Durch die Zeit

Tag: S.

Roll on / roll off

Hätte nicht gedacht, dass soviele kommen. Und erst recht hätte ich nicht gedacht, das manche so pünktlich kommen und bis auf C. alle ein irres Sitzfleisch mitbrachten. Dass C. nach einer Stunde das Weite suchte kann ich gut nachverstehen, war er doch mit Abstand der Jüngste. Aber mich hats tierisch gefreut, dass er da war (und sich gleich vier Stück Torte einverleibt).

Der Nachmittag / Abend war mal wieder ein Beweis, wie sehr sich die Leute nach Kommunikation sehnen. Im Vorfeld hatte ich mir kurz überlegt, ob und wie ich ggf. ein Gespräch in Gang bringe, weil die Leute sich teilweise echt überhaupt nicht kannten. Aber da hatte ich nix zu tun, ich konnte daneben sitzen und zuhören. Das lief alles von selbst.

Geld lasse ich mir jedenfalls nicht mehr schenken – irgendwie war das ein blödes Gefühl. Dann lieber gar nix. S. und D. haben da sich was anderes einfallen lassen und mir eine Wanderkarte geschenkt mit der Auflage, eine Wanderung mit ihnen zu planen. Wieviele Kilometer steht nicht dabei – aber ich vermute, dass D. nach 12 zu jammern beginnt.

Leicht fiebrig lässt sich so einen Nachmittag und früher Abend echt gut überstehen, denn ich stand immer so ein bisschen neben mir und war gar nicht so erpicht darauf, jetzt aktiv mitmischen zu müssen. Meine Antworten fielen dementsprechend kurz aus, aber, siehe oben, das tat keinen Abbruch.

Morgen melde ich mich nochmals krank, denn etwas schlaff hänge ich schon noch in der Ecke, obwohl das sich mit den Mandlen jetzt erledigt hat.

WMDEDGT 1/19

8:50 – Aufstehen. So ausreichend geschlafen habe ich aber auf alle Fälle nicht.

9:05 – Zeitungslektüre, Tee und Toast mit Fleischsalat.

9:45 – der wöchentliche Küchenputz, das Bad bekommt auch noch was von meiner Aktivität ab. Das Wohnzimmer grummelt, ob meiner Nichtbeobachtung.

10:45 – Einkaufen muss auch noch sein.

11:30 – L. kommt. Will sich hier irgendwie mit einem Zusatzgerät an unser Internet klemmen, um eine Abrechnung an die KV zu übertragen. Funktioniert natürlich nicht.

12:10 – Suppe von gestern abend mit den Resten der Zeitung.

12:45 – Statt Mittagsschlaf Tageslektüre. Derzeit „Satyricon“ von Petronius und „Metamorphosen“ von Ovid. Das das beides gerade so alte Dinger sind, ist reiner Zufall.

13:45 – Im Internet rummachen. Irgendwelche Seiten finde ich dann doch immer, die ich mir mal anschauen wollte. Kurz noch ins Darknet … der Rest ist Schweigen, auch wenn es absolut jugendfrei war / ist.

15:00 – Stolpere mal wieder über die Hörspielseite des WDRs. Und da ich das echt mag, höre ich mir gleich mal zwei an, während ich aber das Problem habe, wohin mit den Händen?

16:30 – Hübsch machen ist angesagt (soweit überhaupt noch möglich). Wir müssen gleich los auf einen 50sten. Also d.h. ich muss mit. Aufs Land!

16:58 – Auf der Straßenbahn

17:05 – B. steigt zu und berichtet von ihr missglückten Augen OP. Bin ich froh, dass bei mir damals alles gut gegangen ist.

17:30 – Wir steigen in ein wartendes Auto um, welches uns in die Pampa bringen wird.

18:00 – Pünktlich zum Gratulieren stehen wir vor der Tür. Es riecht nach Gegrilltem.

18:45 – Das ‚Büffet‘ wird eröffnet, lange nicht so viel bzw. reichhaltig wir sonst bei S. Es wird knapp werden. Passt aber auch zu dem ganzen Abend, der dann leider, leider viel, viel länger dauert, als erhofft.

# 532 – S.

An den Händen erkennt man die Familienzugehörigkeit

Zu wenig, also: Is nich‘!

Heute auf dem Amt. Auf Bitten wollte ich für eine befreundete Türkin eine „Verpflichtungserklärung und Einladung von visumspflichtigen Ausländer/-innen“ abgeben. Darf ich aber gar nicht. Ich verdien zu wenig und da hat der sStaat hat Angst, dass er auf envetuelle Kosten sitzen bleibt, da bei mir zu wenig zu pfänden gibt. So die nette Auskunft der Frau hinterm Schreibtisch.

Ich lass‘ das mal jetzt ohne Kommentar so stehen.

Tauben vergiften im Park

Nein, einfach auf zwei Stunde mit S. dort. Dazu, Tee, Wein, Sonne, schöne Blicke, viele Farben und viel Gespräch.

# 522

b140103_339

Schiller + Lührs + Familie

Ich hole mal aus! Als junger Mann, also alles zwischen 16 und 29, war ich ein begeisteter Theatergänger. Es muss 1986 gewesen sein, als ich als ZDL in Mannheim die Gelegenheit hatte ein Gastspiel der Münchner Kammerspiele bei den Schillertagen zu sehen. Es war der „Don Carlos“ mit dem grossartigen Peter Lühr als Grossinquisitor. Ungestrichen dauert der so ca. fünf Stunden. Die Inszenierung von Dieter Dorn kam mit weniger als drei Stunden aus, weil nicht der Text gestrichen sondern die Sprechgeschwindigkeit  enorm erhöht wurde. In den ersten Minuten dachte man, man wird nix verstehen, doch nach wenigen Minuten … .

Grandios, als kurz vor Ende der Grossinquisitor auftritt. Lühr war da schon um die 80, kam gestützt auf die Bühne. Und im Gegensatz zum bisherigen Sprechtempo sagte er seinen ersten Satz quasi in Zeitlupe: „Steh‘ ich vor dem König?“ Und als dieser das bejahte, sprach Lühr in unnachahmlicher Diktion die fälligen Respekt, Ironie und Überlegenheit gleichermassen ausdrückte: „Ich war’s mir nicht mehr vermutend.“

Und so ging es mir heute, als ich meine alte Mutter in der Reha besuchte und am Abend nicht nur meine Schwester sondern sogar mein Bruder Zeit hatten und wir zusammen zu Abend gegessen haben.

28

Die Patentochter wird heute 28. Sie schmeisst eine Grillparty. Ihre Mutter und ich gehen daher zum Griechen. Dort rechne ich eher mühsam aus, dass ich sie nun länger als die Hälfte meines Lebens kenne. Das erst Mal hatte ich sie morgen vor 28 Jahren in den Armen.

Und dann werde ich sogar noch eingeladen.

Ungerecht

Wenn T., der BMW*-Trainer von Montag, mal nicht konnte, dann hat ihn seine Frau S. vertreten. Eine Peruanerin, die wohl in ihrem richtigen Leben irgendwelche geheimen Kräfte zu Höchstleistung drillt. Übernahm sie bei uns Altherren das Kommando, krachten die Knoche nur noch so. Nur zehn Einheiten, versprach sie vor jeder Übung, dass sei ja nicht viel und man könne auch gleich mal anfangen. Und dann zählte sie in ihrer Art die zehn Wiederholungen mit einer quasi lachenden Stimme runter: 10 – 9 – 8 – 7 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 6 – 6 -5 – 5 – 5 – 4 – 4 – 4 – 3 – 5 – ….  Das war echt höllisch manchmal – vorallem, weil sie mitmachte und  man ihrer Stimme irgendwelche Anstrengung nicht anhörte.

Jetzt hört T. auf, weil er sie pflegen muss. Nach Krebs und Chemo jetzt Herzinsuffizienz mit einer Leistung von gerade noch 15 Prozent.

Das erinnert mich dann an meinen Vater und meine Lieblingstante. Das ganze Leben lang gesund gelebt, weder gesoffen noch geraucht noch übermäßig gegessen oder sonst was – und dann – zack.

__________________________

* BMW = Bauch muss weg

R.I.P.

Brief von der besten Freundin. Die Schwester ist gestorben. Und auch wenn sie sechs Seiten geschrieben hat, es braucht nur ein paar Stichworte, und mir kommt alles wieder in den Sinn, wie das bei meinem Vater war, jetzt bei ihrer Schwester. Und sie braucht nur wenige Worte zu machen, denn es ist alles wie mit einem Knopfdruck wieder da.

Habe gleich zurück geschrieben in der Hoffnung, dass sie für nen Moment fühlt, dass sie damit letztendlich alleine bleiben wird, aber dass es einige gibt, die das auch kennen. Hilft nicht, tröstet aber vielleicht für einen Moment.

Das Scharlachrote K

... und der Zirkus drum herum

no_more_money_4_shit

Zwei Frauen ein Projekt

Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Wildgans's Weblog

Lese- und Lebensdinge

Zeichen & Zeiten

Gedanken zu Büchern und dem Leben

Neues aus Absurdistan

Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

Die Welt des DrSchwein

Höhepunkte eines verkorksten Individuums

Winterlicht Fotografie

Fotografie berührt mein Herz

Bonaventura

Lektüren eines Nachtwächters

Early 50

Ein Blog über Krebs und viele andere Geschichten