Durch die Zeit

Tag: Supervision

Was ist schon weit

Gestern in der Laberrunde mangels aktuellem Thema wurde dann ‚alt werden‘ behandelt. Als Jüngster in der Runde konnte ich nicht wirklich etwas zum Thema beitragen und beschränkte mich aufs Zuhören. Gegen Ende der Stunde forderte mich aber die Supervisorin auf, meine Sicht als „Jungspund“ zu äußern. Zwischenzeitlich war mir aber nur eingefallen, dass ich beim wichsen lange nicht mehr so weit sprizten kann wie einst als echter Jungspund. Aber das habe ich mir dann doch als Beispiel verkniffen und mich in irgendwelche Allgemeinplätze verloren,

nulla dies sine linea (*1)

Zusammen mit „homo sum, humani nihil a me alienum puto“ (*2) meine zwei … ja was? … Leitsprüche … Lebenssprüche … Lebensansprüche?

Egal, mir gefallen beide ausnehmend gut und spiegeln mich bzw. meine Ansprüche an mich ganz gut wieder. Es war in der Schulzeit, als ich mit einer Klassenkameradin mal eine Diskussion hatte, wie denn wir uns in der NS-Zeit verhalten hätten. Was sie sagte, weiß ich nicht mehr, aber mir wurde damals klar, dass ich zum Widerstandskämpfer wohl wenig getaugt hätte. OK, damals wußte ich noch nicht, dass ich schwul bin – vielleicht hätte das meine Ausage damals etwas geändert.

Und den Titel meine ich bei Satre als Jugendlicher gelesen zu haben – aber dafür lege ich meine Hand sicher nicht ins Feuer. Eine Stunde am Tag wollte ich, so habe ich mir damals vorgenommen, lesen. Natürlich habe ich das nicht durchhalten können – so wie heute. Klar, ich habe in der Zeitung gelesen, etwas im Internet – aber das zählt alles für mich nicht, denn das bezog sich auf Literatur. Heute kam ich noch nicht dazu (und werde wohl auch nicht dazu kommen), gestern begeisterte mich ein Ralf-König-Comic (11.000 Jungfrauen), den ich noch gar nicht kannte und morgen – ich habe frei – muss ich zwei Texte schreiben, auf den Markt gehen, Bibel lesen (aber das zählt irgendwie nicht) und dann kommt für das Wochenende Ersatzsohn T.

Das schreib ich, glaub ich nur deswegen, um nicht schon wieder zu schreiben, dass mich die Supervisorin in der Laberrunde schlichtweg begeistert. Die hat heute mit zwei Sätzen einen Druck von mir genommen, weil sie eben mein Ding von einem Schritt Abstand sehen konnte.

Dennoch: Morgen weiter im „Das Büro“, Band 2.

___________________
Für die, die nicht das GROSSE Latinum haben wie ich (immerhin mit genau 5 Punkten mühseeligst ersessen, weil das der Deal mit dem Lateinlehrer war, weil sonst der Grundkurs nicht zustande gekommen wäre):

*1: Keine Tag ohne Zeile (Näheres HIER)
*2: Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches, denk ich, ist mir fremd. (Näheres HIER)

Laberrunde

Ich glaube, ich habe bei der Supervisorin ein Stein im Brett. Als ich in der Eingangsrunde das mit den diffusen Schmerzen in den Händen erwähne, strukturiert sie die 90 Minuten dann so, dass ich auf alle Fälle noch Thema werde. Irgendwie ist mir das nicht recht, irgendwie aber schon.

Ich erzähle also etwas, und bevor auch nur jemand von den anderen zu Wort kommen kann, ergreift die Supervisorin das Wort und hat das Bild, dass die Schmerzen davon kämen, dass ich gerade alles tun muss, um nicht zu tun. Das nicht-tun (dürfen und können) wären die Ursache. Ich muss grinsen, denn eine fast gleiche Interpretation gab es vor ein paar Tagen.

Bei aller Liebe. Ich glaube zwar schon, dass die Schmerzen auch psychosomatische Gründe haben, aber ausschließlich denke ich dann doch nicht.

Wochenende hat sich meine beste Freundin schon für ein langes Telefonat angekündigt, sie ist Ergotherapeutin und wohl nicht die falscheste Ansprechpartnerin.

Ansonsten machen die Tabletten müde. Noch in einem handelbaren Rahmen, sollte das mehr werden, dann sollte ich sie wohl absetzen.

Ich bin es echt nicht gewohnt ‚krank‘ zu sein oder ‚Schmerzen‘ zu haben.

Laberrunde, die x.te

Heute war’s mal so richtig langweilig. Da kein Fall vorhanden war, manchmal glaube ich, ich bin der einzige, der überhaupt noch Dienste macht, ging’s um’s altern. Ich hab‘ mich dann meditativ in den Anblick der drei Kerzen vertieft und mich mal nicht gewundert, warum jeder, der etwas erzählt, alles mindestens zweimal erzählen muss.

Abschlussrunde unkonventionell mit der Frage: „Wie möchten Sie altern?“ Als ich an der Reihe war unterbrach die Supervisorin: „Ach Herr B., dass müssen Sie echt nicht beantworten – so jung, wie sie noch sind!“

Alles ist relativ.  Morgen kommt die Nichte meines Mannes, ab Sonntag haben wir den Neffen von E. für eine Woche zu Gast … die sind jung!

Definitv für Grundeinkommen!

Monatliche Laberrunde, in die ich ja seit der neuen Supervisorin gerne gehe. In der Eingangsrunde eine Kleinigkeit erwähnt und eigentlich gar kein Interesse daran gehabt, es in der Runde zu besprechen. Und überhaupt, die Welt kann mich gerad mal kreutzweise, aber sowas von!

Die Supervisorin lässt aber nicht locker, will unbedingt wissen, wie ich mit der Situation umgehe, wie belastend es sei, wie ich das aushalte. Und weil das so eine Art Sondergebiet ist muss ich ein paar Fakten vorab aufzeigen. Die Gruppe ist plötzlich wie paralysiert: acht Augenpaar hängen an meinen Lippen und statt das in Kürze abzutun, weil ich der Welt gerade echt kein Wort gönnen will, werde ich eine Stunde lang mit Fragen und Nachragen und Überlegungen überschüttet – eine total überwältigende Aufmerksamkeit. Und erst mit Hilfe der Supervisorin dämmert mir langsam, dass aus all den Fragen, auch den kritischen, nicht nur Respekt und Achtung, sondern wirklichs Anerkennung für die Arbeit auf diesem Sondergebiet spricht. Und als wir zum ‚gemütlichen‘ weihnachtlichen Teil übergehen – bei alkoholfreiem (!) Sekt, drei Fischcremes, einem mehr als mißratenem Zwiebelkuchen und meinen Pizzaschnecken, die ruhig auch besser hätten sein können – sprechen mich zwei noch extra darauf an.

Die Gruppe findet meine Arbeit toll. Der Vorstand vom Verein lässt auch immer durchblicken, wie froh er sei, dass ich mitarbeiten würde. Der Projektleiter weiß ob des Lobes keine Worte mehr. Ein Abteilungsleiter stürmte heute in die Tür, um mit einem „Klasse gemacht die Seite, da sieht man, wer was kann“ sofort wieder rauszustürmen. Das Lehrling meines Mannes war ganz glücklich, als mit ihr ihre Bewerbung durch bin und das ein oder andere sagen konnte , und und und …

Das Doofe daran – und deswegen kann mich die Welt gerade kreutzweise, am und im Arsch lecken, aber sowas von: Diese ganzen Lobs und Anerkennungs und Respektes und Achtungs sind ja schön und gut – aber warum finde ich, wo ich anscheind so doof und unpraktisch dann doch nicht bin, keinen Job? Und warum haben dort, wo ich jetzt noch zwei Wochen arbeite, Typinnen und Typen , die mehr als sich das Schild „Ich-bin-wichtig-ach-was-sehr-wichtig“ umhängen nicht können, einen guten, wenn nicht gar richtig gut bezahlten Job? Ich kenne jetzt mindestens drei dort, die aufgrund ihrer totalen Unfähigkeit – „Äh können Sie mir mal sagen, wie ich das Internet wieder aufbekomme, dass ist plötzlich weg, das war aber noch nie so und gemacht habe ich auch nix“ so der Anruf in der Technikabteilung, als die werte Kollegin ihren Browser geschlossen hatte) – in der freien Wirtschaft nicht einen einzigen Monat überleben würden.

Und zu allem Überfluss hat mir heute Nacht mit meine Exfreundin noch so gekonnt einen runtergeholt, dass ich total abgegangen bin und das Sperma nur so klatschte. Aber: Ich hab dem ganzen total entfremdet zugeschaut und nichts gefühlt, nichts gespürt, nichts erlebt derweil. Selbst auf die seltenen erotischen Träume ist kein Verlaß mehr!

(3 x 4) + (2 x 2)

Nach der monatlichen Laberrunde – die ich bald umbenennen muss, denn die neue Supervisorin ist echt klasse und diese 90 Minuten beginnen richtig wertvoll zu werden – M., C., und M. zu einem einfachen Abendessen. Aus Zeitgründen und Einfallslosigkeit gab es halt Chili con carne, nen Salat und als Nachtisch ne Himbeercreme. Erst als ich mir dann so richtig bewußt wurde, dass die drei ja Frauen sind und Chili ja eher doch ein Männeressen ist, bekam ich so meine Bedenken.

Aber den Rest einfrieren lohnt nicht, das reicht gerade morgen noch für ein kleines Häppchen. Einen Nachschlag kennt man ja noch, zwei kommen schon vor. Aber das drei Frauen vier mal sich nachgeben lassen (und zwar Männerportionen, nicht Schi-schi-Portionen) das kommt schon eher selten vor, will heißen: das war einmalig.

Der Verdienst geht an den allgemeinen Hunger bzw. an meinen Mann, denn der hat gekocht.

Laberrunde

(Eigentlich sollte ich dafür mal langsam ne eigene Kategorie aufmachen. Wenn ich mich so richtig beobachtet habe, dann schreibe ich ja fast jedes mal über die Laberrunde. Also kann es mir soo unwichtig ja gar nicht sein. *grübel*)

Heute zum ersten Mal im Arbeitsmodus.

Die Supervisorin lässt keinen Zweifel daran, dass sie jedem/r zu Beginn und zum Abschied die Hand gibt. Damit hat sie schon 77 Steine bei mir im Brett gewonnen. Ich finde dieses Handgeben für eins der tollsten und geilsten und was-auch-immer-Rituale, die es gibt. Selbst eine echte Umarmung toppt das nicht, denn wann umarmt man schon mal seinen Chef? Vor Jahren war ich mal als Unternehmensberater unterwegs und … abgekürzt: Ich habe jedenfalls von ersten Tag an ‚eingeführt‘, dass man sich die Hand gibt. Später waren das zwar dann zehn und das dauerte und war manchmal auch kompliziert – aber die Geste ist nicht nur eine leere Geste sondern sie wirkt: Man ist verbindlicher, man hält vielmehr das Wort, die Witze sind weniger bösartig und – das war und ist das Wichtigste – über den Händedruck werden Informationen ausgetauscht, die man mündlich gar nicht rüberbringen kann in dieser Zeit (und auch nicht da zwei Stunden Gespräch).

Die Supervisorin lässt zudem keinen Zweifel daran, dass sie das Ganze moderiert. Hallo? Ich dachte SupervisorInnen sitzen immer nur da, damit sie Geld verdienen.

Nach der Einstiegsrunde – „Wie bin ich heute da“ – hat die Supervisorin vier verschiedene Themen für den Rest der eineinhalb Stunden lokalisiert. Hallo? SupervisorInnen denken mit?

Bei Fallbesprechung Nr. 1, 2, und 3 gibt die Supervisorin das Thema erstmal zurück in die Gruppe, sammelt und – hat anschließend eine Meinung. Erklärt Zusammenhänge, macht auf psychische Prozesse aufmerksam, erklärt Verhaltensweisen … Seit wann glänzen SupervisorInnen mit Fachwissen?

Das war heute wirklich bereichernd, unterstützend, hilfreich, ermutigend … wie ich das noch nie erlebt habe. Und: Ich habe wirklich was gelernt, habe Zusammenhänge (neu) sehen können, kann ein paar Dinge anders und besser einordnen.

Wenn diese Supervisorin auch ne 14-tägige Gruppe leitet, dann werde ich mich ärgern – ich bin ja in der Monatsgruppe.

 

P.S.: Wie man sehen kann, den Handgelenken geht es besser – aber ich habe seit 13 Uhr auch nicht eine Taste gedrückt oder sonst wie die Gelenke durch anstrengende oder rhythmische Tätigkeiten belastet.

Leicht ist was anderes

Ich bin ja echt kein Freund von der Supervision, zu der ich 14-tägig hin muss. Meist wird ja eh nur gelabert, dass gelabert ist, so nach dem Motto: „Lasst uns reden, denn wer redet, ist nicht tot“ (frei nach Gottfried Benn), wobei halt die Tätigkeit im Vordergrund steht und nicht der Inhalt.

Aber gestern bin ich ‚gerne‘ hin, denn dan brannte mir dieser eine Vormittag nach wie vor auf der Seele.

OK, es war gut zu erzählen, gemeinsam „hinzuschauen“. Aber als I., die ich kaum kenne, aber die eine ähnliche Situation hat durchstehen müssen, auf mich zukam mit den Worten: „Komm, lass Dich mal umarmen“ … da war das der erste Moment, an dem ich mich echt etwas entlastet fühlte aber mir auch klar war: Das wird an mir kleben bleiben!

Wohl doch nicht

Supervisionsgruppe Nr. 2, an der ich alle sechs Wochen teilnehmen muss / sollte, soll aufgelöst werden. Ich bin echt kein Freund von diesen Gruppen und Runden, wennn nicht ernsthaft gearbeitet wird. Das ständige „hinfühlen“ geht mir dann doch meist gehörig auf die Nerven, of ist da so wenig Substanz.

Hätte man gesagt, Supvervisionsgruppe Nr. 1 wird aufgelöst, hätte ich wohl mit den Schultern gezuckt, aber bei Nr. 2 habe ich richtig contra gegeben. Fazit: Es wird nochmals neu überlegt – und dabei werde ich tatkräfitg helfen.

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