Durch die Zeit

Tag: S.

Wer macht mir jetzt die Brote für morgen?

Nach der unsäglichen Laberrunde noch mit S. auf Pasta und Wein bei einem Schnell-Italiener.

Ich kapiere einfach nach wie vor nicht, warum Menschen, wenn sich Menschen über ein (!) Thema unterhalten, immer mit anderen Themen kommen, oder mit Redebeiträgen, die mit dem eigentlichen Thema so viel zu tun haben wie Pasta mit dem Ablativ.

Immerhin, S. hat es auch so empfunden und ich fühlte mich nicht mehr so einsam und speziell.

Unser Gespräch war dann mal wieder sowohl bunt wie intensiv.

Dann halt so

Meine Patentochter S. wird heute 30. Da sie es vorzieht mit ihrem Freund in die Berge (oder sonst wohin zu fahren) gehen halt ihre Mutter J. und ich zu einem guten Italiener essen.

Führende Null

nacht | Alle Versuche, den Dauertraum in eine postive Richtung zu lenken, misslingen.

vormittag & nachmittag | Da es nix zu tun gibt, erarbeite ich eine idiotensichere Excelmaske für Auszahlungsanweisungen – was gar nicht so einfach ist und richtig Spaß macht. Wusstet ihr schon, dass es keine Funktion gibt, die eine Ziffernfolge in einer Zelle auf verschiedene Zellen aufteilen kann, wenn die Ziffernfolge mit 0 beginnt?

abend | Kochen erstmal, also das, was noch getan werden muss, der Mann war über Tag schon fleißig: Lachstatar – Tafelspitz – Panna Cotta. Dann P. & S. zum Abendessen.

WMDEDGT 5/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat. Na dann.

1:40 – Dann gehe ich doch auch mal ins Bett.
9:45 – Was? Jetzt schon aufstehen?
10:00 – Leicht verkatert und halbnackt stehe ich in der Küche und bin überrascht, dass mein Mann und E. schon munter am schwätzen sind. Kommt für mich nicht in Frage.
10:22 – Ich bin aber in der Lage Toast zu machen und Eier zu kochen.
10:55 – Der Abwasch steht an, siehe hier. Ich frage mich kurz, ob mein nackter Arsch eigentlich eine Zumutung für E. darstellt. Entschließe mich dann aber dagegen, denn a) kennt er ihn schon seit Jahre und b) ist er nach wie vor Manns genug, was zu sagen, sollte es ihn stören.
12:05 – E. und ich haben spontan entschieden, einen größeren Spaziergang zu machen und fahren dafür mit seinem Auto 8,9 Kilometer zum Ausgangspunkt.
12:25 – Ich laufe die Strecke nun zum 3. Mal, finde sie aber nach wie vor arg reizvoll. Wundere mich, dass sie mir das letzte mal so schwer gefallen ist, aber am Ende merke ich doch die Kilometer in den Beinen. Aber war einfach ein schöner Weg zusammen mit E.
16:30 – Wir schlagen in einem Schnellrestaurant auf, der Hunger ist zu groß nach 15, 16 oder 17 Kilometern. Das Handy hat schlapp gemacht, daher keine genauen Kilometerangaben.
16:35 – Wir wundern uns über den neumodischen Bestellvorgang – Rationalisierung ist scheinbar alles. Kapitalismus pur in bunte Farben – und alle machen mit.
17:00 – Zu Hause steht ein Sofa. Gut ist das.
17:45 – E. macht sich wieder ab.
17:47 – So ein Sofa ist einfach schön und gut. Ich gucke, wie jeden Sonntag, das volle Programm im ersten ab „Bericht aus Berlin“.
19:15 – Mein Mann hat heldenhaft alleine gekocht: Paniertes Schnitzel, Spargel, Kartoffeln und die weltbeste Sauce Hollondaise.
19:45 – Der wöchentliche Mutternanruf.
20:15 – Tatort.
20:22 – Irgendwie interessiert mich nicht der Tatort. Also blogge ich und suche im Netz nach allen Dingen, die ich eh nicht brauche. Zuvor aber doch wieder die Hosen aus, ist mir jetzt dann doch warum genung (und da flimmert der Tatortkommisar über die Scheibe – nackt am heimischen Schreibtisch).
21:12 – Aber über ZVAB bestelle ich zwei Bücher zu Hermann Broch, den wir ja als nächstes (um genau zu sein: „Tod des Vergils“) im Lesekreis lesen. Gesamtkostenpunkt nebst Porto: 9,80 Euro. Seinen Briefwechsel mit seinem väterlichen Freund über seine vielfachen Liebesbeziehungen (der Titel des Bandes lautet „Frauengeschichten“) lege ich mal auf meine Wunschliste.
21:45 – Ich grabe meine Magisterarbeit aus. Die ist jetzt 25 Jahre alt und beschäftigt sich mit dem Symbolbegriff bei Hermann Broch. Ich lese in das zweite, sehr theoretische Kapitel rein – und verstehe eher wenig. Aber im Hinterkopf dämmert was. Ich muss zugeben, die Schreibe ist echt nicht schlecht.
22:02 – Und wenn ich schon am Geld ausgeben bin, ersetze ich mein über viele Jahre geliebte Satin-Boxershorts, die jetzt nur noch aus Fetzen besteht, durch eine neue und haue nochmals 3,99 Euro raus. Jetzt aber Schluss!
22:12 – Ich rechne nach, wann ich theoretisch zur Arbeit muss und bin erstaunt, dass ich eigentlich erst um 13 Uhr da aufschlagen müsste, weil es morgen länger geht, da ich um 18 Uhr 120 km entfernt eine Präsentation (von 20 Minuten) halten darf / muss / soll / kann.
22:14 – Also noch ein Glas Wein auf S., die heute Geburtstag hat, denn ich werde morgen statt um 6 eineinhalb Stunden später aufstehen.

Ruf

Morgen kommt quasi die einzige Kollegin, die ich bei meinen derzeitigen Arbeitgeber kennen und mögen gelernt habe, mit ihren Typen zum Abendessen. Das heißt: Am Montag steht der ein und die andere bei ihr auf der Matte, um zu hören, ob ich / wir denn wirklich so gut kochen, wie es die Runde gemacht hat. Also kredenzen wir nach kurzer interner Absprache:

Amuse Gueule: Bandnudel, Schrimps, Knoblauch, Bärlauch
Antipasti: Crostini, Radiccio, Gorogonzola
Primo: Ravioli mit Ricotta, gemahlenen Steinpilzen, ggf. Pinienkernen, Petersilie und Petersilienbutter
Secundo: Petto di Polo, gebackenes Gemüse, Sugo aus Tomaten, Oliven, Pepperoni
Dolce: Panna Cotta mit Frucht

Ist jetzt nicht gerade etwas, was uns Höchstleistung abverlangen würde, aber für sie und ihn – nach dem, was ich bei ihnen gegessen habe – schon ein paar Klassen besser. Und es soll Luft  nach oben geben.

Ich merke, da geht es auch darum, etwas zu beweisen, nicht den beiden gegenüber, sondern den „KollegInnen“, die am Montag bei ihr auf der Matte stehen werden und wissen wollen, ob wir denn wirklich so gut kochen, wie man „halt so hört“ – und die ich nie einladen werde.

Nachtrag

Nachtrag zu den Notizen:

zu 1) Nun ja, wohl dann doch nicht weiter zu kommentieren oder auszuführen. Zeit vergeht halt.

zu 2) Das war schon eigenartig, weil so gut wie jede/r auf mich zukam mit der Frage: „Wo ist denn F.“ (wobei F. für meinen Mann steht). Es waren nur zwei, die zuerst mich (und das sogar mit Namen begrüßten) und dann erst nach meinem Mann fragten. Was sagt das über wessen Präsenz oder Nicht-Präsenz aus? Zugegeben, mein Mann kennt einen Teil von denen nochmals zehn Jahre länger, aber … Scheint sich wie ein roter Faden langsam durchs Leben zu ziehen.

zu 3) Kurz hatte ich überlegt, ob mein Mann nicht E. angerufen hat mit der Bitte, etwas „nach mir zu schauen“, damit ich nicht wieder so verloren gehe wie das letzte Mal. Da saß ich dann mit Leuten am Tisch, die ich kaum kannte, die mich nicht interessierten und umgekehrt. Quälend. H.-J. war es dann, der es organiserte, dass ich neben ihm (und gegenüber von S. und J.-G.) zu sitzen kam, was also ganz OK war. Aber das E. sich erkundigte? Und zwar sehr nachdrücklich? Das hat mich schon gewundert. Mir war es bisher nicht so ersichtlich gewesen, dass er das registriert hätte. Aber vielleicht hat es jetzt dann doch die Runde gemacht, dass ich ganz gerne mal fremdel. Von einem anderen ist es bekannt, der darf dann auf allen Feten nach zwei Stunden ohne Begründung gehen.

zu 4) Mit S. und J.-G. waren wir mal richtig dicke befreundet. Gemeinsame Urlaube und so, viele, viele Abend, hunderte von Abendessen. Ich war mit denen auch im Bett und es war überhaupt ne intensive Zeit. Dann hat er gut geerbt – und wusch, waren wir absolut uninteressant und der Kontakt brach komplett von jetzt auf nachher ab. Dafür dann mit dem Gastgeber nebst Mann, weil, so meine bösartige Vermutung, man halt zumindest das gemeinsame Thema ‚eigenes Haus“ hat und sich was ‚leisten‘ kann. Mir war es etwas mulmig vor dem Treffen, obwohl es vor einem Jahr schon zu einer ersten Annäherung kam (von meiner Seite aus). Es ging also, sie erkundigten sich höflich und ehrlich interssiert und J.-G. war es dann, der mit H.-J. den Platz tauschte, dass er neben mir zu sitzen kam.

zu 5) Frage  mich gerade, warum ich das notierenswert erachtete. Ist doch eh fast immer so mit eh fast alle Leuten.

zu 6+7) Das war echt ein neuer Gedanken. Ich muss die anderen ja auch mit ihren Ticks und Spleens ertragen, warum sollte ich mich dann so übermäßig zurückhalten. Und ich hab‘ halt gern Körperkontakt und tascht ja auch echt nur die an, die ich kenne und die mir näher sind / waren. J.-G. hatte schon immer eine gewisse Erotik auf  mich ausgestrahlt. Ich teste gerade aus, merke ich.

zu 8) Hat mich arg gewundert, dass er so früh gegangen ist. Ich kenne ihn mit unendlich viel Sitzfleisch. Der hatte wohl noch nen anderen Termin. Mal nachfragen, ob er jetzt endlich mal wieder nen Lover hat.

zu 9+10) Die kochen da recht ordentlich, auch wenn nicht so gut, wie immer behauptet. Ich nenne das gut-bürgerlich, mehr aber auch nicht. Was ganz symphatisch ist, dass es bei so Gruppen wie dieser dann keine Tellergerichte gibt, sondern alles in Schüssel und Schalen auf den Tisch kommt. Das schafft etwas Interaktion, jeder kann sich das nehmen, was er mag und es ist auch echt für jeden was dabei. Aber es war halt alles komplett lauwarm und das obwohl es zu keinen Verzögerungen gekommen ist. Haben die keinen Pass?

zu 11) Das hat mich etwas traurig gestimmt. Jetzt, wo wir uns so ein bisschen näher gekommen sind …

 

Notizen, morgen oder wann auch immer ggf. auszuarbeiten für Beitrag

  • L. 66. 1/3 war ich dabei. Beim Rückblick doch noch was Neues.
  • Ich bin der Anhang meines Mannes. Zur Überraschung der anderen funktioniere ich auch ohne ihn.
  • Entlarvend!!! E. erkundigt sich, ob ich gut sitze. Dabei will er wissen, ob ich mich verloren fühle oder nicht.
  • J. + S. suchen definitiv Kontakt zu mir. Also eher J. als S. Damit hatte ich nicht gerechnet. Entspannt ungemein.
  • J. redet, ich höre zu.
  • Die Speelns der anderen ertrage ich. Warum sollten sie also nicht meinen ertragen? Dann bin ich halt ein ‚Tätschler‘ oder was auch immer. Aber J. schreit nicht, als ich mal kurz meine Hand auf sein Knie lege.
  • Mir ist Körperkontakt (Hand geben etc.) wichtig.
  • Als einer der wenigen muss ich aus dem Kreis morgen arbeiten und gehe nach dem Pfarrer.
  • Das Konzept der Gaststätte ist ohne Frage gut. Aber warum muss die Hälfte der warmen Speisen lauwarm kommen? Hat man ihnen das im letzten Jahr nicht gesagt?
  • Spargelsuppe mit Limette ohne Limette und ohne Garnitur und mit zuviel Sahne ist ok – aber auch maximal das.
  • Die, die mich als „feinen Menschen“ bezeichnet, zieht weg.

Roll on / roll off

Hätte nicht gedacht, dass soviele kommen. Und erst recht hätte ich nicht gedacht, das manche so pünktlich kommen und bis auf C. alle ein irres Sitzfleisch mitbrachten. Dass C. nach einer Stunde das Weite suchte kann ich gut nachverstehen, war er doch mit Abstand der Jüngste. Aber mich hats tierisch gefreut, dass er da war (und sich gleich vier Stück Torte einverleibt).

Der Nachmittag / Abend war mal wieder ein Beweis, wie sehr sich die Leute nach Kommunikation sehnen. Im Vorfeld hatte ich mir kurz überlegt, ob und wie ich ggf. ein Gespräch in Gang bringe, weil die Leute sich teilweise echt überhaupt nicht kannten. Aber da hatte ich nix zu tun, ich konnte daneben sitzen und zuhören. Das lief alles von selbst.

Geld lasse ich mir jedenfalls nicht mehr schenken – irgendwie war das ein blödes Gefühl. Dann lieber gar nix. S. und D. haben da sich was anderes einfallen lassen und mir eine Wanderkarte geschenkt mit der Auflage, eine Wanderung mit ihnen zu planen. Wieviele Kilometer steht nicht dabei – aber ich vermute, dass D. nach 12 zu jammern beginnt.

Leicht fiebrig lässt sich so einen Nachmittag und früher Abend echt gut überstehen, denn ich stand immer so ein bisschen neben mir und war gar nicht so erpicht darauf, jetzt aktiv mitmischen zu müssen. Meine Antworten fielen dementsprechend kurz aus, aber, siehe oben, das tat keinen Abbruch.

Morgen melde ich mich nochmals krank, denn etwas schlaff hänge ich schon noch in der Ecke, obwohl das sich mit den Mandlen jetzt erledigt hat.

WMDEDGT 1/19

8:50 – Aufstehen. So ausreichend geschlafen habe ich aber auf alle Fälle nicht.

9:05 – Zeitungslektüre, Tee und Toast mit Fleischsalat.

9:45 – der wöchentliche Küchenputz, das Bad bekommt auch noch was von meiner Aktivität ab. Das Wohnzimmer grummelt, ob meiner Nichtbeobachtung.

10:45 – Einkaufen muss auch noch sein.

11:30 – L. kommt. Will sich hier irgendwie mit einem Zusatzgerät an unser Internet klemmen, um eine Abrechnung an die KV zu übertragen. Funktioniert natürlich nicht.

12:10 – Suppe von gestern abend mit den Resten der Zeitung.

12:45 – Statt Mittagsschlaf Tageslektüre. Derzeit „Satyricon“ von Petronius und „Metamorphosen“ von Ovid. Das das beides gerade so alte Dinger sind, ist reiner Zufall.

13:45 – Im Internet rummachen. Irgendwelche Seiten finde ich dann doch immer, die ich mir mal anschauen wollte. Kurz noch ins Darknet … der Rest ist Schweigen, auch wenn es absolut jugendfrei war / ist.

15:00 – Stolpere mal wieder über die Hörspielseite des WDRs. Und da ich das echt mag, höre ich mir gleich mal zwei an, während ich aber das Problem habe, wohin mit den Händen?

16:30 – Hübsch machen ist angesagt (soweit überhaupt noch möglich). Wir müssen gleich los auf einen 50sten. Also d.h. ich muss mit. Aufs Land!

16:58 – Auf der Straßenbahn

17:05 – B. steigt zu und berichtet von ihr missglückten Augen OP. Bin ich froh, dass bei mir damals alles gut gegangen ist.

17:30 – Wir steigen in ein wartendes Auto um, welches uns in die Pampa bringen wird.

18:00 – Pünktlich zum Gratulieren stehen wir vor der Tür. Es riecht nach Gegrilltem.

18:45 – Das ‚Büffet‘ wird eröffnet, lange nicht so viel bzw. reichhaltig wir sonst bei S. Es wird knapp werden. Passt aber auch zu dem ganzen Abend, der dann leider, leider viel, viel länger dauert, als erhofft.

# 532 – S.

An den Händen erkennt man die Familienzugehörigkeit

Zu wenig, also: Is nich‘!

Heute auf dem Amt. Auf Bitten wollte ich für eine befreundete Türkin eine „Verpflichtungserklärung und Einladung von visumspflichtigen Ausländer/-innen“ abgeben. Darf ich aber gar nicht. Ich verdien zu wenig und da hat der sStaat hat Angst, dass er auf envetuelle Kosten sitzen bleibt, da bei mir zu wenig zu pfänden gibt. So die nette Auskunft der Frau hinterm Schreibtisch.

Ich lass‘ das mal jetzt ohne Kommentar so stehen.

Tauben vergiften im Park

Nein, einfach auf zwei Stunde mit S. dort. Dazu, Tee, Wein, Sonne, schöne Blicke, viele Farben und viel Gespräch.

# 522

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Schiller + Lührs + Familie

Ich hole mal aus! Als junger Mann, also alles zwischen 16 und 29, war ich ein begeisteter Theatergänger. Es muss 1986 gewesen sein, als ich als ZDL in Mannheim die Gelegenheit hatte ein Gastspiel der Münchner Kammerspiele bei den Schillertagen zu sehen. Es war der „Don Carlos“ mit dem grossartigen Peter Lühr als Grossinquisitor. Ungestrichen dauert der so ca. fünf Stunden. Die Inszenierung von Dieter Dorn kam mit weniger als drei Stunden aus, weil nicht der Text gestrichen sondern die Sprechgeschwindigkeit  enorm erhöht wurde. In den ersten Minuten dachte man, man wird nix verstehen, doch nach wenigen Minuten … .

Grandios, als kurz vor Ende der Grossinquisitor auftritt. Lühr war da schon um die 80, kam gestützt auf die Bühne. Und im Gegensatz zum bisherigen Sprechtempo sagte er seinen ersten Satz quasi in Zeitlupe: „Steh‘ ich vor dem König?“ Und als dieser das bejahte, sprach Lühr in unnachahmlicher Diktion die fälligen Respekt, Ironie und Überlegenheit gleichermassen ausdrückte: „Ich war’s mir nicht mehr vermutend.“

Und so ging es mir heute, als ich meine alte Mutter in der Reha besuchte und am Abend nicht nur meine Schwester sondern sogar mein Bruder Zeit hatten und wir zusammen zu Abend gegessen haben.

28

Die Patentochter wird heute 28. Sie schmeisst eine Grillparty. Ihre Mutter und ich gehen daher zum Griechen. Dort rechne ich eher mühsam aus, dass ich sie nun länger als die Hälfte meines Lebens kenne. Das erst Mal hatte ich sie morgen vor 28 Jahren in den Armen.

Und dann werde ich sogar noch eingeladen.

Ungerecht

Wenn T., der BMW*-Trainer von Montag, mal nicht konnte, dann hat ihn seine Frau S. vertreten. Eine Peruanerin, die wohl in ihrem richtigen Leben irgendwelche geheimen Kräfte zu Höchstleistung drillt. Übernahm sie bei uns Altherren das Kommando, krachten die Knoche nur noch so. Nur zehn Einheiten, versprach sie vor jeder Übung, dass sei ja nicht viel und man könne auch gleich mal anfangen. Und dann zählte sie in ihrer Art die zehn Wiederholungen mit einer quasi lachenden Stimme runter: 10 – 9 – 8 – 7 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 6 – 6 -5 – 5 – 5 – 4 – 4 – 4 – 3 – 5 – ….  Das war echt höllisch manchmal – vorallem, weil sie mitmachte und  man ihrer Stimme irgendwelche Anstrengung nicht anhörte.

Jetzt hört T. auf, weil er sie pflegen muss. Nach Krebs und Chemo jetzt Herzinsuffizienz mit einer Leistung von gerade noch 15 Prozent.

Das erinnert mich dann an meinen Vater und meine Lieblingstante. Das ganze Leben lang gesund gelebt, weder gesoffen noch geraucht noch übermäßig gegessen oder sonst was – und dann – zack.

__________________________

* BMW = Bauch muss weg

R.I.P.

Brief von der besten Freundin. Die Schwester ist gestorben. Und auch wenn sie sechs Seiten geschrieben hat, es braucht nur ein paar Stichworte, und mir kommt alles wieder in den Sinn, wie das bei meinem Vater war, jetzt bei ihrer Schwester. Und sie braucht nur wenige Worte zu machen, denn es ist alles wie mit einem Knopfdruck wieder da.

Habe gleich zurück geschrieben in der Hoffnung, dass sie für nen Moment fühlt, dass sie damit letztendlich alleine bleiben wird, aber dass es einige gibt, die das auch kennen. Hilft nicht, tröstet aber vielleicht für einen Moment.

Ex-Lehrer halt

Sonntag. Kurz nach 8 Uhr (!). Das Telefon (!) klingelt. Es ist W. von Verein 1. Er will nur schnell ausrichten, dass er S. vom Problem unterrichtet hat und ich daher nicht gebraucht werde.

Etwas müde – # 442

Gegen 4 ins Bett gekommen, um 9 dann wieder auf, am frühen Nachmittag eine Stunde geschlafen. Ich mag diesen Zustand der Übermüdung dann schon, weil er mich fokussiert. Abendessen mit Mann, J., meiner Patentochter S. und ihrer Freundin M. Mein Gulasch – Eigenlob stimmt – gehört echt zu den besten, die ich je gemacht habe, schiebe es aber auf das fantastische Fleisch vom Metzger nebean (wobei der Kilopreis bei ihm gegenüber dem Discounter vier Euro billiger (!) war). Immer dann, wenn ich meine nächste Frage nicht anbringen konnte – war ich wegen der Übermüdung die Gelassenheit selbst, habe gewartet, bist wieder Luft war, und dann meine Frage gestellt. Und immer wieder muss ich erkennen: Ich hab’ne echt klasse Patentochter! Die ist nicht nur nicht auf den Kopf gefallen, sondern kann auch Fragen stellen!

2017-09-09 22.41.42

Wegen Dienst gestern schon „Pate I“ verpasst, jetzt zu spät für „Pate II“ gekommen – aber somit weiß mein Mann, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Jetzt sag‘ bloß einer, ich sei nicht pflegeleicht!

Zum Trotz

Kneipenabend mit S. Gegenüber gestern sind die Temperaturen quasi im Keller. Wir bleiben draußen sitzen.

*müffel*

Ich habe ja wirklich gerne (und viel) geraucht! Und könnte ich es auf sechs oder sieben Zigaretten pro Tag beschränken, dann würde ich nach wie vor rauchen. Doch das kann ich nicht.

Gestern mit S. mal wieder einen trinken, bei dem Wetter nicht in unserer ‚Stammkneipe‘ sondern ein paar Meter weiter, im Freien. Bei dem Wetter waren wir nicht alleine – versteht sich. Und da waren auch Raucher dabei – und zwar, wie ich fand, überraschend viele. Mit der Zeit hat mich das wirklich gestört.

Beim Aufwachen heute morgen roch das T-Shirt aber sowas nach Rauch – boa. Und als es gewechsel war, rochen die Haare.

Gott, was muss ich früher gestunken haben!

Fremdkochen

Beim ‚Weihnachtsessen‘ mit der Abteilung sind auch die alten Kollegen eingeladen. Ein älterer Herr kommt strahlend auf mich zu: „Freut mich Sie wieder zu sehen!“ Ich habe nur Fragezeichen in den Augen, ich kenne den Herrn nicht. „Und meine Frau und reden immer noch von dem Essen!“ Wenn es eine Steigerung von Fragezeichen in Augen gäbe, man würde es mir ansehen. „Alleine die Fleischbrühe!“ Aha! Langsam dämmert es ihm, dass mir überhaupt nicht dämmert und er beginnt umständlich  zu erklären … bis auch ich mich erinnere, dass ich letztes Jahr zweimal bei S. und B. gekocht habe, ohne mitessen zu müssen. Und einmal war dieser Herr mit Frau zu Gast. Nachdem das also geklärt ist, atmet er tief durch und fragt: „Würden Sie das auch mal für uns machen?“

Es gibt auch Ausrufezeichen in Augen.

Kommunikation plus

Gerade mit meinem Mann fast drei Stunden bei Frau B. zum Tee gewesen.

In gut einer Stunde zu S. auf einen Kneipenabend.

Wenn ich zurückkomme, werde ich mit Sicherheit mehr gesprochen haben als in den letzten beiden Wochen zusammengenommen. Es kratzt jetzt schon im Hals.

Das muss verdaut werden

Aus einem Mail-Brief meiner besten Freundin (wobei X ich bin):

Fakt für mich ist, dass der X im Brief für mich näher ist, als der in der Realität. Irgendwie kann ich nicht (mehr) mit Dir in der Praxis.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass wir uns nach unserer gemeinsamen Schulzeit – auch schon 2,5 Jahrzehnte her – immer nur sehr sporadisch getroffen haben. In den letzten Jahren war es schon ne Leistung, wenn wir uns zweimal von Freitag auf Samstag (oder so) gesehen haben, also max. 24 Stunden.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass es im Jahr vielleicht nur noch 4-6 Briefe sind, meist von ihr aus veranlasst aus einer ‚Notsituation‘, wo sie sich einfach mal auskotzen will und ich dann reagiere, eben der Freund bin, dem man mal alles so vor die Füße kotzen kann. Und das ist auch gut so!

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass sie es ist, die normalerweise anruft, weil irgendeine Scheiße – sie ist verheiratet, zwei Kinder, nicht ganz einfache Ursprungsfamilie (wie bei allen anderen auch) – gerade am dampfen ist. Und Brief und Telefonat sind zwei verschiedene Medien, verschieden Arten zu kotzen. Und das ist auch gut so!

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich sie hin und wieder einfach so anrufe, um zu hören, wie es ihr geht, was der Mann macht, die Kinder, die Arbeit, das Klavier, der Herd, …

Was bedeutet das jetzt alles? Was kann (nicht) werden?

Sind gerade echt mal wieder viele Fragen.

Geschunden & gestunken

OK, die Überschrift ist grammatisch nicht korrekt, aber dafür hat sie Rhythmus. Aber geschunden sind die Hände schon, voll von Eiterbeulen und Pestwarzen … nee, so dramatisch jetzt auch wieder nicht, aber ein Pflaster brauche ich dann schon und nen halben Liter Handcreme, weil sonst die Haut reißt. Liegt wohl an dem offenen Feuer, vor dem ich Stund und Stund stand. Dass ich mir nicht alle Finger verbrannt habe, grenzt an ein Wunder.

Irgendwie war es ganz schön, dann aber auch zugleich anstrengend und ein bißchen komisch. Das sind meist ganz nette Typen – aber ich vermute, wenn man Mittelalter so exzessiv macht, muss man schon einen gewissen Hau haben.Und dann finde ich es schon bedenklich, auf so ein Lager zu fahren und sämtliche Essenseigenheiten mitzunehmen. Einer aß nur dann mit, wenn er den Pfeffer selber drauf machen konnte (wie ich beobachten konnte, eine ganz normale Menge, ich hätte wohl weniger genommen), seine Freundin grenzte sich komplett aus, da sie mit ihren diversen Allegien kocketierte und so ihren Part an Aufmerksamkeit einforderte. Dafür waren die beiden J. zuverlässige Esser, die nach dem zweiten Nachschlag höflich in die Runde frage, wer noch was wolle. Aufallend auch S. und N. Sind im Grunde sehr nett, er sogar der Vorsitzende des Freundeskreise, aber die sonderten sich bei jeder Gelgenheit hab. Als es Kohlrouladen gab fragte er mich, ob es noch welche gäbe. Ich verwies auf den großen Bräter an der Feuerstelle. Er stand auf, holte zwei, gab eins seiner Freundin und eins sich – aß weiter. Jede/r andere im Lager hätte gefragt, ob er wem was mitbringen könne.

M. mimte wohl wieder den Cheflogistiker. Denn man kann die ca. 50 Lager mit ihren gut 520 Menschen nicht einfach so auf die Heimreise schicken. Da benötigt es eine kontrollierte Abfahrt vom Gelände, was eh nur durch eine schmale Stichstraße zu erreichen ist. Ich habe mich dann nicht eingemischt – wunderte mich aber, das er sich so kompliziert anstellte. Zwar für alles eine Excelliste, aber das Vorgehen mit so vielen Umständen … gut, ich war dieses Jahr da nicht dabei, für nächstes Jahr hat man mich aber schon angefragt, ob ich denn auch da etwas helfen könnte (also bei der Ausfahrtunterstützung, nicht Planung).

Kochen auf offenem Feuer ist übrigens relativ anstrengend. Denn das ganze findet ja auch dem Boden statt, so dass man sich dauernd bücken muss. OK, man könnte auch Feuerschalen etwas erhöht stellen, aber dann grillt es einem die Eier noch stärker. Zudem die Holzschlepperei und die ganzen Schüsseln sind ja auch nicht aus Plastik. Dazu die Wege, denn vieles war ja im Orga-Zelt und musste auch – des Regens wegen – gleich wieder zurückgebracht werden. Dazwischen immer mal wieder etwas Holz spalten und es hinschleppen … so dass man verdammt früh anfangen muss, soll um 13 Uhr das Essen auf den Tisch stehen.

Vielleicht gibt es in ein paar Tagen ein paar Bilder von J. hier zu sehen.

Badewannen sind wohl die geilste Erfindung der Menschheit! Zumindest nach so einem Wochenende!

‚Entlastung‘ – oder: Pauschalierung macht’s halt einfach

Schoß mir gerade in den Kopf. Ich bin ja der einzige (offen lebender) Schwule in meiner Familie. Und da Vaters- und Muttersfamilie alle aus dem katholischen … Also war das für meine Eltern halt immer schon so ein Crux (sic!), dass gerade sie nen schwulen Sohn … und jetzt kapiere ich gerade als meine Mutter letztens anrief, um mir mitzuteilen, dass es Tante B., ihre jüngste Schwester, ja ganz, ganz, ganz schwer hätte, da deren ältester Sohn, S., Moslem geworden ist!

Es gibt also Schlimmeres.

Und da ist einfach so vernunftsunmäßig, so blöd, so … nur weil manche schwul sind, meint irgend so ein Typ in Amerika – dank der ‚genialen‘ Waffenpolitik – 50 Schwule abzuknallen, worauf hin der nächste Gehirnamputierte meint ein Einreiseverbot … erlassen zu wollen, für alle, die gefährlich sind …

Warum fehlt es den Menschen am Mut zu denken? Weil den Finger auf andere zu zeigen einfach leichter ist.

 

 

WE wie weg

Der Beginn des Reigens.

Ziel: Süddeutschland

Aufgabenbereich: Kochen, Tango tanzen und zuhören.

Aber Tango leider nur ganz kurz. Wir haben noch nichts wochenendseminarmäßiges gefunden. Müssen aber ja auch erst schauen, ob wir zueinander passen. Aber da sie sich gerne führen lässt, wie sie sagt …

Für mich: Beendet

Meine beiden Langzeitkontakte habe ich seit wenigen Tagen nun endgültig vom Hals.

Nach der letzten Supervision war klar, dass ich da kaum auf ‚Einvernehmlichkeit‘ rechnen kann, zumindest bei L. nicht. Und der hat dann auch noch in der letzten Mail gut nachgekarrt. Hat mich traurig gemacht, denn nach 1,5 Jahren Kontakt hätte ich mir irgendwie etwas anderen gewünscht / erhofft.

Bei S. bin ich mir unklar, ob das soo gut war. Aber andererseits – das wäre einfach nur immer so weitergegangen. Gut, das hat sie jetzt vielleicht über die letzten 1,5 Jahre auch etwas ’stabilisiert‘ – aber die Frage war nach wie vor, dass ‚Stabilisierung‘ jetzt nicht so richtig problemlösend gewesen ist. Ich kann nur hoffen, dass es etwas Dynamik in ihr Hilfesystem gebracht hat. Geschrieben habe ich ihr ausführlich, dass es da noch KollegInnen gibt.

Das waren jetzt Nr. 2 und 3, mit denen ich mich auf Länge eingelassen habe, obwohl das nicht vorgegeben und beabsichtigt ist. Wie L. mich hat fangen können, ist mir in der Zwischenzeit klar – und in der Nachschau hat er es auch recht geschickt gemacht, alle Achtung. (Wobei ich mich dann schon frage, was er für sich daraus zieht?) Aber als er anfing zu fragen, wie man onaniert, als Mann Ende 20, … da war der Bogen dann doch überspannt. Und dennoch habe ich mit einer gewissen Naivität weiter gemacht. Na ja, hat halt gereizt – während S. einfach nur noch anstrengend im Aushalten wurde. Aber auch sie hat mit ‚gehalten‘ – wohl dadurch, dass sie eigentlich so gut wie nie auf meine Texte eingegangen ist. Scheinen zwei unterschiedliche, aber bei mir (noch) erfolgreiche Strategien zu sein, ‚vereinnahmen‘ und ’nicht-zuhören‘.

Klimawandel oder was?

S. der ich wie ihrem Mann meinen derzeitigen Job zu verdanken habe, kam gegen Mittag zu mir runter, um mir Ihre Wochenkarte anzubieten (die sie dann doch zu Hause liegen gelassen hatte). Herr. Q., dem ich ja zu arbeitet, wünschte mir ein gutes Heimschwimmen. Der Weg von der Straßenbahnhaltestelle (200 Meter und noch ein paar) haben dann gereicht, bis auf die Haut nass zu werden. Warten hätte sich nit gelohnt. Äh, 1. Juni? Sonne? Nackt auf dem Balkon? War da mal nicht was?

Morgen leiht mir S. dann die nicht vergessenen Wochenkarte für den Rest der Woche.

Könnte so weitergehen

Gestern bekam ich von H. einen Kuss, heute konnte es S. nicht unterlassen. Und vermutlich hätte E. auch, wenn sie sich getraut hätte.

Anton Weyrother

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