Durch die Zeit

Tag: Taube

Auch Robert Schuhmann machte Yoga

Der Erfinder / Die Erfinder von Yoga wird gerne in den Zoo gegangen sein. Anders erklärt sich mit nicht die vielen Tiernamen. Heute einen weiteren ‚Hüftöffner‘ namens „Die Taube“. Schon bei den anderen beiden hat die Lehrerin darauf hingewiesen, dass so was einen emotional angehen könnte. War aber nicht. Aber heute. Und wie. Am liebsten hätte ich losgeflennt. Und jetzt hänge ich wie ein Schluck Wasser in der Ecke.

Aber Schuhmann ist mir den ganzen Abend nicht aus dem Kopf gegangen. OK, „Rose“ haben wir noch nicht gemacht, aber war da nicht das letzte Mal ne „Lilie“ dabei (oder doch „Libelle“?) Egal, für mich ist das Lied Beweis gengu, dass auch Robert Schuhmann sich quälte.

Fremdkochen

Es war von H. und R. eher eine Notidee, mich und meinen Mann zu fragen, ob wir heute für sie und die vier Gäste kochen könnten. Sie hätten sich sonst das Hauptgericht liefern lassen müssen und dann eben noch irgendwie eine Salat beigesteuert. Aufgrund der Wohnsituation mussten sie uns dann eben auch noch an den Tisch bitten, auch wenn ich von H. weiß, dass mehr als sechs Gäste sie aus kommunikativer Sicht doof finden (was ich meist verstehen kann).

Ausgemacht war, wir kochen, sie zahlen die Einkäufe und legen das drauf, was sie meinen. Aber um das ging es auch nicht, denn würde man wirklich für Geld fremdkochend, dann wird die Klientel extrem klein. Wer zahlt denn schon den Mindestlohn für einen Koch, der für ein viergängiges Abendessen schon mal an die zehn Stunden braucht.

Das Amuse Geul haben wir als Weihnachtsgeschenk beigesteuert (Taubenterrine mit einer Cranberrymarmelade) und für so halt zwei Brote mit Salzbutter (Maldonsalz – da lass ich mich nicht lumpen *lach*). Dann gab es Feldsalat mit Orangendressing, Pastinakensuppe mit Ouzo und Roter Beete, Lammgulasch mit Rosenkohl und Serviertenknödel und schließlich Gelato al Café mit nem Orangenplätzchen.

Zugegeben, wir haben schon gestern damit angefangen, heute habe ich alleine sechs Mal den Feldsalat gewaschen … also es war schon Aufwand ohne jede Frage, aber auch deswegen, weil ich weiß, dass die Küche bei H. extrem klein und extrem schlecht ausgerüstet ist, so dass wir im Grunde alles vorbereitet hatten und nur noch Kleinigkeiten dort machen mussten. Alles andere war in zwei großen Taschen und einem Rucksack verstaut. Das fing beim Schneidebrett an, ging über die Messer bis hin zu den Handschuhen und endete in der kleinen Box mit den Keksen.

Das schönste Kompliment war dann, dass wir es so vollkommen unhektisch gemacht haben, so im Nebenbei eben, dass den Leuten bspw. dann erst am Schluss irgendwie aufgefallen ist, dass sie das Meiste vom selben Teller gegessen hatten, den wir halt zwischen den Gängen abgespült haben. Das hat mich / uns echt gefreut – denn ich habe schon immer den ’stillen Service‘ bewundert.

Ganz klar: Finanziell lohnt sich das definitiv nicht, das ist eine reine Freundschaftssache. Und klar ist: Für jede/n mache/n ich/wir das definitiv nicht. Aber R. hat schon mal für Ostern angefragt … und der hat ne richtig schöne Küche.

 

Barocke Verhältnisse

Gerade mir für die Badewanne den einen Gide gegriffen, den ich mir dieser Tage geleistet habe – 9,90 Euro. Und während ich so blätterte und las, fühlte ich mich stark an meine Studien bei Prof. M. erinnert. Damals habe ich viel zum 17. und 18. Jahrhundert gearbeitet, eben auch eine lange, lange Hausarbeit – die mir dann, als einer aus dem Grundstudium, zur Teilnahme des „Grüppchens“ ermöglichte, kurz, zum einzigen germanistischen Doktorandenkolloqium (*angeb* *im-nach-hinein-stolz-sein*) – zur „Buchgestaltung“. Das umfasste nicht nur die damalige handwerkliche Gestaltung, sondern auch die ganzen Begleittexte, die dem eigentlichen Text damals beigegeben wurde, wie Widmungen, Vorworte, Huldiungsdichtungen, Nachworte, Erläuterungen u.v.a.m. (Man gucke mal den Beginn von Cervantes „Don Quichote“, der nimmt das 1616 schon mal aufs Korn).

Und „Die Ringeltaube“ von Gide kommt dann also so daher:

Vorsatz
Seite 1: Schmutztitel
Seite 2: Inhalt und Kurzbiographie
Seite 3: Titel
Seite 4: leer
Seite 5-6: Vorwort
Seite 7-13: Geleitwort
Seite 14: leer
Seite 15: Titel
Seite 16: leer
Seite 17-29: Der eigentliche Text von „Die Ringeltaube“. D.h. zwölf Seiten Text einer mittelmäßigen Erzählung, die autobiographisch davon berichtet, dass der 38-jährige Gide im Sommer 1907 ein sexuelles Abenteuer mit einem 17-jährigen hatte, wobei es aber maximal zu einer gegenseitigen Wichserei gekommen sein dürfte, denn als der Jüngling ihm anbietet, ihm einen zu blasen heißt es: „Ich hielt ihn zurück, da ich selbst nicht sehr lasterhaft bin und es mir widerstrebte, durch irgendeinen häßlichen Exzeß die Erinnerung zu verderben, die uns beide von der Nacht bleiben würde.“
Seite 30: leer
Seite 31: Titel „Nachwort“
Seite 32: leer
Seite 33-67: Nachwort. Also fast das dreifache vom eigentlichen Text. Na, die Romanisten halt, die Schwätzer, die.
Seite 68: leer
Seite 69-73: Fußnoten
Seite 74: Danksagung
Seite 75: Inhaltsverzeichnis
Seite 76: Impressum
Seite 77: leer
Seite 78-79: Werbung
Seite 80: leer
Vorsatz

Tutto paletti

Perfekt auf die entspannte Art

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