Durch die Zeit

Tag: Telefon

Die Alternative

Die Alternative für den heutigen Tag wäre gewesen: Sechs Stunden Bahnfahrt an den Bodensee, vier Stunden Bodensee, sechs Stunden Bahnfart zurück.

Ich habe gestern Abend mit dieser Alternative geliebäugelt, aber:

  • Ich bin nicht frisch verliebt.
  • Mir wurde kein galaktischer Sex versprochen.
  • Es gab kein Gesprächsthema, welches man auch notfalls am Telefon hätte besprechen können.
  • Es gab keine irgendwie geartete besondere Situation.

Verrückt genug wäre ich schon gewesen – aber dann viel mir ein weiteres Argument ein. So eine Aktion hätte ‚Wichtigkeit‘ suggeriert – und das wäre eine Lüge gewesen.

Out of order

Kein Internet. Kein Telefon.

Seit Samstag.

Der Kundenservice von Vodafone … diese Spracherkennungssoftware ist ein einziger Scheiß! Ich hab‘ wohl ein Dutzend nervige Anrufe gebraucht bis ich an einen unhöflichen, inkompetenten und hochnäsigen Servicemitarbeiter gelangte, der von nix eine Ahnung hatte. Da frag‘ ich mich echt, mit welchen Nicht-Kompetenzen Menschen Geld verdienen können.

Ein weiteres Dutzend Anrufe später mit dieser Scheißsoftware dann ein Servicemitarbeiter der sein Geld wert ist. (Beim nächsten Telefonvertrag werde ich genau darauf achte, ob man mit einer unfähigen Maschine sprechen muss, oder ob man auch Menschen erreichen kann.)

Fragt sich jetzt natürlich, ob der Paketdienst morgen läutet oder das Paket gleich wieder mitnimmt.

Von heute

Es gibt so Tage, da überlege ich lange, was ich denn hier schreiben könnte …

Aus dem heutigen Tag könnte ich wohl mehrere Einträge machen, aber, erstmal einen:

  • D. will von mir wissen, ob ich abgenommen (!!!) hätte. Ich verneine wahrheitsgemäß, denn das Gegenteil ist der Fall – aber sie glaubt mir nicht und bleibt bei ihrer Wahrnehmung. Was an sich nicht schlimm ist, aber die Gefahr besteht, dass sie den „starken Gewichtsverlust“ problematisieren könnte.
  • Beim Telefonat mit P. ist mir aufgefallen, dass ich wie ein was-auch-immer durch die Wohnung laufe, wenn wir telefonieren. Sitzen und telefonieren geht zu Hause überhaupt nicht. (Achtung: Das ist ein indirekter Insider.)
  • P. will sich ein neues Rad kaufen, fragt mich um Rat und Idee, irgendwann ist auch das Thema Ständer dran. Überraschend klar und offen er: „Dass das Thema Dein ist, war mir ja klar, so wie Du auf Ständer stehst.“
  • Frau B. war zusammen mit Herrn J. zu Fotos hier. Er weigerte sich allen meinen ‚Anweisungen‘ zu entsprechen, außer der einen, dass er sich auf den Stuhl setzte. Ansonsten schaute er weder in die Kamera noch an ihr vorbei noch … Ich bin ja selber Misanthrop, ab deswegen ätze ich doch die anderen nicht runter!
  • Die Nachbarn gießen Fr+Sa Blumen, also kann ich gen Bodensee in der Hoffnung auf Hetensex.
  • Heute habe ich mich beschimpfen lassen müssen mal als „Macho-Arschloch“ und dann als „Brüllaffe“.

Auswirkungen

Eine Freundin beschwert sich heute wiederholt, dass wir uns so selten im Chat treffen. Vergisst aber einfach, dass sie derzeit meint soviel arbeiten zu müssen, dass Chat-Zeiten immer nur rein zufällig sind.

Die selbe Freundin beschwert sich wiederholt, dass sie von mir nichts mehr erfährt, weil ich ihr diese Blogadresse nicht gebe. Sie weigert sich aber selber einen Blog zu betreiben.

Bei mir gilt: Wenn ich mich ausziehe, dann bitte das Gegenüber auch.

Ich bin gerade etwas angefressen, dass nicht wenige von mir erwarten, dass ich nicht nur Auskunft über mich und mein Seelenleben gebe, sondern auch erwarten, dass zu jeder ihnen (sic!) passenden Zeit zu tun.

Und jetzt langsam, wo ich mich gegen diese allgemeine Verfügbarkeit nachhaltig wehre, regt sich der Protest immer mehr. Dass ich nicht ans Handy gehe, hat man noch irgendwie geschluckt. Aber das Facebook lahm liegt? Dass WhatsUp eine sporadische Geschichte ist? Dass ich immer und immer wieder auf meine Mail-Adresse verweise? Oder gar auf meine Festnetznummer?

OK, mir geht es echt nicht darum, mich den modernen Kommunikationsformen zu entziehen und dem Wählscheibentelefon nachzutrauern (bei Gott nicht, die Deutsche Post / Telekom werde ich bis zum Ende meiner Tage vorwerfen, dass sie nichts anderes als Abzocker sind ohne auch nur annähernde Leistung gebracht zu haben / zu bringen / bringen zu werden) – mir geht es um so etwas wie Verbindlichkeit. Wenn ich mich dienstags zum Chat verabrede, dann ist das so, als würde man sich in der Kneipe treffen – und da kommt man üblicherweise auch einigermaßen pünktlich (und auf 10 Minuten gucke ich nicht). Aber möppern, dass ich nach 90 Minuten gegangen bin … nö, da bin ich dann halt oldschool.

Reden hilft – den anderen

Im Augenblick ist es irgendwie extrem.

Die Menschheit hat anscheinend einen Redebedarf, der den Zuhörbedarf bzw. die Zuhörbereitschaft bei weitem übersteigt. Und ich stelle gerade (mal wieder) fest, dass man sich dann gerne an mich wendet, denn anscheinend ist bekannt, dass ich zuhöre.

Heute Nachmittag rief meine beste Freundin an, der es nachvollziehbar nicht richtig gut geht. Wir hatten am Sonntag schon zwei Stunden telefoniert, d.h., ich habe eine Stunde und fünfzig Minuten zugehört. Heute waren es dann um die eineinhalb Stunden bei gleicher Verteilung. Aber sie ist wenigsten eine, die sich bedanken kann und mir heute eigentlich überwiegend nur „schnell“ erzählen wollte, was das „Gespräch“ am Sonntag bei ihr ausgelöst, was es „gebracht“ hat.

In der Badewanne am Abend habe ich meinen besten Freund angerufen, weil er sich schon seit vier Tagen nicht mehr gemeldet hat – was derzeit Anlass zu Bedenken gibt. Auch eineinhalb Stunden.

Irgendwie mache ich das schon gerne – aber irgendwie ärgert es mich auch, dass es so ausgenutzt wird und man selbst aktiv so tun muss, als hätte der / die am anderen Ende Leitung gefragt: „Und? Wie ist Dir so?“

Und das sagt einer, der von sich sagt, dass er „maulfaul“ ist und der von seinem Mann derzeit „Miso“ genannt wird, da angeblich „Misantrop“ (echt nicht! – ich red‘ halt nicht immer so viel!), da (zu gaaaaanz kleinen Teilen) wohl wirklich Misotrop … egal. Hab‘ derzeit eh nix groß zu erzählen.

 

Nach der Badewanne – ein Credo

U. hatte sich heute wegen ausgefallener Chats ‚beschwert‘ und man merkte der letzten Mail deutlich an, dass sie etwas sauer auf mich war, da ich auch heute Abend nicht zu ihren Zeit ‚on‘ war. Aber der Geburtstag meines Mannes geht da vor.

Zuerst habe ich nur kurz und knapp und rational geantwortet und alles vermieden, um es zu keiner Konfrontation kommen zu lassen. Aber in der Badewanne, genauer beim Abtrocknen, entstand im Kopf folgende Mail, die ich so auch abgeschickt habe. (Eine unerhebliche Streichung, mit (…) kenntlich gemacht, war vorzunehmen.)

Ich find’s schade, dass wir den Montag-Termin nicht mehr haben können, aber da haben sich die Leben eben verändert.
Ich kann aber – vielmehr: Ich will aber andererseits nicht jeden freien Abend am Rechner sitzen und warten, ob Du Zeit hast und derweil meine Lebenszeit damit zu vertun. Mir wird nämlich immer mehr bewußt, wie verdammt endlich das hier alles ist.
Ich hatte schon mal geschrieben, dass wir uns einfach besser verabreden müssen, wann jede/r Zeit und Raum hat.
Denn wenn ich bspw. kurz nach 20 Uhr von einem (…) komme, bin ich zwar da, gucke auch in meine Mails, auf meine Blogs, gucke bei flickr, fc und tubmlr vorbei, bin aber noch lange nicht genug ‚da‘, um zu reden / chatten. Und wenn da dann eine Anfrage von Dir ist, muss ich sie irgendwie ignorieren / ablehnen, denn ich bin einfach noch zu sehr in den anderen verhaftet.
Ich versuche zudem ganz bewusst viel weniger hinter diesem Rechner zu sitzen (wie du ggf. auf das Fernsehen verzichtest) – so dass ich viele Nachrichten erst Stunden später lese – um mich mehr dem zu widmen, was mir nicht die Zeit stiehlt (wie bspw. tumblr, nackte Männer gucken, langweilige Nachrichten lesen, langweilige Blogs verflogen, sinnlos Sinnlose suchen …) sondern wieder mehr zu lesen (und dazu Anmerkungen zu schreiben, zu reflektieren, meine privaten Buchkritiken ’sauber‘ zu verfassen), mehr Musik aufmerksam und konzentriert zu hören, mir Wissen aneignen, konkreten Fragen nachzugehen und auch die Scheu vor dem Telefon wieder zu verlieren.
Ich möchte insgesamt (mit allen) wieder zu mehr Verbindlichkeit kommen und nicht auf dieses „schauen wir mal“ zu vertrauen, was nach meiner Erfahrung nach immer mehr in allgemeine Beliebigkeit abdriftet.
Ich möchte einfach wieder mehr definierte Mitmensch-Zeiten und Ich-Zeiten haben, ich möchte einfach nicht mehr zu jeder Zeit alles machen / können / leisten / hören müssen.
Das hat was mit Achtung und Respekt vor den anderen und vor mir zu tun. Ich bin einfach nicht gut, wenn ich nur mit einem halben Ohr jemanden zu höre, nur mit einem halben Hirn argumentiere, nur mit einer halben Leidenschaft leidenschaftlich bin, nur mit einem halben Herz dabei bin, …
Das alles schließt Zufälle / Spontanität nicht aus – macht aber Zufälle und Spontanität nicht zum beherrschenden Prinzip.

 

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