Durch die Zeit

Tag: T.

WSMDEGT 10/16

Wie schon auch letzten Monat fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag.

00:45 – Doch noch eine Mail an U., der ich wohl etwas hart über den Mund fuhr, als sie schon wieder mit ihrem Thema begann, was im Grunde schon seit zwei Jahren geklärt ist. Aber die Nerven lagen da schon blank.
01:30 – Doch mal ins Bett.
06:48 – Beim Aufwachen das Gefühl, es könnte Schnee liegen. Es regnet aber ’nur‘.
06:51 – Das Bad ist kalt:
06:59 – Warum steh‘  ich eigentlich nicht auf frisches Brot, wie all die anderen?
07:18 – Immerhin heute mal pünktlich an der Straßenbahn.
07:36 – Arbeitstrott – es gibt sogar etwas zu tun.
09:35 – Die Sekretärin will wissen, warum ich so „voll Scheiße“ aussehe. Ich spare mir die Erklärung.
09:37 – Die Sekretärin bittet mich in der Personalabteilung anzurufen, ich hätte mich vergessen einzustempeln.
09:39 – Mein Mann ruft an und sagt nur: „Ham wa“.
10:30 – Es ist definitiv – fertig wird heute nix, weil dauernd …
10:55 – Straßenbahn schon zurück, denn …
11:17 – …soll T. mit dem Zug ankommen.
11:33 – rollt dann der Zug mit „5 Minuten Verspätung“ ein.
11:50 – Reden, Tee trinken, Pfannekuchen machen, Pilze machen
12:15 – Kommunikatives Mittagessen
12:50 – Rückzug hinter den Computer. Eine ‚Kategorie‘ ist eine ‚Kategorie‘ die eine ‚Seite‘ ist – bei ihr. Bei WordPress gelingen ihr Sachen, die ich noch nie gesehen habe – keiner kann sie aber (er)klären. Leise Zweifel, ob sie überhaupt etwas von mir lernt.
15:50 – Zeit für ein Spaziergang, doch vorher kurz Zugzeiten checken. Der, mit dem sie fahren wollte fällt aus, entweder jetzt oder erst in drei Stunden mit unsicherer Prognose. Da die Kinder ‚warten‘ …
16:27 – Wir holen ein paar wenige Küsse nach … und jede/r denkt vermutlich so ihren / seinen Teil. Die Gemengenlage ist aber auch etwas appart.
16:37 – Der Zug ist auf die Minute püntklich und weitgehend leer.
16:45 – Kurz auf der Post. Päckchen holen. Nächste Whiskey-Lieferung die mir –  wie sollte es anders heute sein – T. geschenkt hat.
16:55 – Kurz Mails etc. checken
17:10 – Tageslektüre: 3 Seiten „Die besten deutschen Gedichte“ und 10 Seiten Jürgen Neffe: „Marx, der Unvollendete“.
18:00 – Auf die Minute Abendessen, mein Mann muss noch weg, ich später ja auch. Bis dahin schimmel ich echt ne Runde ab.
19:39 – Wieder auf der Straßenbahn
19:55 – Längere Übergabe, da ich I. lange nicht gesehen habe und wir uns, obwohl wir uns kaum kennen, sehr, sehr mögen.
20:10 – Scheint ruhig zu beginnen. Aber das schien dann nur so.
23:00 – Die Ablöse ist pünktlich. Und da G. gestern auch dabei war, will sie mir gestehen, wie schrecklich sie den Abend fand. Wir kommen in einen kleinen, für mich überraschend gleichmeinenden, Austausch und entwicklen zwei Ideen, von der die eine ich wohl morgen gleich auf den Weg bringen werde. Daher erst …
23:35 – … zu Hause. Mein Mann ist überraschend noch wach, eins kann ich noch loswerden.
23:55 – Wein und TV – ich werd‘ sicher noch eine Stunde brauchen – aber der Ersatzsohn T. kommt morgen sicher nicht vor, da reicht es dann mal für einen Mittagsschlaf.

 

Das und dies und jenes

Überraschenderweise nochmals die Sonne auf dem Balkon genießen können. Bekomme derweil von P. über Mail ein Foto in ähnlicher Situation (wenn auch in schönerer Umgebung).

Anruf von H., kurze Rückfrage bei C. und nach zwölf Minuten ist klar: Im November machen C. und ich unsere jährliche Lesung, diesmal Robert Musil.

Dann Lust das Abendessen mit A. und T. etwas zu pimpen und da uns vieles fehlt machen wir dann Griesschnitten mit Zimtzucker und gedünsteten Äpfeln … manch Einfaches ist einfach nur gut.

Frau Merkel scheint mir leicht angepisst zu sein während Herr Schulz sie viel zu oft annickt. Damit ist die Wahl definitiv gelaufen und die bleierne Zeit wird weiter gehen. Man kann nur hoffen, dass sich die SPD in der Oppsition sich aufrafft um dann endlich mal wieder zu ihren Wurzeln zurück zu kommen um dann auch Paroli bieten zu können.

Die Gedanken sind frei

Irgendwie nett die Gedanke, T. wäre heute überraschend vor der Tür gestanden. Hätte etwas Stress gemacht wg. Dienst, aber vielleicht hätte ich den auch noch von der Backe bekommen? Aber ob ich dann auch jetzt nochmals der Nacktheit und der Sonne so gefrönt hätte, obwohl sie, wie sie schrieb, heute auch mal ohne schwimmen war? Aber das „Was-wäre-gewesen“ hebe ich mir für’s einschlafen auf. Da habe ich ja dann die Wahl, ob ich es so gestalte, dass ich gut einschlafe oder mich mit einem Ständer beschäftigen kann.

Aus der Nacht

Heute nacht geträumt, mit meiner Ex-Freundin T.  und meinem besten Freund P. Sex zu haben. Die beiden etwas zurückhaltend, da sie sich gar nicht kennen, aber ihnen scheint es Spaß zu machen, dass ich mich abwechselnd um sie bemühe. Überraschend schnell kommt P. zu einem gewaltigen Orgasmus. Ich bin fast neidisch – hä? – ich bin neidisch wie viel und wie weit er sein Sperma auf seinem Körper im Knien verspritzen kann. Andereseits freut es mich wiederum, dass die Situation ihn so geil macht(e).

Ist ‚t‘ nicht auch die Abkürzung für ‚Zeit‘?

Heute eine lange Mail von T. bekommen, nachdem ich mich bei ihr ‚entschuldigt‘ habe, dass ich nicht, als ich auf Familienurlaub war, bei ihr vorbeigeschaut habe. Aber die Besuche bei Muttern sind zeitlich eh immer auf Kante genäht – denn eine Anstandszeit muss es ja schon sein, aber zu lange will ich dann auch nicht. Dann ‚wollen‘ die Geschwister mich ja noch sehen, eine Rote muss ohne wenn und aber sein … und dann ist die Zeit meist auch wieder vorbei.

Gut, wenn ich ein, zwei Züge vorher genommen hätte – aber ich hatte nachts davor ja noch einen Notfall psychisch zu verarzten (warum habe ich darüber noch gar nicht geschrieben?) – und Muttern gesagt hätte, ich komme ein, zwei Stunden später, wäre schon etwas Zeit gewesen. Aber hätte die gereicht? Nach der Mail heute: Nein. Wenn sie mitgewandert wäre die 20 km, das wäre es gewesen – aber hätte sie sich so schnell einen Tag frei nehmen können?

Ich hatte noch überlegt, wo ich sie reinquetschen könnte – aber dann lief mir die Zeit doch etwas in die Ecke, da ich ja in erster Linie die krebskranke Tante besuchen wollte – denn nichts ist von Ewigkeit.

Jetzt habe ich sie auf das Wochenende eingeladen, wo ich ja reichlich Zeit für vieles habe – und ich würde mich tierisch freuen, würde es so ’spontan‘ klappen, aber bei einer Mutter von zwei halbwüchsigen Kindern mit x Verpflichtungen ist das wenig wahrscheinlich.

Andereseits: Hätte ich mich nicht entschuldigt, hätte sie dann auch das alles geschrieben, was sie geschrieben hat?

Immer noch …

… out of order.

Vom Arbeitsplatz aus aber  schnell ein paar Sprengsel der vergangenen Tage:

  • Als T., der 16-jährige Neffe von E., eintrifft, ist es ganz normal, dass wir uns zur Begrüßung umarmen. Meinen Tanten und Onkels habe ich damals höflich die Hand gegeben, sie mir auch – mehr gab es da nicht an Körperkontakt.
  • Bei den Vorstandswahlen in Verein 1 erhalte ich doch tatsächlich die meisten Stimmen.
  • Auf der Todesanzeige für meinen Onkel – den ich seit dem Tod meines Vaters nie wieder gesehen habe – hat man hinter jedem seiner Vornamen ein Komma gesetzt.
  • Ich glaube, ich bin deswegen schwul, weil ich Frauen einfach nicht kapiere. Wenn eine Frau Sex will, sitzt sie als Aufforderung dann mit verschränkten Armen unter einer Decke und schaut fern?
  • Dreimal dabei ‚erwischt‘, dass meine Intuition echt hilfreich war.
  • Die Internetlosigkeit ist gar nicht mal so schlimm, aber bloggen und Bilder gucken vermisse ich schon etwas.

2 + 2

Da scheinen sich zwei „Sorgenkinder“ herauszukristallisieren. Bei P. nach wie vor alles arg unklar und damit auch leicht beängstigend und bei B. wohl so ein Beziehungsgedöhns.

Im Gegenzug ist die Exfreundin gerade sehr schreibfreudig und ausgeschlossen und plötzlich meldet sich auch noch A. aus der Vergangenheit.

Alle Jahre wieder

Gestern das alljährliche Treffen mit der Ausbildungsgruppe, das sechste Mal. Fast alle waren da, auch die, die schon nicht mehr mitmachen. Und wie immer zu Beginn ‚Stuhlkreis‘ mit der Frage: „Wie bin ich hier“. Erfahrugnsgemäß dauert dieser Runde gut zwei Stunden – und ich war so klug, und hatte vorher etwas gegessen.

Das hat schon etwas leicht magisches, wenn man sich dann trifft und innerhalb von Minuten wieder eine Vertraulich- und Offenheit herrscht, die man andernorts echt lange suchen muss. Man nimmt wirklich dadurch irgendwie am Leben der anderen teil, und es bedarf nur Stichtworte und komplexe Zusammenhänge sind wieder präsent. Jede/r packt halt aus, was war, was gerade beschäftigt. Das ist natürlich ein weites Spektrum. Relativ viele Todesfälle waren zu verzeichnen, ein paar schwierige Lebenssituationen, die ein oder andere Krankheit. Aber auch ne neue Beziehung bei M. 1, was echt alle richtig freute.

Natürlich sind da auch ein paar Leute darunter, die irgendwie von einem anderen Stern sind. M. 2. beispielsweise, die das letze Mal nur von ihrem Hund sprach, den sie dann Tage später wieder abgegeben hat und fröhlich ihre Jobs wechselt wie ich die Unterwäsche. Kann sie sich nur dadurch leisten, dass ihr Ex-Mann so doof ist und blecht, dass sich die Balgen bieten. Oder T., die vor zwei Jahren beschlossen hat, jetzt doch nicht lesbisch zu sein, sich einen Mann geangelt hat, in einer schicken Wohnung lebt und sich um den neuen Hund weit aus mehr kümmert, als um ihre 10-jährige Tochter, die in der Schule gemobbt wird. T.’s Hauptthemen waren der Hund und ob sie sich noch eine dritte Eigentumswohnung kaufen sollte. Nach ihr war zufällig ich an der Reihe und machte die Stimmung etwas kaputt, als ich schilderte, dass ich wohl bald wieder auf der Straße stehe, mein Mann gerade auch seit Wochen in der Krise ist und wir irgendwie so überhaupt nicht finanziell abgesichert sind (was bei den anderen aber sowas von defintiv der Fall ist).

Wurde dann aber doch noch ein heiterer Abend, auch wenn meine (erste) Tarte Tartin keinen großen Anklang fand (es gab einfach zu viele Nachtische) und meine kleinen Käsetartes irgendwie auch etwas untergingen in dem Gewusel.

 

„Was machen wir nun?“ – „Wir warten.“

Ersatzsohn T. ist gerade da. Beim letzten Mal als er hier war, erzählte er, dass es bei ihm in der Schule „betreutes Lesen“ gibt. D.h., die Klasse liest im Unterricht ein Buch – jeder für sich das selbe Buch – und wenn dann ein Wort oder was auch immer unklar ist, dann wird das mit Hilfe des Lehreres gekärt, auf ein Kärtchen geschrieben und über diese Kärtchen gibt es später einen Test. Nun, für den Lehrer hat das sicherlich Vorteile, denn eine Unterrichtsvorbereitung fällt für ihn aus. Ich weiß zudem nicht, ob ich das jetzt gut oder einfach nur schrecklich finden soll.

Wie auch immer, bei dem jetztigen Besuch dachte ich mir, ich lege T. mal ein bisschen Nachtlektüre bereit, einfach so, denn eine gewisse Neugierde ist ihm nicht abzusprechen. Daher habe ich ihm zwei Klassiker und was ‚Neues‘ rausgesucht:

  • Jerome David Salinger: Der Fänger im Roggen
  • Hermann Hesse: Siddartha
  • Friedrich Ani: Wie das Licht schmeckt

Und als ich ihm noch ein paar Sätze zu den Bücher sagte kam ich in einen kleinen Literaturvorlesungsrausch und … wir endeten jedefalls bei

  • Samuel Beckett: Warten auf Godot

Und ganz ehrlich: Hat mir schon gut getan, dass T. interessiert zuhörte, immer mal auch eine Frage stellte und ein echtes Interesse daran hatte zu versehen, warum einem Literatur so wichtig sein kann.

Nun bin ich auf morgen gespannt, denn er hat alle vier Bücher mit ins Bett genommen und versprochen, alle anzulesen. Und sollte er auch nur für eins morgen gelindes Interesse zeigen – ich schick ihm eine neue Ausgabe überübermorgen zu (die meinigen sind dann doch für mich halt ganz schön heilig).

Woran erkennt man, dass …

… man einen 15-Jährigen über das Wochenende als Ersatzsohn zu Gast hat?

Daran, …

  • … dass die Handtücher, die man ihm im Bad rausgelegt hat, am Sonntagabend immer noch unberührt da liegen.
  • … dass man in die Stadt fährt, aber nicht um irgendetwas einzukaufen oder sich anzuschauen, sondern dass man auf einem eher unspektakulären eine gute halbe Stunde Platz rumsteht, damit er ausreichend Pokemons fangen kann.
  • … dass nach dem – gar nicht mal so uninteressantem Museumsbesuch – der Heimweg zu Fuß unternommen wird, um auf verschlungenen Wegen weitere Pokemons …
  • … dass man sich selber sehr gut daran erinnert, das es früher „Wecken 1“, „Wecken 2“, „Wecken 3“ und „Raus jetzt – aber sofort“ gab.
  • … das Honigmelone wie Banane schmeckt und die Konsistenz fast so eklig ist wie Pilze.
  • … dass man überlegt, wie alt man selbst gewesen wäre, hätte man ihn gezeugt.
  • … dass man mal wieder merkt, dass man doch gerne Söhne gehabt hätte.
  • … dass man eine Menge von Dingen weiß, die scheinbar überhaupt nicht interessieren, aber dann, wenn die Mutter beim Abholen fragt, wie es denn war, wasserfallartig wiedergegeben werden.
  • … dass die Dinge auf die man Wert gelegt hat, so gut wie nicht ankamen, aber die, die man eh so macht große Lust erweckten (so dass beim nächsten Besuch – Ersatzsohn bei der Verabschiedung: „Ich hoffe, Du hast bald mal wieder ein Wochenende für mich frei“ – wieder kochen angesagt ist nämlich mit großer-Flamme-am-Gasherd und Pfannekuchen-in-der-Luft-schwenken).
  • … dass man denen viel mehr zutrauen kann, als man denkt.
  • … das Cornflakes morgens beim Frühstück sich so was von schrecklich anhören, so dass man, wäre man Familienvater, es sich unter Androhung der Enterbung verbieten würde.
  • … dass es schon erstaunlich ist, wie viel in so was reinpasst
  • … dass das Handy wohl als Körperteil anzusehen ist.
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