Durch die Zeit

Tag: Sex

Hautecht!

Erste Verzweiflungtaten wegen Corona. Ich schaue spät noch in einem Shoppingsender rein und falle fast vom Glauben ab. Dildos, Vibratoren, Plastikmuschis und was nicht noch alles. Und dazu die anpreisenden Stimmen von wegen „acht verschiedene Stufen“, „40 Zentimeter“ und ganz wichtig der „Hase für die Klitoris“. Top war aber dann die Aussage, dass viele Kundinnen es wünschen, dass es sich echt anfühlt und da Material daher „100-prozent hauchtecht“ sei. Ich bin dann ins Bett.

Musil lesen – #486

Ich war schon etwas überrascht, als ich das Foto zwischen Seite 492 und 493 entdeckt habe. Keine Erinnerung daran, es in den „Mann ohne Eigenschaften“ gelegt zu haben.

Aber es passt.

Denn die Erstletüre datiert auf August 1986. Und da es zu diesem Foto noch eine Reihe von anderen gibt ist klar, dass ich damals mit M. (hier auf Bild) auf dem Berghaus war (um als bekennender Hetero mit ihm ständig Sex zu haben).

Ohne dieses Beweise hätte ich mir das heute alles komplett anders zusammengereimt, vorallem, dass mit M. Ich meine mich zu erinneren, dass wir uns nur unendlich zögerlich aneinander angenähert haben. Aber so ist klar, dass ich mit 1986 definitiv das Thema Homosexualität auf der Pfanne hatte – und dann noch acht (!!!) Jahre bis zu meinem Coming-out brauchte. Heftig, heftig.

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Ahhh und klick

Ich hab‘ ja schon ziemlich viel und vieles fotografiert – aber noch nie Menschen beim Sex. Bis heute. Ist wirklich nicht ganz einfach.Aber nach der ersten Durchsicht ist schon einiges Gutes dabei.

Erstaunlich übrigens, was für eine Wärme zwei fickende Menschen mit der Zeit enwickeln.

Vergessen

Eigentlich hätte ich in Verein 1 heute Dienst gehabt. Aber ich war nicht dort. Der Grund: Ich hatte es einfach überhaupt nicht auf dem Schirm. Ehrlich gesagt, habe ich das auch gerade erst entdeckt, als ich mal in den Kalnder geschaut habe. Das mache ich normalerweise mehrfach am Tag – nur heute … .

Ist doof, dass ich nicht hin bin, es ärgert mich auch etwas. Andererseits war es gut, dass ich heute frei hatte, etwas lesen, einen kleinen lustvollen Mittagsschlaf abhalten konnte. Später dann ein bisschen kochen – das Meiste hat eh mein Mann getan – und dann eben A. & T. zum Abendessen. Schön mal wieder, vorallem weil T., wie es mir scheinen will, ein kleinwenig auftaut.

Heute dann auch Rückmeldung von jener Person bekommen, mit der ich letztens so eine lustvolle Nacht hatte. Ich hatte ihr einen kleinen Text dazu geschrieben, wie ich es empfunden hätte und warum, denn es war schon besonders für mich in verschiedener Hinsicht gewesen. Für sie war es anscheinend ähnlich. Aber das besondere war, dass bei uns beiden ein gleicher Grundtenor herrschte. Jetzt liegen die Hürden natürlich hoch, sollte es zu einem „nächsten Mal“ kommen – aber anderereseits, bei dem Grundtenor?

Aufgewacht bin ich heute echt mies und wollte dem Tag noch vor dem Aufstehen dunkelblau geben. Er bekommt jetzt ’nur‘ blau, weil mich die aktuelle Arbeitssituation eben doch bis in den Schlaf beherrscht. A. & T. und mein Mann und mein Lusterlebniss der besonderen Art bekommen im Kopf ohne Diskussion dunkelgrün.

Nur eine Hand

Einer meiner Studenten an der Uni macht auf mich Eindruck. Einerseits ist er nicht auf den Kopf gefallen und kann denken, andererseits hat er etwas, was ich ’stille‘ Erotik nenne. Er gehört überhaupt nicht in mein Beuteraster – und dennoch geht eine gewisse Faszination von ihm aus. Wie auch immer, ich halte professionelle Distanz. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem er zu einer Klausurbesprechung zu mir kommt. Warum wir auch immer auf einem Sofa sitzen sei unbeantwortet, jedenfalls kann ich nicht unregistriert lassen, dass er mir immer näher kommt, mich mehr anschaut und anlächelt, als dass er meinen Ausführungen folgt. Irgendwann wird mir das zu doof und ich beuge mich zu ihm rüber und küsse ihn. Das hat was irres befreiendes an sich und ich kann nicht genug davon bekommen. Ich spüre, wie seine rechte Hand an meinem Oberkörper zielstrebig nach unten wandert. Als er seine Hand auf meinen steifen Schwanz legt, bin ich nahezu am explodieren und schrecke wie ein Gestochener aus dem Schlaf auf. Der ganze Köper fühlt sich postorgiastisch an, der Ständer schmerzt quasi vor Härte. Ich bin aber um die Uhrzeit einfach viel zu müde, um den Rekord des kürzensten Abstandes zwischen zwei Orgasmen zu unterbieten und penne, wohl seelig lächelnd, weg. Am Morgen vergewissere ich mich echt, ob ich mit wem im Bett liege.

Ich gestehe

Ich gestehe, dass ich es nie zum Gutmensch schaffen werde. Ich bin einfach nicht gut genug dazu. Ein letzter Beweis fand ich heute. Denn wenn ich rumvögel, dann nehme ich ein Kondome. Leider die falschen. Die absolut falschen! Ich nehme nämlich irgendwie ganz normale Kondome (ohne Geschmack, ohne Noppen, ohne … ja, ja … laaangweilig) und keine – und das muss man als Gutmensch – die vegan sind! Gutmenschen – und die, die es noch werden wollen – können sich HIER erkundigen.

OITNB

Bin nun durch. Fünf Staffeln. Täglich eine Folge (fast). Das war jetzt wirklich eine nette, unterhaltsame, schöne, spannende, anrührende, lustige, ironische, … Begleitung. Klar, man erkennt die Stellen, an denen es schnell gehen musste, an denen denen den SchreiberInnen nix eingefallen ist. Aber es gibt eben auch wirklich herrlich komische oder ironische Stellen, spannende Momente, rührende Szenen, …

Ich steh‘ jetzt echt nicht so auf Frauengefängnis und Frauensex ist nun auch nicht gerade das, was mich in Wallung bringt, aber es gab für mich zwei interessante Beobachtungen:

  • In der Serie lieben in erster Linie Frauen Frauen. Aber auch Frauen Männer und umgekehrt so wie Männer Männer. Mir war das selten so egal. Üblicherweise geht von manchen Konstellationen ein gewisser Reiz aus – aber die Serie schafft es wirklich, sämtliche Spielarten als das hinzustellen, was sie sind: Liebe oder Sex oder beides. Zudem gibt es herrliche ‚Zwischentöne‘. Und es bewahrheitet sich einfach mal wieder: Zwischen weiß und schwarz gibt es eine Menge Grautöne.
  • Was mich aber am meisten ‚irritiert‘ hat war, dass ich in allen Hauptdarstellerinnen (und das sind über fünf Folgen nicht gerade wenige) Frauen wieder erkannt habe, die ich aus meinem realen Leben kenne – leider halt nur nicht Poussey. Das jetzt nicht überwiegend im Aussehen (auch wenn es da immer ausreichend Ähnlichkeiten gab), sondern viel mehr in der Art und Weise das Leben oder Probleme anzugehen. Das hat mich bei der ein oder anderen Folge dann doch leicht irritiert, denn es war manchmal so einer Art ‚Vorschau‘, was da noch kommen könnte.

Auch wenn er es nicht liest: Besten Dank an C.!

Doch polypervers?

Derzeit bin ich echt froh, dass Träume weder aufgezeichnet noch strafrechtlicht verfolgt werden können. Andererseits wundere ich mich schon, warum ich in dieser Woche schon zum drei Mal eindeutig sexuelle Träume hatte (was in der Häufung echt einmailg ist). Und zwei davon waren schon leicht verstörend nach dem Aufwachen, denn Sex mit Shemales ist jetzt sogar nicht mein Ding und üblicherweise sind meine SexpartnerInnen in etwa so mein Alter und nicht erst 17.

Musil – Musik – Sex

Nächsten Monat lese ich mit C. zusammen Musil. Solangsam sollten wir ja mal anfangen zu planen. Aber ganz langsam. Erstmal Gedanken machen über die Musik, die C. spielen könnte. Ich erinnere mich, dass Clarisse und ihr Mann im Roman Klavier spielen – aber was? Wagner, wie ich dann im Roman finde. Und was finde ich noch? Ein Aktbild von mir, ein ganz frühes aber. Und wenn ich das jetzt richtig kombiniere, ist das von 1990, als ich den Roman das zweite Mal gelesen habe (aber anscheinend nicht fertig geworden bin), auf dem Berghaus, wo ich eine herrliche Woche mit M. verbracht habe – mehr Sex in einer Woche geht jedenfalls kaum (was nun wiederum nachvollziehbar erklären würde, warum ich nicht durchgekommen bin).

Ruft! Mich! An!

Ich besorg mir jetzt noch schnell ne 0190er-Numer und dann kann es mit dem Telefonsex los gehen. Mich hat heute Nacht eine Erkältung erwischt und meine Stimme hängt jetzt irgendwo zwischen Bariton und Bass, hat ein samtig-reibeisige Timbre wie eine warme Hundezunge und ist sowas von geil, da kommt selbst die Stimme von B. nicht mehr mit. Ich könnte mir dauernd selber schweineigeliges ins Ohr flüstern, ist aber nicht ganz so wirksam, weil ich ja schon weiß, was ich hören werde. Ich glaub‘ zwar nicht, dass meine Stimme jetzt alleine jemanden zum Orgasmus bringt – aber als Wegbegleiter bin ich jedenfalls derzeit der absolute Geheimtipp mit Erfolgsgarantie für Frau und Mann – denn nicht nur Leander hat da Erfahrung und zudem ist meine Phantasie mit dem bisschen Fieber gerade so richtig in Fahrt! Das rechtfertigt dann auch den etwas höhren Minutensatz.

Vom Tag

Schönen Tag mit P. gehabt. Interessanterweise mit viel nackt. Ist eigentlich nicht so sein Ding. Dazwischen Zimmer streichen. Reden über Väter und Sex – in der Offenheit ebenfalls ungewöhnlich. Macht mit mir viel im Kopf.

Genieße gerade die Zwischenzeit mit mir im ICE, denn das Restwochenende wird einfach nur anstrengend.

Zuhause wartet der Mann mit einem Sekt, denn unserer Verpartnerungsmedaillons sind heute fertig geworden.

Und das Besondere zudem an diesem Beitrag: Aus einem pünktlich fahrenden, funktionstüchtigem ICE mit derem kostenlosen Bordangebot gesendet!

Ja, nein, vielleicht?

Nachher kommt überraschend U. Und wie immer muss die Frage offen bleiben, ob sie Lust auf Sex hat oder doch nicht.

Aus der Nacht

Heute nacht geträumt, mit meiner Ex-Freundin T.  und meinem besten Freund P. Sex zu haben. Die beiden etwas zurückhaltend, da sie sich gar nicht kennen, aber ihnen scheint es Spaß zu machen, dass ich mich abwechselnd um sie bemühe. Überraschend schnell kommt P. zu einem gewaltigen Orgasmus. Ich bin fast neidisch – hä? – ich bin neidisch wie viel und wie weit er sein Sperma auf seinem Körper im Knien verspritzen kann. Andereseits freut es mich wiederum, dass die Situation ihn so geil macht(e).

Die Alternative

Die Alternative für den heutigen Tag wäre gewesen: Sechs Stunden Bahnfahrt an den Bodensee, vier Stunden Bodensee, sechs Stunden Bahnfart zurück.

Ich habe gestern Abend mit dieser Alternative geliebäugelt, aber:

  • Ich bin nicht frisch verliebt.
  • Mir wurde kein galaktischer Sex versprochen.
  • Es gab kein Gesprächsthema, welches man auch notfalls am Telefon hätte besprechen können.
  • Es gab keine irgendwie geartete besondere Situation.

Verrückt genug wäre ich schon gewesen – aber dann viel mir ein weiteres Argument ein. So eine Aktion hätte ‚Wichtigkeit‘ suggeriert – und das wäre eine Lüge gewesen.

Immer noch …

… out of order.

Vom Arbeitsplatz aus aber  schnell ein paar Sprengsel der vergangenen Tage:

  • Als T., der 16-jährige Neffe von E., eintrifft, ist es ganz normal, dass wir uns zur Begrüßung umarmen. Meinen Tanten und Onkels habe ich damals höflich die Hand gegeben, sie mir auch – mehr gab es da nicht an Körperkontakt.
  • Bei den Vorstandswahlen in Verein 1 erhalte ich doch tatsächlich die meisten Stimmen.
  • Auf der Todesanzeige für meinen Onkel – den ich seit dem Tod meines Vaters nie wieder gesehen habe – hat man hinter jedem seiner Vornamen ein Komma gesetzt.
  • Ich glaube, ich bin deswegen schwul, weil ich Frauen einfach nicht kapiere. Wenn eine Frau Sex will, sitzt sie als Aufforderung dann mit verschränkten Armen unter einer Decke und schaut fern?
  • Dreimal dabei ‚erwischt‘, dass meine Intuition echt hilfreich war.
  • Die Internetlosigkeit ist gar nicht mal so schlimm, aber bloggen und Bilder gucken vermisse ich schon etwas.

Outdoor, Sex, damals

Gute 14 Kilometer heute unterwegs. Nach ca. 10 Kilometer mache ich eine kurze Teepause an einer Bank und erinnere mich plötzlich, wie ich vor zwei, drei Jahren dort mit U. war. Sie saß auf rittlings auf meinen Schoß und ich bekam nicht nur einen Ständer sondern auch wahnsinnig Lust sie jetzt so ‚zu nehmen‘. Sie fand das dann etwas zu ‚öffentlich‘ obwohl da echt kaum jemand in der Entfernung vorbei kam und außerdem ihr Rock ja alles schön verdeckt hätte.

Keinen Kilometer weiter bleibe ich an einer leicht versteckten Lichtung stehen und bin mir sicher, dass mir M. vor Jahren genau an dieser Stelle mal einen geblasen hat. Das war in der Zeit, wo ich noch nicht schwul war aber mit M., wenn er dann da war oder ich bei ihm, jede Gelegenheit wahrnahmen, um sexuell aktiv zu sein.

Nicht, dass ich einen echten Hang zum Outdoor-Sex hätte – aber ich seh‘ und sah das meist eher pragmatisch. Daher kann ich mich auch ‚rühmen‘ mit M. in T. auf einem Stocherkahn ausgiebig der Lust gefröhnt zu haben (wobei wir, wegen zu vieler Zuschauer, das Finale dann doch in seine Bude verlegt haben). Ach, Jugend, …

Let’s talk about sex!

V. hatte mal wieder angefragt, ob wir nicht uns bald wieder treffen könnten, denn es gäbe noch einige Fragen zu ihrer Geschichte. OK, heute hatten wir leichte Anlaufschwierigkeiten und ich hab‘ mal abgewartet, ob sie die Kurve bekommt – hat sie dann nicht. Egal. Also bin ich dann nach dem ersten Glas Wein mitten rein ins Thema und schnell wurde klar, dass es nicht um die Story geht, sondern um das reale Sexleben von ihr.

Ich schätze mal, sie ist an ihre Grenzen gegangen, auch wenn vieles kompliziert umschrieben werden musste. „Blasen“ heißt dann nicht „blasen“ sondern „in die Kniee gehen“ und „anal“ ist eben dann „das zweite“ … aber zugegeben, in ihrem Alter hätte ich wohl mit meinem ehemaligen Praktikumbetreuer, so ein Thema nie angesprochen.

Was mir mal wieder aufgefallen ist, dass es mir überhaupt keine Probleme mehr (!) macht, diese ganze Thematik anzusprechen und die Dinge auch beim Namen zu nennen. Das scheint ihr auch gut getan zu haben, denn es gab dann schon den ein oder anderen Moment, bei dem die Klarheit in ihr wohl nichts geändert, aber zu mehr Verständnis gesorgt hat. Ich hab‘ das spätestens daran fest gemacht, als sie mitten drin einfach meinte: „Du solltest das professionell machen“.

Aber es war mal wieder enorm spannend und mal wieder musste ich mich an die Nase fassen und mir sagen: Nur weil Du denkst, dass es so sein könnte, muss es lange noch nicht so sein!

Sicher mal zwei

Vor Jahren lernte ich einen Typen kennen, C., der sicher an sich etwas eigen war und ist und dem, obwohl nicht auf dem Kopf gefallen, eine Therapie wirklich mal richtig gut täte. Man muss keine Experte sein um sehen zu können, dass da einiges etwas schief gelaufen war in seinem Leben und dass das zu ein paar Haltungen führte, die wiederum für Probleme sorg(t)en … .

Andereseits war er damals echtein verdammt hübscher Mann, genau mein Beuteraster, denn er war etwa so groß wie ich, hatte wirklich einen sehr schönen Schwanz mit fast noch schöneren Eiern und hatte damals ebenfalls maximal 60 kg auf den Rippen. Ich mag’s halt durchaus etwas schlanker. Ich hab damals einiges getan / tun müssen, um ihn zumindest einmal so halb ins Bett zu bekommen. Das versprach durchaus verdammt interessanten Sex mit ihm, wenn es denn mal richtig dazu kommen würde – aber wie das Schicksal so wollte, wenige Wochen zog er weg und dann nochmals weiter weg und wir haben uns so gut wie aus den Augen verloren.

Gestern erfuhr ich über Facebook – wo ich alle 5 Wochen mal reinschaue, um die Hände über den Kopf zusammenschlagen zu können – dass C. die 120-kg-Marke geknackt hätte und nun beschließen würde, „etwas“ auf sein Gewicht zu achten.

Familienessen

Seit ich meinen Mann kenne bzw. seit wir zusammen sind – das werden dann bald auch schon mal 20 Jahre! – gibt es das ‚Familienessen‘: drei Paare, sechs Schwule und jeder ist mit jemanden zusammen oder ist dessen Ex. Anfänglich haben wir jeden Sonntag zusammen reihum gegessen, wobei das gemeinsame Gespräch immer höher gewertet wurde als das, was auf den Tisch kam. Heute ist es nach wie vor nicht anders, auch wenn wir uns seltener sehen, vielleicht nun nur noch alle sechs bis acht Wochen.

Heute hatten L.+U. eingeladen  – Feldsalat mit Schmanddressing (was für ein Verbrechen, aber das ist hier üblich), Kürbissuppe (überraschend gut, da mal nicht so dick, sondern quasi ‚klar‘), Rinderbraten mit Rosenkohl und Spätzle (OK, da haben sie sich übernommen), Vanilleeis mit heißen Himbeeren (nun, richtig viel falsch kann man da ja nicht machen); insgesamt dennoch ein überdurchschnittliches Essen – E.+M. brachten Weihnachtsgebäck als Geschenke mit, wir steuerten ein Stück Stollen als Geschenk bei.

Gegen Ende des Essen wurde der Papst Thema, dann die katholische  Kirche an sich – und wie das so an solchen Essen ist, ein Thema gibt das andere. Jedenfalls habe ich dann irgendwann kurz angeschnitten, wie es mit meinem „Begehren“ mir so erging und fragte dann auch die anderen, wie es bei ihnen war.

Und plötzlich haben sechs Männer einfach mal die Hosen runter gelassen und erzählt, welche Probleme oder auch nicht sie hatten auf dem Weg zu kapieren, dass sie nicht der ’sexuellen Norm‘ entsprechen. Und es war eine überaus spannende Erkundung, was wen wie beeinflusst oder auch nicht hat. Echt reichhaltiger Stoff, viele Differenzen, viele Fragen, viel Kopfschütteln.

Wir waren schon immer ein offener Kreis – da wurde zur Lasagne auch gerne mal wortreich und plastische die Erfahrungen mit Geschlechtskrankheiten ausgetauscht – aber ich fand das heute echt besonders, weil keiner eine ‚Gesprächshoheit‘ beanspruchte.

Und es tut sichtbar nicht nur mir sondern auch anderen gut, wenn man das Kind, das Thema, den Schwanz und den Orgasmus beim Namen nennt. Ansonsten hätte ich nicht letzte Woche folgende Rückmeldung bekommen, die mich einfach wohl auch heute bestärkt hat, es  mal anzuspielen: „Ich fand’s sehr toll und finde es großartig, endlich jemanden zu haben, mit dem ich über das, was wir fast so oft wie Zähneputzen betreiben auch wie über das Zähneputzen reden kann.“

 

„Expertenwissen“

Gestern erhielt ich eine so lange SMS, dass ich mich gefragt habe, warum V. das nicht als Mail geschrieben hat. Aber wenn die junge Dame und Mutter meint … . Jedenfalls will sie eine erotische Geschichte für ein Magazin schreiben, in der es um eine Dreierkonstellation geht bei der einer der beiden Männer merkt, dass er zumindest bisexuell ist. Und da sie jetzt keinen Quatsch schreiben will, hat sie angefragt, ob ich hier da Input geben könne, wie dass denn so sei, wenn  man sowohl als auch und überhaupt.

Ein bisschen habe ich schon überlegt, aber dann ist mir eingefallen, dass sie ja in einem explitzit erotischen Roman schon mal einen von mir unter Pseudonym geschriebenen Artikel über meine Wichsphantasien und -erfahrungen gelesen hat und sofort wußte, dass er nur von mir stammen kann.Und schätzungweise ist sie damals auch auf meine ganzen Akt-Bilder gestoßen, von denen ein paar nicht jugendfreie nach wie vor im Netz kursieren.

Bin gespannt, welche Fragen sie haben wird. Und einen Zahn werde ich ihr bei der Geschichte auch noch ziehen müssen, denn Bisexualität entsteht nicht zu einem Zeitpunkt, sondern ist immer schon zumindest ‚vorgebahnt‘. Das heißt, die eine Person muss sie wohl verändert anlegen, damit es rund wird.

Weg des Begehrens (6)

Teil V

Der Weg in’s Bewusstsein, dass es so etwas wie Homosexualität einfach nur gibt – abgesehen von jeglicher gesellschaftlicher oder moralischer Bewertung – dauerte nach Erwachen der Sexualität über ein Jahrzehnt. Und erst dann konnte ich beginne mich damit auseinanderzusetzen, wo ich – sexuell gesehen – eigentlich hingehöre. Für zwei, drei Jahre begann eine nahezu asexuelle Zeit. Die Treffen und Nächte mit M. – die räumliche Entfernung war durch meinen Studienort noch weiter gewachsen – wurden seltener, es gab zudem mal die ein oder andere von einer Frau ausgehenden Vereinigung. Ansonsten war Onanie angesagt – und mir reichte das, denn: Es war vielleicht so etwas wie ein Brütezeit. Ich musste mich nicht für ein Geschlecht entscheiden, ich konnte mir Zeit lassen bzw. nahm sie. Das war bewusst so nicht gedacht und geplant gewesen und bewusst damals auch so nicht erkannt, denn ich sehnte mich, wie die anderen auch, nach Nähe, nach Wärme, nach Sex – aber irgendwo im Inneren war etwas, was mich warnte, mich auf irgendetwas einzulassen – es wäre eh eine Katastrophe geworden.

Die Uni-Mensa zeigte mir dann erneut, dass es auch hier Schwule gab, dooferweise war der schwule Mensatisch hauptsächlich von kreischenden und zu allem Überfluss noch übergewichtigen Tunten besetzt – und zu denen wollte ich nun wirklich nicht gehören. Aber die Augen, die Sinne und vor allem der angeblich ‚schwule Sinn’ waren geschärft. Eines abends beim wichsen stellte ich fest, dass ich am besten komme, am weitesten spritze, am lautesten stöhtne, es die größte Lust mir bereitete, wenn ich mir in der Wichsphantasie eben keine Frau mit einem Mann und mir als Dreier – eine alleinige Frau war schon länger von einem Paar abgeschafft worden – vorstelle, sondern die Frau schon aus dem Bett geschubst hatte und es allein mit dem Mann trieb … Das war der Moment, an dem sich eine Menge Puzzleteile wie von selbst sortierten, viele Dinge plötzlich einen Sinn gaben, offene Fragen sich in Antworten verwandelten. Von da ab bis zum meinem ersten ‚echten‘ Freund und kurz danach zu meinen Coming-Out waren es dann nur noch wenige Wochen.

Ich bin mir sicher, wäre ich in einer freieren Familie, in einer freieren d.h. aufgeklärteren Gesellschaft, in einem nicht so verkrampften CDU bestimmten Schulsystem aufgewachsen, vor allem ohne jene unverschämten und manipulierenden Fragen des Beichtspiegels, hätte es in meinem Umfeld auch nur einen Menschen gegeben, der erzählt hätte, dass es nicht nur Heten auf der Welt gibt … der Weg wäre nicht unbedingt einfacher gewesen, aber ein paar Jahre hätte ich schon sparen können.

Und auch wenn es ein bisschen pathetisch klingen mag: Bevor ich aber anfange mich aufzuregen, mich zu bemitleiden, denke ich an die schwulen Männer und Frauen vor mir, die noch weniger Hilfestellungen als ich hatten. Die für ihre Liebe bestraft wurden, in KZ’s kamen und ermordet wurden. Und ich denke an die Menschen, die nicht nach der ‚gesellschaftlichen Norm‘ lieben, die heute nach wie vor in bestimmten Ländern verfolgt, bestraft und getötet werden.

Aufklärung tut nach wie vor Not, nicht nur die sexuelle.

Weg des Begehrens (3)

Teil II

Hinzukam, andere Quellen, von denen es entschieden weniger gab als heute, hatte ich nicht. Bravo gab es bei uns zu Hause nicht – und ich bewegte mich weitgehend in katholischen Kreisen – also gab es die bei meinen Freunden auch nicht. Die wussten vielleicht schon das ein oder andere mehr – aber als guter katholischer Junge, dazu noch Ministrant und in Hinsicht auf den Beichtspiegel … . Meine älteren Brüder, die weiter waren als ich, erzählten mir weitgehend auch nichts, da wir uns nicht verstanden. Im Fernsehen war das erotischste was man sehen konnte ggf. ein nackter weiblicher Rücken oder eben einen Mann in Badehose, was ich ja schon immer interessant gefunden hatte und im Otto-Katalog mir lieber die Seiten mit der Männerunterwäsche anschaute, als die mit der Frauenunterwäsche. Für mich so ein Hinweis, dass die Sexualität genetisch vorgeprägt ist und soziale Einflüsse ihr so etwas wie einen Feinschliff verpassen – aber so richtig lege ich meine Hand für diese gewagte Theorie dann doch nicht ins Feuer.

Ich kann heute es ein kleinwenig für mich nachvollziehen, dass ich ab 14-Jähriger, sicher ab 15-Jähriger regelmäßig mit jemanden wichste, dass aber nicht als Sexualität ansah. Es war ‚Triebabfuhr‘ aber nicht Sex, denn der würde dann kommen, wenn man älter wäre. Und Sex ging ja nur in Verbindung mit einem Mädchen bzw. mit einer Frauen. Aber da ich eben noch nicht alt genug war, hatte ich Raum und Zeit es eben mit einem anderen zu füllen. Zudem Zeitpunkt wusste ich definitiv nicht, dass es Homosexualitäten gibt. Es gab nur das versteifte Glied in der Vagina – alles andere, und das war das gemeinsame, teilweise sehr ausführliche (gegenseitige) wichsen – eine Art ‚parasexuelle‘ Spielwiese.

Im Nachhinein verwundert es mich schon, dass ich das recht locker sah, und es mit mehreren praktizierte. Richtige Schuldgefühle hatte ich erst mit 18, als ich mit meiner zweiten Freundin T. meinen ersten ‚richtigen‘ Sex hatte. Immerhin wusste ich ja, wie das theoretisch zu funktionieren hatte, klappte auch praktisch durchaus problemlos und war – zumindest für mich – lustvoll. Wenn sie mir heute gestehen würde, dass ich zu den schlechtesten Liebhabern gehöre, oder gar der schlechteste gewesen sei – ich würde das in aller Demut sofort akzeptieren und nicht für ein Schamhaar aufmucken. Denn bis dahin war Sexualität die Befriedigung eines Triebes, oder man hat einem anderen geholfen – aber die Vorstellung der gegenseitigen Lustverschaffung, des gemeinsamen Lusterlebens gab es nicht. Die Entdeckung der Lust beim Sex kam spät.

Und noch immer, 18-jährig, gab es keine Homosexualitäten.

Teil IV

Von heute

Es gibt so Tage, da überlege ich lange, was ich denn hier schreiben könnte …

Aus dem heutigen Tag könnte ich wohl mehrere Einträge machen, aber, erstmal einen:

  • D. will von mir wissen, ob ich abgenommen (!!!) hätte. Ich verneine wahrheitsgemäß, denn das Gegenteil ist der Fall – aber sie glaubt mir nicht und bleibt bei ihrer Wahrnehmung. Was an sich nicht schlimm ist, aber die Gefahr besteht, dass sie den „starken Gewichtsverlust“ problematisieren könnte.
  • Beim Telefonat mit P. ist mir aufgefallen, dass ich wie ein was-auch-immer durch die Wohnung laufe, wenn wir telefonieren. Sitzen und telefonieren geht zu Hause überhaupt nicht. (Achtung: Das ist ein indirekter Insider.)
  • P. will sich ein neues Rad kaufen, fragt mich um Rat und Idee, irgendwann ist auch das Thema Ständer dran. Überraschend klar und offen er: „Dass das Thema Dein ist, war mir ja klar, so wie Du auf Ständer stehst.“
  • Frau B. war zusammen mit Herrn J. zu Fotos hier. Er weigerte sich allen meinen ‚Anweisungen‘ zu entsprechen, außer der einen, dass er sich auf den Stuhl setzte. Ansonsten schaute er weder in die Kamera noch an ihr vorbei noch … Ich bin ja selber Misanthrop, ab deswegen ätze ich doch die anderen nicht runter!
  • Die Nachbarn gießen Fr+Sa Blumen, also kann ich gen Bodensee in der Hoffnung auf Hetensex.
  • Heute habe ich mich beschimpfen lassen müssen mal als „Macho-Arschloch“ und dann als „Brüllaffe“.

Einkaufen und gedankliche Folgen

Ich war heute zwei Mal einkaufen. Das zweite Mal aber nur, weil ich einen Becher Sahne vergessen hatte.

Danach habe ich mich im Spiegel betrachtet, ob ich irgendein Mal hätte, oder noch ne Nudel an der Wange, oder … was weiß ich.

Denn ich bin selten von den Miteinkaufenden, VerkäuferInnen und KassiererInnen so intensiv gemustert worden. Und ich hab‘ mich gefragt, glauben die jetzt, dass ich ein Schwerverbrecher bin oder finden die mich einfach nur sexuell attraktiv (hey, man wird doch wohl noch träumen dürfen!).

Immerhin waren zwei dabei, also, da wäre mir die zweite Variante …

Männerschutz

Es sind ja nur wenige Männer, die den Blog hier mitlesen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man sich mal real trifft ist – bis auf die, die ich eh schon kenne – verschwindend gering. Und schätzungsweise ist der größte Teil der wenigen Männer, die hier mitlesen, nicht schwul – und könnte daher Angst haben (was Heten-Männer sich immer einbilden, nur weil sie einen Schwanz haben, dass Schwule uunnbbeeddiinnggtt mit ihnen Sex haben wollen) dass ich sie anbaggern werde. (Ihr lieben Heten-Männer, nur mal so gesagt: Wir Schwule gehen nur mit Typen in die Kiste, die wir irgendwie mögen, oder weil die Typen irgendetwas versprechen. Ein Schwanz zu haben reicht nicht aus. Sorry für das.)

Denen sei gesagt. Lasst euch einen Bart wachsen bzw. rasiert euch einfach drei Tage nicht. Dann könnt ihr noch so geil aussehen, noch so ne hübsche Beule haben, noch … Bart (egal ob Viertel-, Halb- oder Vollbart oder alle möglichen bzw. unästhetischen Varianten) geht einfach gar nicht.

Das ist mir klar geworden, als ich mir meinen Vollbart mal wieder auf die perfekten 4,5 mm stuzte und ich mich mal wieder wunderte, dass der Bart an manchen Stellen schneller wächst als an anderen.

Einbildung oder gibt es das wirklich?

 

FSK 18

Beim Einschlafen auf dem Sofa vorhin drängte sich ein irrer Porno in mein Halbbewußtsein und ließ mich mit der Frage aufwachen, ob es wirklich angebracht wäre, das Sperma, dass der Ehemann mir in den Mund spritzt, seiner Frau weiterzuleiten, wärhrend ich in ihr bin.

Dann halt so

Der Sex heute Nacht mit B. war mal wieder ausergewöhnlich gut. Warum er ihn in der Halböffentlichkeit haben wollte ist mir genauso schleierhaft, wie das Experiment mit den einmal mit Salzwasser und einmal mit Süßwasser gefüllten Hunden.

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich gerne mal irgendwie einfach nur schlafen möchte?

H. is calling

H. bekommt von mir jährlich die Sylvesterkarte, dafür bekomme ich unter dem Jahr mal eine Urlaubskarte von ihm – und das ist unser Kontakt. Seit Jahren schon. So richtig lebendig war er ach nur am Anfang, als er bei mir vor der Kamera stand und wir dann – aber Stunden später – in der Kiste gelandet sind. Ich hab nach Sex selten so einen glücklichen Menschen gesehen wie ihn, denn für ihn war es der erste ‚richtige‘ Sex mit einem Mann, d.h., ich hatte ihn von vornherein als schwul angesehen (gut, das er verheiratet war und zwei Kinder hat — was solls?) und ihn auch klar wissen lassen, dass er ein verdammt attraktiver Mann ist. Er hat sich das erste Mal erobern lassen und nicht irgendwie Rubbelaktionen mit Leuten hinter Büschen gehabt, die er nicht wirklich mochte. Er ist das einzige Modell, mit dem mir das passiert ist – sonst trenne ich Foto und Sex dann doch absolut. Bei ihm bereue ich es auch nciht, denn wir konnten und können das sehen was angesagt ist und mischen es auch nicht.

Etwas später stand ich ihm Modell und hatten nach getaner künstlerischen Arbeit noch Zeit für ein hübsches Schäferstündchen auf einer 80-cm-Matratze. Wieder etwas später hatten wir ein sehr ertragreiches 3er-Shooting, dessen Fotos ich hüte wie ein Augapfel.

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Das ist eins der Fotos, die damals entstanden. Ich lasse jetzt mal komplett offen, wer wer ist und wer wo stand oder lag. Ist ja auch nicht so wichtig.

Nun über flickr seit Tagen Mails. Krise, privat wie beruflich. Mir noch unklar, worin es genau besteht. Aber da ich gelernt habe, Fragen zu stellen … Und, dann doch etwas überraschend hat er durchblicken lassen, wir sollten mal wieder zu den Apparaten greifen. Da er jünger als ich bin, wird es sich bei ihm noch lohnen – ich bleib als Modell für die nächsten 20 Jahren außen vor.

Weltidee

Also, ich werde jetzt ein neuartiges Bett konstruieren, d.h. vielmehr eine intelligente Matratze. Die besteht dann aus ein paar tausend kleinen Kolben, die mit irgendeinem tollen Geel gefüllt sind. Legt man sich auf die Matratze, drücken die Kolben das Geel in ein extra Behältnis. Steht man wieder auf, strömt durch ein anderes Ventil, weil die Matratze unter Unterdruck oder Überdruck steht (das muss ich noch rausfinden) wieder Geel in die Kolben. Und jetzt kommt die eigentliche Weltidee: An den Ventilen ist geschickterweise immer eine kleine Turbine angebracht, so dass bei aus- wie beim einströmen des Geels man Energie (!!!) erzeugen (!!!) kann!!!.

Das heißt, hat man heftigen, leidenschaftlichen Sex bewegt man sich ja durchaus auf der Matratze und bringt so die Kolben in ein beständges auf und nieder, d.h., die Stromerzeugung wird dementsprechend hoch sein. Selbst beim wichsen kommt es dann logischerweise zu einer höheren Stromerzeugung.

Für viele wird es also heißen: Habt viel heftigen Sex, dann habt ihr viel selbstproduzierten Strom

Für Menschen wie mich wird es zudem heißen: Neben dem vielen heftigen Sex bist Du eh so ein verdammt unruhiger Schläfer, dass Du wohl die meiste Energie erzeugen wirst.

Denn nur einer wie ich, der sich Nacht für Nacht von der einen Seite auf die andere wirft, hat überhaupt noch das Potenzial übrig, auf so eine Weltidee zu kommen. Wer sich gegen Gewinnbeteiligung an der Entwicklung beteiligen will, der mag sich bitte einfach melden. Wer einen schönen Namen für diese Art von Bett findet, bekommt dann eins geschenkt!

David Bowie

Als ich heute morgen von seinem Tod aus dem Radio erfuhr war mein Gedanke: „Hä, der lebte noch?“

Wie man sieht: Ich bin kein Bowie-Fan und ohne die Nachhilfe aus Funk und Fernsehen könnte ich auch nicht einen einzigen Song von ihm nennen. Viele werden jetzt Kübel von Schande über mich kippen – das mag genauso gerechtfertigt sein wie auch nicht.

Spannend wurde es für mich, als ich mich begann zu erinnern, wie Bowie eigentlich aussah. Und da erinnerte ich mich sehr, sehr  gut wie viel Angst er mir immer gemacht hat. Mit seiner selbstbewußten androgynen Erscheinung hat er mir nämlich schon immer (s)einen heftigen Spiegel vor Augen gehalten.

Als ich im Studium war und regelmäßig in der Mensa essen ging, begab es sich, dass mein Stammplatz immer in der Nähe des schwulen Stammtisches war und ich, unbeleckt und noch unschwul, die immer anstarrte und mir klar war: Nein, kreischende Männer mit abgestreckten kleinen Finger sind einfach affig. Blöd war nur, als mir klar wurde, dass ich gerne Sex mit Männer habe, dass ich Angst hatte: Wer schwul wird / ist, muss sich so affig benehmen. (Unter uns: Ich konnte das dann auch mal für eine Zeit richtig gut – war mir aber absolut zu anstrengend.)

In der Zwischenzeit weiß ich, dass Bowie wie Mercury mir einfach deswegen Angst machten, weil ich irgendwo in mir wusste, dass ich ein bisschen wie sie bin (also sexuell gesehen, nicht musikalisch, da reiche ich denen nicht einmal den halben kleinen Fingernagel) und mich als guter junger Mann aus extrem guten katholischem Hause davon natürlich zu distanzieren hatte – mit aller Gewalt.

Was ich heute so von Bowie gesehen habe: Könnte sein, dass er nachträglich für mich ne Ikone wird.

 

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Leben berührt - Gedichte und Geschichten

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

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