Durch die Zeit

Tag: U.

Ich bin ein Concourt

Romane hätte ich gestern schreiben können! Ach was – Romantrilogien! Ich hätte sowohl Marcel Proust wie die Brüder Concourt in den Schatten gestellt. Ich schwör! Aber man gab mir keinen Stift, keinen Block, keinen Computer.

Eingeladen waren wir auf einen Geburtstag. OK, es hätte uns etwas stutzig machen können, dass wir in ein Restaurant eingeladen wurden, einem etwas besserem. Es hätte uns noch stutziger machen können, als uns Gastgeber U1. mit Fliege entgegentrat. Vor allem, als die restlichen zwölf Gäste auftraten, hätte es mir wie Schuppen von den Augen fallen müssen – aber ich war schon so gestresst!

Die vermeintliche Geburtstagsparty entpuppte sich dann als Hochzeitsparty, U1. und L. hatte sechs Stunden zuvor und zwölf Stunden nach der Ankunft aus dem 4. Urlaub in diesem Jahr ihre Partnerschaft zur Ehe upgegradet. Aber das wäre nur der Rahmen zum Roman gewesen.

Inhalt der Romane wären die Gäste gewesen … und ich weiß nach wie vor nicht wo anfangen. Psychodynamisch waren das Explosionen. U2. und I. setzten sich beispielsweise so weit wie möglich auseinandern, weil sie nicht mehr miteinander sprechen. U2 sprach lange Zeit nur mit S., was mal eine sehr, sehr gute Freundin von mir war, wir aber seit Jahren aus ungeklärten Gründen keinen Kontakt mehr haben. Ihr Mann J. dagegen musterte mich ähnlich wie U2 beständig. Mir gegenüber saß ein nicht ganz unwichtiger Pfarrer (W.), der mir von V. vorschwärmte, als sei er verliebt (dabei ist er schwul und hat V. erst letzten ihrem Mann angetraut). Daneben saß eine weitere wichtige Geistlichkeit (K), die alles tat, um nicht wichtig zu erscheinen. M. hielt sich auffallend zurück, und E. mühte sie mehr ab, als dass es ihm Spaß machte. Drohnend in der Mitte dann R., der den Altersvorsitz übernahm und keine Zweifel daran ließ, dass man zu huldigen hätte, ihm natürlich.

Die meisten kenne ich ganz gut, einzeln genommen mag ich sie sogar – aber in der Runde: als Beobachter Stress pur! Was da alles abing – herrlich.

Ich hab mich dann – nach Jahren zum esten Mal wieder – zu S. und J. gesetzt. J. motze wie die Jahre zuvor schon destruktiv vor sich hin, S. macht dann sogar auch mir dann ein freundliches Gesicht, während U2 versuchte mich zu vereinnahmen, G. dagegen sauer war, dass ich nicht mich zu ihm setzte … Also versuchte G. an E. ranzukommen, der aber lieber mit U3 im Gespräch war, so dass erstmal nur M. übrig blieben, mit dem G. aber nicht so richtig kann. K. und W. gingen dann in irgendwelche Konkurrenz, worauf I. als Therapeutin einschritt, was wiederum L. …

Es war ein Fest, ein echtest Fest

 

WSMDEGT 10/16

Wie schon auch letzten Monat fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag.

00:45 – Doch noch eine Mail an U., der ich wohl etwas hart über den Mund fuhr, als sie schon wieder mit ihrem Thema begann, was im Grunde schon seit zwei Jahren geklärt ist. Aber die Nerven lagen da schon blank.
01:30 – Doch mal ins Bett.
06:48 – Beim Aufwachen das Gefühl, es könnte Schnee liegen. Es regnet aber ’nur‘.
06:51 – Das Bad ist kalt:
06:59 – Warum steh‘  ich eigentlich nicht auf frisches Brot, wie all die anderen?
07:18 – Immerhin heute mal pünktlich an der Straßenbahn.
07:36 – Arbeitstrott – es gibt sogar etwas zu tun.
09:35 – Die Sekretärin will wissen, warum ich so „voll Scheiße“ aussehe. Ich spare mir die Erklärung.
09:37 – Die Sekretärin bittet mich in der Personalabteilung anzurufen, ich hätte mich vergessen einzustempeln.
09:39 – Mein Mann ruft an und sagt nur: „Ham wa“.
10:30 – Es ist definitiv – fertig wird heute nix, weil dauernd …
10:55 – Straßenbahn schon zurück, denn …
11:17 – …soll T. mit dem Zug ankommen.
11:33 – rollt dann der Zug mit „5 Minuten Verspätung“ ein.
11:50 – Reden, Tee trinken, Pfannekuchen machen, Pilze machen
12:15 – Kommunikatives Mittagessen
12:50 – Rückzug hinter den Computer. Eine ‚Kategorie‘ ist eine ‚Kategorie‘ die eine ‚Seite‘ ist – bei ihr. Bei WordPress gelingen ihr Sachen, die ich noch nie gesehen habe – keiner kann sie aber (er)klären. Leise Zweifel, ob sie überhaupt etwas von mir lernt.
15:50 – Zeit für ein Spaziergang, doch vorher kurz Zugzeiten checken. Der, mit dem sie fahren wollte fällt aus, entweder jetzt oder erst in drei Stunden mit unsicherer Prognose. Da die Kinder ‚warten‘ …
16:27 – Wir holen ein paar wenige Küsse nach … und jede/r denkt vermutlich so ihren / seinen Teil. Die Gemengenlage ist aber auch etwas appart.
16:37 – Der Zug ist auf die Minute püntklich und weitgehend leer.
16:45 – Kurz auf der Post. Päckchen holen. Nächste Whiskey-Lieferung die mir –  wie sollte es anders heute sein – T. geschenkt hat.
16:55 – Kurz Mails etc. checken
17:10 – Tageslektüre: 3 Seiten „Die besten deutschen Gedichte“ und 10 Seiten Jürgen Neffe: „Marx, der Unvollendete“.
18:00 – Auf die Minute Abendessen, mein Mann muss noch weg, ich später ja auch. Bis dahin schimmel ich echt ne Runde ab.
19:39 – Wieder auf der Straßenbahn
19:55 – Längere Übergabe, da ich I. lange nicht gesehen habe und wir uns, obwohl wir uns kaum kennen, sehr, sehr mögen.
20:10 – Scheint ruhig zu beginnen. Aber das schien dann nur so.
23:00 – Die Ablöse ist pünktlich. Und da G. gestern auch dabei war, will sie mir gestehen, wie schrecklich sie den Abend fand. Wir kommen in einen kleinen, für mich überraschend gleichmeinenden, Austausch und entwicklen zwei Ideen, von der die eine ich wohl morgen gleich auf den Weg bringen werde. Daher erst …
23:35 – … zu Hause. Mein Mann ist überraschend noch wach, eins kann ich noch loswerden.
23:55 – Wein und TV – ich werd‘ sicher noch eine Stunde brauchen – aber der Ersatzsohn T. kommt morgen sicher nicht vor, da reicht es dann mal für einen Mittagsschlaf.

 

D I E Erkenntnis

Wenn etwas diese Welt sicher ist, dann: g e s c h w ä t z i g!

Der Vorsitzende von Verein schafft es, die reguläre Vorstandsvorsitzung auf knapp drei Stunden auszudehnen und derweil nur die Hälfte aller Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Liegt daran, dass er meint, zu allem und jedem ein Statement geben zu müssen, auch dann, wenn K. und (! nicht oder!) U. zum dritten Mal das gleiche Argument wiederholen (was ggf. von G. noch bekräftig wird).

Im Lesekreis haben sie auch alle Babelwasser getrunken, und jede Assoziation ist recht, irgendetwas zu erzählen – mit Weiss hat das meist nicht einmal mehr am Rande was zu tun.

bla und blub

Derzeit – mal wieder – etwas dünnheutig. U. meinte gestern im Chat, ich sollte „mehr Raum einfordern“. Nett gesagt. Aber ich eigne mich irgendwie nicht für Kampfkommunikation. Mag ein Fehler sein – aber dem anderen zu Zuhören zu zwingen, während derjenige nur darauf wartet, wieder selber sprechen zu können? Aufmerksamkeit kann man vielleicht noch als Lehrer erzwingen.

Ja, nein, vielleicht?

Nachher kommt überraschend U. Und wie immer muss die Frage offen bleiben, ob sie Lust auf Sex hat oder doch nicht.

Kommunikation kann ganz einfach sein

Ich habe da eine Bekannte (auch eine U.), die sich immer mal wieder bei mir per Mail meldet und Rückmeldung gibt, wie sie mich bei verschiedenen Treffen in Verein 1 empfunden hat oder was sie beschäftigt. Das ist wirklich nett – würde ich ihre Mails nur verstehen.

Da stehen dann so Sätze wie:

streit ist manchmal fruchtbar furchtbar bar Frucht, wenn zwei das so besonnen lassen

und ich hab nicht die geringste Ahnung, wie sie jetzt auf „Streit“ gekommen ist, denn in all den Mails davor, ist nicht einmal das Wort gefallen. Aber ihr tut es anscheinend gut, mir schreiben zu können, weil sie zumindest eine Rückmeldung bekommt, dass ich es gelesen habe. Und mir tut es dann auch gut, ihr manchmal etwas von mir zu schreiben ohne achten zu müssen, ob das nun Sinn macht oder nicht.

WMDEDGT 4/17

Mach‘ ich wieder mit. Frau Brüllen fragt – wie jeden Monat am 5.: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

6:56 – Das mit dem Wecker. Wach‘ war ich kurz aber schon mal so gegen kurz vor 6, als sich U. aus meinem Bett schälte. Die musste um 6:30 auf dem Zug sein, die Arme.
7:10 – Zwei Brote schmieren, weil ich es mal wieder gestern Abend vergessen habe.
7:25 – Nochmals hoch in die Wohnung, Handy vergessen. Und das brauche ich heute an der Arbeit, dass ich was zum Spielen habe.
7:45 – Dennoch pünktlich im Job. Wie erwartet: Nichts, aber auch rein gar nichts zu tun.
10:01 – Überraschenderweise hat bisher drei mal das Telefon geläutet – drei mal falsch verbunden. Derweil Internetlektüre zu einem möglichen zukünftigen Fachthema.
11:09 – Drei Buchbesprechungen geschrieben und einen wirklich guten erotischen Text von V. gelesen, der seine Wirkung zeigt.
11:44 – Akku ganz schön geschröpft. Und da ich ausreichend Überminuten habe, haue ich früher ab.
12:18 – Aufgewärmter Blumenkohl mit Schinken von gestern und ausgiebige Zeitungslektüre.
12:57 – Buchbesprechungen von heute Vormittag ins richtige Dokument in der richtigen Formatierung, ausgedruckt und eingeordnet. Übliches Rumgemache bein flickr, instagram und tumblr. Unüblicher Download von Arno Frank: So, und jetzt kommst du. Leseprobe HIER.
13:30 – Restlektüre der Peter-Weis-Biographie von Werner Schmidt. Und dann noch ein paar Briefe von Marcel Proust.
14:05 – Das tägliche Foto
2017-04-05 14.30.09-1
14:14 – Dann gleich mal darin weiterlesen.
15:10 – Aufbruch Vorstandssitzung Verein 2.
15:30 – Vorstandssitzung. Wie immer: Viele, viele Wörter und Sätze – geklärt ist nach gut 90 Minuten nur wenig.
17:17 – Dies & das & jenes.
18:30 – Nach Fußweg mit Mann bei der Spanierin – wir lassen halbgemäßigt auffahren und es uns gut gehen. Auf alle Fälle eine Option mit mehreren (weil man dann noch mehr probieren kann).
20:21 – Zurück im trauten Heim, es will da einiges noch geplant und abgesprochen sein für die nächsten zwei Wochen.
22:59 – Über das Organisieren, wenig erfolgreich, weil niemand klar sagen kann ob oder ob nicht, sondern nur „vielleicht“ bzw. „gegebenenfalls“ bzw. „unter Umständen“, am Fernseher hängen geblieben. Aber jetzt mit Arno Frank in die Federn. Könnte ja sein, dass morgen wieder nix zu tun ist.

Outdoor, Sex, damals

Gute 14 Kilometer heute unterwegs. Nach ca. 10 Kilometer mache ich eine kurze Teepause an einer Bank und erinnere mich plötzlich, wie ich vor zwei, drei Jahren dort mit U. war. Sie saß auf rittlings auf meinen Schoß und ich bekam nicht nur einen Ständer sondern auch wahnsinnig Lust sie jetzt so ‚zu nehmen‘. Sie fand das dann etwas zu ‚öffentlich‘ obwohl da echt kaum jemand in der Entfernung vorbei kam und außerdem ihr Rock ja alles schön verdeckt hätte.

Keinen Kilometer weiter bleibe ich an einer leicht versteckten Lichtung stehen und bin mir sicher, dass mir M. vor Jahren genau an dieser Stelle mal einen geblasen hat. Das war in der Zeit, wo ich noch nicht schwul war aber mit M., wenn er dann da war oder ich bei ihm, jede Gelegenheit wahrnahmen, um sexuell aktiv zu sein.

Nicht, dass ich einen echten Hang zum Outdoor-Sex hätte – aber ich seh‘ und sah das meist eher pragmatisch. Daher kann ich mich auch ‚rühmen‘ mit M. in T. auf einem Stocherkahn ausgiebig der Lust gefröhnt zu haben (wobei wir, wegen zu vieler Zuschauer, das Finale dann doch in seine Bude verlegt haben). Ach, Jugend, …

Muss ich? Echt?

Wie das halt so im Leben ist, man trifft u.a. auch auf Personen die dann – für eine Zeit – einen Narren an einem gefressen haben, auch wenn man sie jetzt nicht darum gebeten hat. (Die, die gerne einen Narren an einem fressen sollten, weil man ja selber an denen einen gefressen hat, die nehmen normalerweise – warum wohl auch immer – Abstand davon.) So jetzt derzeit U., die mich dann in Verein 1 mit ihren  unterschiedlichen Vorstößen ganz schön in Schwulitäten bringt, da es manchmal fast so aussieht, als hätte ich sie vorgeschoben. Ihr letzter Vorstoß bestand darin zu fordern, dass ich für meine ehrenamtliche Arbeit auch bezahlt werden solle mit der Begründung, ich würde ja mehr als die anderen machen. Als Schatzmeister musste ich das natürlich gleich mal ablehnen und ihr dann auch mehrfach, zuletzt schriftlich, erklären, dass das einfach nicht machbar ist, denn wenn ein Ehrenamtler was bekommt, dann müssten die anderen auch was bekommen was aber den Haushalt komplett übersteigen würde, mal abgesehen von der Tatsache, wie man welche Tätigkeit mit was vergüten könnte. Als Antwort folgte jetzt eine Mail, deren Kernaussage (?) wohl lautet:

Die – Deine – Gefühle wirken auf mich wie ein Indikator, anzeigend und registrierend: das IST. Achtsam wahrhaft klar bedeutsam. `Will` ist und verweist auf Dein Selbst Verständnis. Du bist Dir dessen bewusst.

Muss ich darauf reagieren? Und wenn unbedingt ja, wie?

Nette Idee

Vorstandssitzung Verein 1. Ich stelle den mehrfach bearbeiteten Haushalt in Höhe von 180.000 Euro vor, erkläre verschiedene Änderungen bei verschiedenen Kostenstellen, setze in Bezug, verweise auf feste und weiche Zahlen … und frage dann, ob es noch Fragen gibt. U. meldet sich: „Was verdienst Du denn dabei?“ Nach kurzer Irritation stellt sich heraus, dass sie nicht nur wissen will, was ich für meine ehrenamtliche Arbeit im Verein verdiene – selbstverständlich nix bis auf die 5 Euro Fahrtkosten je Sitzung wie alle anderen auch -, sondern fordert, der Verein möge mich adäquat bezahlen. Zugegeben, nette Idee und ich könnte es auch gut gebrauchen, aber als Schatzmeister musste ich dann schon aus vereinsrechtlichen Gründen, ihre Forderung rundum ablehnen.

Eine leicht skurrile Situation, denn die Geschäftsführung hatten den Spagat zu bewältigen, meine Arbeit zwar anzuerkennen aber auch deutlich zu machen, dass da kein Geld fließen kann, da ich ja Ehrenamtler bin und es nur Geld für die gibt, die Hauptamtlich sind und die das natürlich auch verdient haben weil sie mehr machen als die Ehrenamtler aber deren Engagement ja nicht zu unterschätzen …

Ich habe dann mal darum gebeten, über den Haushalt abzustimmen.

Gerade U. noch ne Mail geschrieben und mich dafür bedankt, dass sie mein Engagement sieht.

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