Durch die Zeit

Tag: S.

Ungerecht

Wenn T., der BMW*-Trainer von Montag, mal nicht konnte, dann hat ihn seine Frau S. vertreten. Eine Peruanerin, die wohl in ihrem richtigen Leben irgendwelche geheimen Kräfte zu Höchstleistung drillt. Übernahm sie bei uns Altherren das Kommando, krachten die Knoche nur noch so. Nur zehn Einheiten, versprach sie vor jeder Übung, dass sei ja nicht viel und man könne auch gleich mal anfangen. Und dann zählte sie in ihrer Art die zehn Wiederholungen mit einer quasi lachenden Stimme runter: 10 – 9 – 8 – 7 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 6 – 6 -5 – 5 – 5 – 4 – 4 – 4 – 3 – 5 – ….  Das war echt höllisch manchmal – vorallem, weil sie mitmachte und  man ihrer Stimme irgendwelche Anstrengung nicht anhörte.

Jetzt hört T. auf, weil er sie pflegen muss. Nach Krebs und Chemo jetzt Herzinsuffizienz mit einer Leistung von gerade noch 15 Prozent.

Das erinnert mich dann an meinen Vater und meine Lieblingstante. Das ganze Leben lang gesund gelebt, weder gesoffen noch geraucht noch übermäßig gegessen oder sonst was – und dann – zack.

__________________________

* BMW = Bauch muss weg

R.I.P.

Brief von der besten Freundin. Die Schwester ist gestorben. Und auch wenn sie sechs Seiten geschrieben hat, es braucht nur ein paar Stichworte, und mir kommt alles wieder in den Sinn, wie das bei meinem Vater war, jetzt bei ihrer Schwester. Und sie braucht nur wenige Worte zu machen, denn es ist alles wie mit einem Knopfdruck wieder da.

Habe gleich zurück geschrieben in der Hoffnung, dass sie für nen Moment fühlt, dass sie damit letztendlich alleine bleiben wird, aber dass es einige gibt, die das auch kennen. Hilft nicht, tröstet aber vielleicht für einen Moment.

Ex-Lehrer halt

Sonntag. Kurz nach 8 Uhr (!). Das Telefon (!) klingelt. Es ist W. von Verein 1. Er will nur schnell ausrichten, dass er S. vom Problem unterrichtet hat und ich daher nicht gebraucht werde.

Etwas müde – # 442

Gegen 4 ins Bett gekommen, um 9 dann wieder auf, am frühen Nachmittag eine Stunde geschlafen. Ich mag diesen Zustand der Übermüdung dann schon, weil er mich fokussiert. Abendessen mit Mann, J., meiner Patentochter S. und ihrer Freundin M. Mein Gulasch – Eigenlob stimmt – gehört echt zu den besten, die ich je gemacht habe, schiebe es aber auf das fantastische Fleisch vom Metzger nebean (wobei der Kilopreis bei ihm gegenüber dem Discounter vier Euro billiger (!) war). Immer dann, wenn ich meine nächste Frage nicht anbringen konnte – war ich wegen der Übermüdung die Gelassenheit selbst, habe gewartet, bist wieder Luft war, und dann meine Frage gestellt. Und immer wieder muss ich erkennen: Ich hab’ne echt klasse Patentochter! Die ist nicht nur nicht auf den Kopf gefallen, sondern kann auch Fragen stellen!

2017-09-09 22.41.42

Wegen Dienst gestern schon „Pate I“ verpasst, jetzt zu spät für „Pate II“ gekommen – aber somit weiß mein Mann, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Jetzt sag‘ bloß einer, ich sei nicht pflegeleicht!

Zum Trotz

Kneipenabend mit S. Gegenüber gestern sind die Temperaturen quasi im Keller. Wir bleiben draußen sitzen.

*müffel*

Ich habe ja wirklich gerne (und viel) geraucht! Und könnte ich es auf sechs oder sieben Zigaretten pro Tag beschränken, dann würde ich nach wie vor rauchen. Doch das kann ich nicht.

Gestern mit S. mal wieder einen trinken, bei dem Wetter nicht in unserer ‚Stammkneipe‘ sondern ein paar Meter weiter, im Freien. Bei dem Wetter waren wir nicht alleine – versteht sich. Und da waren auch Raucher dabei – und zwar, wie ich fand, überraschend viele. Mit der Zeit hat mich das wirklich gestört.

Beim Aufwachen heute morgen roch das T-Shirt aber sowas nach Rauch – boa. Und als es gewechsel war, rochen die Haare.

Gott, was muss ich früher gestunken haben!

Fremdkochen

Beim ‚Weihnachtsessen‘ mit der Abteilung sind auch die alten Kollegen eingeladen. Ein älterer Herr kommt strahlend auf mich zu: „Freut mich Sie wieder zu sehen!“ Ich habe nur Fragezeichen in den Augen, ich kenne den Herrn nicht. „Und meine Frau und reden immer noch von dem Essen!“ Wenn es eine Steigerung von Fragezeichen in Augen gäbe, man würde es mir ansehen. „Alleine die Fleischbrühe!“ Aha! Langsam dämmert es ihm, dass mir überhaupt nicht dämmert und er beginnt umständlich  zu erklären … bis auch ich mich erinnere, dass ich letztes Jahr zweimal bei S. und B. gekocht habe, ohne mitessen zu müssen. Und einmal war dieser Herr mit Frau zu Gast. Nachdem das also geklärt ist, atmet er tief durch und fragt: „Würden Sie das auch mal für uns machen?“

Es gibt auch Ausrufezeichen in Augen.

Kommunikation plus

Gerade mit meinem Mann fast drei Stunden bei Frau B. zum Tee gewesen.

In gut einer Stunde zu S. auf einen Kneipenabend.

Wenn ich zurückkomme, werde ich mit Sicherheit mehr gesprochen haben als in den letzten beiden Wochen zusammengenommen. Es kratzt jetzt schon im Hals.

Das muss verdaut werden

Aus einem Mail-Brief meiner besten Freundin (wobei X ich bin):

Fakt für mich ist, dass der X im Brief für mich näher ist, als der in der Realität. Irgendwie kann ich nicht (mehr) mit Dir in der Praxis.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass wir uns nach unserer gemeinsamen Schulzeit – auch schon 2,5 Jahrzehnte her – immer nur sehr sporadisch getroffen haben. In den letzten Jahren war es schon ne Leistung, wenn wir uns zweimal von Freitag auf Samstag (oder so) gesehen haben, also max. 24 Stunden.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass es im Jahr vielleicht nur noch 4-6 Briefe sind, meist von ihr aus veranlasst aus einer ‚Notsituation‘, wo sie sich einfach mal auskotzen will und ich dann reagiere, eben der Freund bin, dem man mal alles so vor die Füße kotzen kann. Und das ist auch gut so!

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass sie es ist, die normalerweise anruft, weil irgendeine Scheiße – sie ist verheiratet, zwei Kinder, nicht ganz einfache Ursprungsfamilie (wie bei allen anderen auch) – gerade am dampfen ist. Und Brief und Telefonat sind zwei verschiedene Medien, verschieden Arten zu kotzen. Und das ist auch gut so!

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich sie hin und wieder einfach so anrufe, um zu hören, wie es ihr geht, was der Mann macht, die Kinder, die Arbeit, das Klavier, der Herd, …

Was bedeutet das jetzt alles? Was kann (nicht) werden?

Sind gerade echt mal wieder viele Fragen.

Geschunden & gestunken

OK, die Überschrift ist grammatisch nicht korrekt, aber dafür hat sie Rhythmus. Aber geschunden sind die Hände schon, voll von Eiterbeulen und Pestwarzen … nee, so dramatisch jetzt auch wieder nicht, aber ein Pflaster brauche ich dann schon und nen halben Liter Handcreme, weil sonst die Haut reißt. Liegt wohl an dem offenen Feuer, vor dem ich Stund und Stund stand. Dass ich mir nicht alle Finger verbrannt habe, grenzt an ein Wunder.

Irgendwie war es ganz schön, dann aber auch zugleich anstrengend und ein bißchen komisch. Das sind meist ganz nette Typen – aber ich vermute, wenn man Mittelalter so exzessiv macht, muss man schon einen gewissen Hau haben.Und dann finde ich es schon bedenklich, auf so ein Lager zu fahren und sämtliche Essenseigenheiten mitzunehmen. Einer aß nur dann mit, wenn er den Pfeffer selber drauf machen konnte (wie ich beobachten konnte, eine ganz normale Menge, ich hätte wohl weniger genommen), seine Freundin grenzte sich komplett aus, da sie mit ihren diversen Allegien kocketierte und so ihren Part an Aufmerksamkeit einforderte. Dafür waren die beiden J. zuverlässige Esser, die nach dem zweiten Nachschlag höflich in die Runde frage, wer noch was wolle. Aufallend auch S. und N. Sind im Grunde sehr nett, er sogar der Vorsitzende des Freundeskreise, aber die sonderten sich bei jeder Gelgenheit hab. Als es Kohlrouladen gab fragte er mich, ob es noch welche gäbe. Ich verwies auf den großen Bräter an der Feuerstelle. Er stand auf, holte zwei, gab eins seiner Freundin und eins sich – aß weiter. Jede/r andere im Lager hätte gefragt, ob er wem was mitbringen könne.

M. mimte wohl wieder den Cheflogistiker. Denn man kann die ca. 50 Lager mit ihren gut 520 Menschen nicht einfach so auf die Heimreise schicken. Da benötigt es eine kontrollierte Abfahrt vom Gelände, was eh nur durch eine schmale Stichstraße zu erreichen ist. Ich habe mich dann nicht eingemischt – wunderte mich aber, das er sich so kompliziert anstellte. Zwar für alles eine Excelliste, aber das Vorgehen mit so vielen Umständen … gut, ich war dieses Jahr da nicht dabei, für nächstes Jahr hat man mich aber schon angefragt, ob ich denn auch da etwas helfen könnte (also bei der Ausfahrtunterstützung, nicht Planung).

Kochen auf offenem Feuer ist übrigens relativ anstrengend. Denn das ganze findet ja auch dem Boden statt, so dass man sich dauernd bücken muss. OK, man könnte auch Feuerschalen etwas erhöht stellen, aber dann grillt es einem die Eier noch stärker. Zudem die Holzschlepperei und die ganzen Schüsseln sind ja auch nicht aus Plastik. Dazu die Wege, denn vieles war ja im Orga-Zelt und musste auch – des Regens wegen – gleich wieder zurückgebracht werden. Dazwischen immer mal wieder etwas Holz spalten und es hinschleppen … so dass man verdammt früh anfangen muss, soll um 13 Uhr das Essen auf den Tisch stehen.

Vielleicht gibt es in ein paar Tagen ein paar Bilder von J. hier zu sehen.

Badewannen sind wohl die geilste Erfindung der Menschheit! Zumindest nach so einem Wochenende!

Winterlicht Fotografie

Fotografie berührt mein Herz

Bonaventura

Lektüren eines Nachtwächters

Early 50

Ein Blog über Krebs und andere Geschichten

Alltags.Seele

milieu | konstruktiv | erleben

herschelmann fotografie blog

einige mehr oder weniger tolle ideen um die fotografie

18 Worte.

Mindestens. Aus dem Leben einer Aachenerin am Rhein und auf Reisen.

Frollein Polly und ihr Senf

I'm weird, get over it :]

Erotischer Adventskalender - der Test

Du wolltest schon immer wissen, was die teuren erotischen Adventskalender taugen? Ich habe den Test für dich gemacht ...

Rummelschubsers Blog

Ein Rummelschubser im Kampf vs Glioblastom

Tanne's lyrische Lichtungen

Einsame Insel. Tosende See. Peitschender Wind. Finsterer Nadelwald. Lichtungen. Ewige Stunde null? Willkommen.

Geschichten aus der Großstadt

aus dem Leben eines Singles