Durch die Zeit

Tag: Samuel Beckett

Der Tag

etwas länger geschlafen (sehr berechtigt) – genossen sich nix anziehen zu müssen und das tee-frühstück auf den balkon einnehmen zu können – krimilektüre beendet (absolut nicht empfehlenswert, aber es war schön die orte, in denen er spielte, fast alle zu kennen) – mal wieder im voskuil weiter gemacht – kleiner ‚workout‘ zur documenta – danach weiterhin nackt mit proust-lektüre und voskuil auf dem balkon – eine gute stunde am rechner wegen beckett u.a. – zwei stunden locker in der küche da abendgäste – a. bezeichnet mich als „nackedei“, dabei habe ich ein t-shirt an – schicklich angezogen begrüße ich den rest der gäste – bei spargel mal wieder die unterschiedlichsten themen, von griechenland bis verpatnerung – das theoretisch gemeinte „wollen wir noch abwaschen?“ (ich) wird praktisch interpretiert (mein „mann“) – jetzt wird geschimmelt …

Excel sei Dank!

Über die Bibellektüre habe ich mich echt daran gewohnt, jeden Tag ca. ne halbe Stunden konzentriert (und abgeschieden) zu lesen. Derzeit sitze ich an der Luther Biographie von Lyndal Roper und im Kopf fanden sich schnell noch ein paar mehr Bücher dieser Art (Bossong: Rotlicht; Schilling: Luther (bei Roper vermisse ich das Kirchenhistorische bzw. Theologische doch sehr); Tadié: Proust; Knowlson: Beckett). Bis auf Bossong alles dicke Dinger.

Heute fragte ich mich, wie lange ich denn wohl brauchen werde, die durchzulesen. Und siehe da, das ist dieses Jahr wirklich noch zu schaffen. Bei dem jetzigen Lesetempo wäre ich  am 5. September d.J. fertig, lese ich täglich genau 10 Seiten, schaffe ich es noch bis zum 27. Dezember.

„Was machen wir nun?“ – „Wir warten.“

Ersatzsohn T. ist gerade da. Beim letzten Mal als er hier war, erzählte er, dass es bei ihm in der Schule „betreutes Lesen“ gibt. D.h., die Klasse liest im Unterricht ein Buch – jeder für sich das selbe Buch – und wenn dann ein Wort oder was auch immer unklar ist, dann wird das mit Hilfe des Lehreres gekärt, auf ein Kärtchen geschrieben und über diese Kärtchen gibt es später einen Test. Nun, für den Lehrer hat das sicherlich Vorteile, denn eine Unterrichtsvorbereitung fällt für ihn aus. Ich weiß zudem nicht, ob ich das jetzt gut oder einfach nur schrecklich finden soll.

Wie auch immer, bei dem jetztigen Besuch dachte ich mir, ich lege T. mal ein bisschen Nachtlektüre bereit, einfach so, denn eine gewisse Neugierde ist ihm nicht abzusprechen. Daher habe ich ihm zwei Klassiker und was ‚Neues‘ rausgesucht:

  • Jerome David Salinger: Der Fänger im Roggen
  • Hermann Hesse: Siddartha
  • Friedrich Ani: Wie das Licht schmeckt

Und als ich ihm noch ein paar Sätze zu den Bücher sagte kam ich in einen kleinen Literaturvorlesungsrausch und … wir endeten jedefalls bei

  • Samuel Beckett: Warten auf Godot

Und ganz ehrlich: Hat mir schon gut getan, dass T. interessiert zuhörte, immer mal auch eine Frage stellte und ein echtes Interesse daran hatte zu versehen, warum einem Literatur so wichtig sein kann.

Nun bin ich auf morgen gespannt, denn er hat alle vier Bücher mit ins Bett genommen und versprochen, alle anzulesen. Und sollte er auch nur für eins morgen gelindes Interesse zeigen – ich schick ihm eine neue Ausgabe überübermorgen zu (die meinigen sind dann doch für mich halt ganz schön heilig).

Notlüge

Gestern hätte ich auf eine Laien-Schauspiel-Premiere gemusst. Ich hatte aber Freitag schon die Generalprobe fotografiert und daher alles gesehen (und gehört!). Obwohl Beckett – einen zweiten Durchlauf hätte ich kaum ertragen, denn allein die musikalische Uraufführung … also so mit Stimme, Gesang und Steinen … also … zu hoch für mich … und dann diese Kunstsprache … das hätte auch eine Hommage für Kant, Audi oder einem Cockring sein können.

Gestern habe ich mich dann damit entschuldigt, dass ein „erweiterter häuslicher Notstand“ eingetreten sei, bei Nachfrage hätte ich geantwortet, dass eine Freundin mit Problemen heulend vor der Tür gestanden hätte.

Heute erfahre ich, dass man froh war, dass ich nicht da war, denn der Andrang sei so groß gewesen, dass man einige hatte wegeschicken müssen, mich dann zu allererst, da ich es ja schon gesehen hätte.

Und heute stand eine Freundin mit Problemen heulend vor der Tür.

In Abwesenheit

In Abwesenheit wird man ja gerne mal (zum Tode) verurteilt oder als persona non grata erklärt.

Ich dagegen bin am Samstag in Abwesenheit – wie ich heute erfuhrt – in den Vorstand eines literarischen Vereins gewählt worden.

Man hatte mich vorher aber gefragt und wenn ich den Termin in meinen Kalender auch eingetragen hätte, hätte ich am Samstag …

Mit E. über Beckett zu Dante

Nach einiger Anlaufzeit heute das erste Treffen zu einem Dante-Lese-Projekt. Wir trafen uns bei E., dessen Namen mir aber nichts sagte. Aber als ich dann heute zu der Adresse hinfuhr, dämmerte es mir, dass es ja vielleicht der E. sein könnte, den ich an Becketts 109ten Geburtstag kennen gelernt hatte.

Und so war es auch! Das hat mein Herz echt hüpfen lassen, denn an dem Abend damals hatten wir uns einfach gut verstanden, hatten gleich gute Themen die wir nicht nur oberflächlich besprachen. Und nun mit ihm und 3-4 weiteren jetzt 14-tägig die „Göttliche Komödie“. Und auch heute hatten wir gleich so einen gewissen Draht. Das tut gerade wirklich gut, denn es ist eine (noch) kleine Bereicherung. Und ich finde es fast schade, dass ich beim nächsten Treffen gar nicht da sein werde.

109ter

Zwei Kurzfilme zum 109ten von ihm, dann Torte, Brezeln und irischen Whiskey für umme. Bloß: Meine Lust ist arg beschränkt, einen nehme ich, dann würde ich mich gerne verdrücken. Ich nehm den einen, stelle das leere Glas auf den Tisch, da spricht mich von links jemand an. Welche Funktion ich denn hier habe, und wie ich das mit der Kamera machen würde und überhaupt …

Eine 3/4 Stunde später mache ich mich dann nach mehreren Gläsern dann doch auf, da nimmt mich E., wohl Ende 60, wir duzen uns in der Zwischenzeit, nochmals zur Seite und bedankt sich für das interessante, unterhaltsame, offene Gespräch (dem ich einfach nur zustimmen kann)  mit den Worten: „Ach übrigens, ich war auch einige Jahre arbeitslos, Scheiß-Zeit, keine Frage, Daher: Gib alles, dass Du nicht an dir zweifelst.“

Das von einem Fremden zu hören, mit dem man sich einfach mal so unterhalten hat – Hallo!: ich rede einfach so mit einem fremden Menschen?! – hat einfach gerade so richtig gut getan.

Und was mich zudem freut. Er hat damit angefangen, dass man sich ja mal wieder sehen könnte …

Tut gerade gut

Die, die ich kenne und die Samuel Beckett kannte schrieb mir gerade:

Lieber X. X.,
Sie haben mir mit den Fotos eine ganz große Freude gemacht! Das ist selten, denn meistens ist es eher ein Entsetzen. Aber Ihnen sind wirklich ein paar vorzeigbare Aufnahmen gelungen – un grand MERCI!!
Wie kann ich mich revanchieren? Ich überlege 〈…〉 In der nächsten Woche kommt jemand aus Marbach wegen unseres Archivs, und ich werde die Frage stellen.
Ansonsten, wann immer Sie in Berlin zu tun haben, lassen Sie es mich wissen. Ob ich einen so guten Italiener wie in X. hier in der Nähe finde, ist allerdings fraglich.
Beste Grüße an die Runde, besonders an Sie mit HERZLICHEM DANK!

*angeb*-‚Bekanntschaften‘

Ich kannte (da schon tot) jemanden, die jemand kannte, der ein guter Freund von Theodor von Fontane war.

Ich kannte (da schon tot) jemanden, die Milena Jesenská kannte, die mit Franz Kafka liiert war.

Ich kenne jemanden (nun gut, einmal ein geinsames Frühstück), der Arno Schmidt kannte.

Ich kenne jemanden (seit heute, ein Abendessen immerhin), die Samuel Beckett kannte.

Proust, Joyce, Beckett und C.

Mit C. Lesungen zu planen, macht einfach Spaß. Er ist so herrlich unkompliziert. Für den 10. Juli (Proust) kann ich mir natürlich Musik vorstellen, „das kleine Thema“. C. spielt Klavier. Also kurz hinter die Bücher, welches Stück stand Pate (Fauré: Ballade, op 16 – siehe unten), kurz die Noten im Internet gesucht – OK, bis zum ersten Doppelstrich sicher, der Rest dürfte zu lang und zu kitschig sein, also schlägt er noch Debussy vor und Franck. Wegen Joyce (16. Juni) machen wir uns erst gar keine Gedanken, am 14. und 15. wird geprobt, zwei reichen uns. Und für den 15. März (Beckett) nehmen wir die beiden Texte jetzt wohl schnell am Dienstag auf, die Weiterverabeitung, Hinzufügen von Geräuschen „och, ich mach‘ das schon, bekomme ich wieder etwas Übung.“

Und jetzt das kleine Thema bis 3:20 – danach wirds wild:

PP (= Provinzpresse)

Mittags Vereinstermin. Die (!) Lokalredakteurin hat Interesse an unserer Veranstaltungsreihe gezeigt. Also super-peinliches Foto für die hiesige Lokalpresse: wir stehen um den Gedenkstein und halten Bücher in die Kamera (*übergeb-lautstark*). Frau Lokalredakteurin positioniert mich nicht nur im Vordergrund, sondern spricht mich wahlweise mit meinem Nachnamen bzw. mit „der Herr Kollege“ an. Äh … ich bin dieser Frau in meinem Leben noch nicht begegnet. (Also haben die mich doch gelesen! Kleine, späte Genugtuung.)

Nach dem supersuperpeinlichem Fototermin zwingt mich quasi der Vorstand – „Ich zahl‘ Dir den Kaffee!“ – beim anschließenden Pressegespräch – 1 x Frau Lokalredakteurin, 4 x Vorstandsmitglieder, 1 x Vereinsmitglieder, 1 x Nicht-Vereinsmitglied (= ich) – teilzunehmen. Nach einer Stunde gehe ich und habe aber sowas von ausreichenden Informationen über Frau Lokalredakteurin, dass ich mich ernsthaft frage, wie sie einen Bericht über uns schreiben will? (Und ich wundere mich, dass ich es dann doch schaffte, eine Stunde schweigend mich mit einem Glas Schwarztee zu beschäftigen.)  Ich meine, den Job habe ich auch fünf Jahre gemacht ohne es offiziell gelernt zu haben (Frau Lokalredakteurin kommt von einer renommierten Journalistenschule) aber diese Art von Selbstdarstellung und Nicht-Interesse an der Sache habe ich mir wahrlich nie geleistet.

Die stellv. Vorsitzende überglücklich: Ein Bericht mit Bild in der Zeitung! Da ich sie wirklich mag und es mir wohl auch nicht zusteht, eine über 70-jährige Dame Naivität zu unterstellen, behalte ich es einfach für mich, dass bei dem Einsatz von Frau Lokalredakteurin nicht sehr viel Substanzielles rauskommen wird. (Es wird mir eine kleine Freude sein, ihren Artikel mit dem von Wikipedia zu vergleichen und zu schauen, ob sie meinen (kurzen) Nachnamen richtig geschrieben haben wird.)

Aktzeptanzprobleme

Gerade „Das Ende“, vorgelesen von einer Staatsschauspielerin, von Samuel Beckett gehört. Überraschenderweise waren gut 70 Leute da, mit 30 hatten wir eigentlich gerechnet. Wenn man sich das anhört, dann ist klar, dass gerade die Prosatexte von Beckett in den meisten Kreisen „Akzeptanzprobleme“ hat, denn das ist schon verdammt schwere Kost. Aber wenn man sich einfach mal darauf einlässt, dann ist wiederum faszinierend, wie er – nicht nur in diesem Text – immer zwischen Realität und Irrealität (man kann durchaus auch schlicht von ‚Wahnsinn‘ sprechen) hin und her schaltet, oft auf dieser viel beschworenen aber nie gezogenen, geschweige denn definierten Grenze tanzt – und sich gerne mal wieder fragt, ist denn, der das geschrieben hat nun irre, oder der Text nur an sich oder sind nur meine eigenen Gedanken irre, weil sie so komische Wege gehen.

+ R.I.P Joe

Erfahre gerade, dass Joe Cocker tot ist. Aber es gibt schlechtere Tage, als am Todestag von Samuel Beckett zu sterben. Eine echt große Stimme geht. Und es gibt nach wie vor für mich ein paar Hymnen von ihm. Und zu einer, wen wundert’s, hab‘ ich mal gestrippt, zusammen mit P. auf einem Tisch, vor der Theatergruppe. Aber so wie wir halt waren – bei der Unterhose war natürlich Schluss.

Auf einen der Großen

Die Idee, nach der Beckett-Lesung den Zuhörenden ein Gläschen Whiskey anzubieten, kam richtig gut an. Der Intendant hob dann auch gleich noch das Rauchverbot auf. Aber es hätten dann doch etwas mehr Rauchende und etwas mehr Whiskey sein müssen, um dann so ein richtige irische Kneipenstimmung aufkommen zu lassen. Nun ja, das Publikum wird auch ne Ecke zu intellektuell dafür gewesen sein. Aber es bleibt dabei, meine Idee war gut.

Geht eigentlich gar nicht

Jetzt also doch noch. Quasi auf den letzten Drücker: Weihnachtsmarkt. Und das ohne Schnee, ohne Kälte. Das waren immer die Gründe, sich diesen scheußlichen Glühwein hinter die Binde zu kippen, ohne den man ja Weihnachtsmärkte gar nicht aushält.

Als Kontrastprogramm geht es dann danach zu einem Samuel-Beckett-Abend – ist nämlich heute sein 25. Todestag.

Alles für Samuel

Ich mag ja K. und H. auch, wirklich. Und die haben beide echt was auf dem Kasten. Und ich freu mich, sie zu kennen, weil sie beide Persönlichkeiten sind. Aber wirklich planen, organisieren, eine Sache angehen … das können die echt nicht. Und anscheinend wissen sie es selber (wobei ich H. etwas in Schutz nehmen möchte, sie ist echt nicht mehr die jüngste und eine Krankheit behindert sie dann schon sehr). Dafür sind sie geschickt. Denn plötzlich finde ich mich auf einer Vorstandssitzung und alle Augen richten sich auf mich, als der TOP „Veranstaltungsreihe anlässlich 25. Todestag“ aufgerufen wird. (Es war der zweite von insgesamt zwei TOPs.) Mit H. hatte ich ja schon vorgearbeitet (bei Pizza) und da K., die Vorsitzende und H. die Vize, wie gesagt, von Planung echt keine Ahnung haben, durfte ich in die Lücke springen.

Jetzt sind fünf Veranstaltung sehr konkret und realistisch geplant, bei vier weiteren sind die Chancen gar nicht schlecht, das Ganze hat irgendwie Hand und Fuß und wenn wir Glück haben, überzeugt das Konzept einen Sponsor und wir hätten sogar etwas Geld dafür.

Und ich hab mich dann sogar noch durchgesetzt, dass wir uns in einer Woche wieder sehen um zu prüfen, was wer erreicht hat. Harte Hand, aber anders geht das da nicht. Und ich weiß aus Erfahrung, wenn die ersten Dinge wirklich konkret und fix sind, dann wird es zu einer Art ‚Selbstläufer‘.

Selbst K. war da

30 Leute waren bei der Lesung. Doppelt soviel, wie gedacht. Selbst K. war da. Verschwand aber sofort wieder, so dass ich gar keine Gelegenheit hatte, ihn zu sprechen. Und wenn man sich vorstellt, dass Beckett das Bild, vor dem ich gelesen habe, höchstwahrscheinlich selber gesehen hat, dann hatte das schon was an seinem 108. Geburtstag.

Zum 108.

Morgen muss ich dann aber echt mit dem Üben anfangen. Den Text habe ich mir schon vor zwei Wochen geben lassen, aber durchgelesen habe ich die 16 Seiten immer noch nicht ganz, geschweige denn sie laut geübt. Und dass sollte ich aber dringlich tun, denn a) sind da ein paar französische und italienische Vokabeln dabei und b) soll ich das ja am Sonntag dann oben aus Anlass des 108. Geburtstages von Samuel Beckett vortragen. Aber der Text ist auf alle Fälle ‚gefälliger‘ als das Ungetüm Watt vom letzten Jahr und die Erfahrung zeigt, einmal konzentriert still lesen und drei Mal laut.

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