmt) – für halt unter die Woche eben.

Stadtgeschichte 2 – § 267 StGB

Mit Rolli-A. im Stoffhaus. Erst mit dem einen Aufzug im Nachbargebäude zwei Stock hoch, von dort mit dem Lastenaufzug wieder einen runter. Umständlich, aber alle sehr hilfsbereit. Mein Mann beriet, ich räumte einen Ballen nach dem anderen aus den Regalen, hielt ihn ihr hoch, streifte mit dem Stoff über ihre Hand, damit sie auch einen haptischen Eindruck bekommt, legte Stoff auf ihre Brust und hielt den Taschenspiegel hoch, damit sie sehen konnte, ob die Farbe ihr passt (und zum Rollstuhl).

Eine Stunde später hatten wir einen wunderbar roten, floralen Stoff – den hatten wir zwar nach drei Minuten schon zum ersten Mal in der Hand gehabt und hätten damit die ganze Veranstaltung abkürzen können, aber nein, wenn zwei Schwule Stoff für jemand drittes einkaufen, kann es ja nicht lang genung dauern, bis man durch den ganzen Fummel durch ist).

An der Kasse schob ich der Verkäuferin ihre Geldkarte über den Tresen, da Rolli-A. zu wenig Bargeld dabei hatte. Darauf hin schob mir die Verkäuferin so ein Gerät hin, auf dem sie unterschreiben sollte. Aber da das ja völlig unmöglich ist, hab ich dann halt mal mit meiner Sauklaue und ihrem Namen unterschrieben: Urkundenfläschung!

XXL

Mit Rolli-A. heute in der Oper. Zwei mal drei Plätze hält das Haus für Schwerbehinderte / Rollstuhlfahrer bereit. Da wir auf unsere Seite die einzigen sind, komme ich in den Genuss eines Schwerbehindertenplatzes, extra breit mit viel, viel Beinfreiheit. Dazu die Kuscheldecke von Rolli-A. Eigentlich hat nur noch das Glas Rotwein gefehlt.

Verdi-Fan werde ich trotzdem nicht.

Anspruchsvoll – oder so

Rolli-A. erzählte heute beim Mittagessen von ihren Erfahrungen bei den sogenannten „Eignungstests“ die sie gerade absolviert, weil sie nächstes Jahr gerne ne Lehre anfangen würde. Ist schon recht amüsant, was da zum Teil abgefragt wird. Schön war vorallem der Textvergleich. Also oben ein Text, darunter der gleiche, in den man aber Rechtschreibefehler ‚eingebaut‘ hatte. Aufgabe: Alle Änderungen zu unterstreichen (nicht verbessern). Sie macht also die Datei auf, schaut drauf und meint zu dem Prüfungsaufpasser: „Muß ich dass, was die Rechtschreibekorrektur schon rot unterstrichen hat, nochmals unterstreichen?“

Seelentröstung, Teil zwei

So, nachdem ich vorgestern meinen besten Freund seelisch verarztet habe kommt heute Teil zwei an die Reihe. Rolli-A. wird hier bald auffahren und dann werden wir uns mal ihrem Liebeskummer genauer ansehen. Hübsch ist der Knabe ja schon, den sie da ins Auge gefasst hat, aber was sie so über ihn erzählt … tztzt

Und damit die gequälte Seele durch die Leiblichkeit etwas gestreichelt wird:

  • Krabbencocktail mit Ruccola und Toast
  • Feldsalat mit Croutons
  • Schweinegeschnezeltes mit Steinpilzen, Bohnen und Reis
  • Zucker-Zimt-Griestaler mit Apfelkompott

Auf sechs Rädern

Mit Rolli-A. unterwegs gewesen, will heißen, wie steuerten mal wieder die gleiche Kneipe an, tranken Cocktails und aßen mieses Essen. Aber ne Menge hübscher Jungs, wie wir beiden bemerkten.

Intressant, wie die Leute schauen. Meist neugierig und bei den meisten meine ich zu sehen, wie sie erst realisieren müssen, was sie da sehen. Die Kinder schauen da vollkommen ungeniert hin, die Erwachsenen eher mit einem Doppelblick.

Und geil ist natürlich JJ. Nicht nur, weil er beim Bezahlen unbedingt mich befingern musste, sondern weil ein paar Getränke nicht den Weg auf die Rechnung fanden und vor allem deswegen, weil er mit Rolli-A. einfach tierisch herzlich und unkompliziert umgeht.

Für Freitag

Freitag kommt (also fährt vielmehr an) Rolli-A. War schon immer klar, dass sie, obwohl extremst behindert, keine Extras bekommt, will heißen, ganz ’normal‘ behandelt wird. Auch wenn sie nicht eigenständig essen kann, sie hat das Geschirr und das Besteck wie wir, auch die gleichen Gläser. OK, einen Strohhalm bekommt sie dazu, ansonsten würde ich zu viel verschütten, wenn ich ihr was gebe. Und es gibt auch das Essen, was wir denken, was gut ist – ohne darauf zu achten, ob man es gut ‚geben‘ kann oder nicht. Und ich bin’s mir nach wie vor zufrieden, dass ich meine erste Idee von damals immer noch durchhalte: keine Extras, keine (falsche) Rücksichten, kein Betudeln, kein „eitadei“. Die Bewegungen, die sie aufgrund der Erkrankung nicht machen kann, werden von uns irgendwie ausgeglichen – das war’s dann schon.

Ich geb‘ echt zu, dass ich schon Muffensausen hatte als klar war, ich bekomme für drei Wochen eine Praktikantin von knapp einem Meter Länge bei 21 kg Lebendgewicht im Liegerollstuhl, die außer der linken Hand nichts bewegen kann – äh und das Mundwerk, dass bewegt sie auch, beständig! Sie rollte damals also rein, ich war ausnahmsweise mal so merksch und kapierte sofort, dass aus ihrer Liegeposition meine Sitzhöhe für sie extrem anstrengend ist – also saß ich immer auf dem Tisch, wenn ich mehr als drei oder vier Sätze mit ihr zu wechseln hatte. Und so unangenehm es für mich anfänglich war, oben zu sein, dämmerte dann aber mit der Zeit, dass das für sie ‚angenehm‘ ist. Und ab dem zweiten Tag hab‘ ich sie eh gemocht, sie ist so frisch, so gerade raus, mit so viel Witz, so lebendig … und ja, ich bin etwas stolz, dass sie mir vertraut.

Und da A. auch noch kommt (*freu*) – und der ist ja das, was man so ‚Mann“ nennt, daher kommen wir an Fleisch nicht rum … und es soll ja auch irgendwie besonders sein für Rolli-A … so haben wir uns heute nach längerer Diskussion geeinigt

  • Weinbergschnecken
  • Schnitzel mit gebratenem, parmesanbestäubten Salatherzen (o.ä.), Herzoginenkartoffeln, Steinpilz-Zwiebel-Reduktion
  • Cremé brulée

Und ggf. fällt uns noch ne kleine Schweinigkeit für zwischendrin ein.

Anton Weyrother

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