Durch die Zeit

Tag: U.

Doch noch mal

Nach für mich sechs Monaten Pause mal wieder Vorstand von Verein 1 (zweimal war ich, glaub ich, krank, der Rest ist Corona geschuldet). Die Eskalation im Dezember hat Wirkung gezeigt. Der Vorsitzende ist, was das Dauerrederecht betrifft, entmachtet und – man staune – hält sich auch weitgehend daran. Zudem versuchen auch alle andere sich zu den Sachthemen zu äußern und nicht ins Schwafeln zu kommen. (OK, U. kann das von Natur aus wohl nicht, egal … .)

Nach reiflicher Überlegung und positiven / bittenden Rückmeldungen der Geschäftsleitung sowie des Vorsitzenden (!) (aber schon vor Wochen!) fällt es mir leicht unter diesen Umständen auch für die nächste Amtszeit zu kandidieren.

Bei der Rückschau auf die letzten drei Jahren bin ich dann der einzige der klar ausspricht, dass es zu Teilen mehr als nervig war und es zu Frustration und Enttäuschungen geführt hat. Einig sind wir uns alle darin: Egal was war, in der Sacharbeit waren wir stets konstruktiv und lösungsorientiert.

Knöpfle mit Ei

Leider viel zu wenig. Aber die Gästin hat vielleicht am WE zugeschlagen … die isst sonst wie ein Spatz, dementsprechend habe ich gekocht, dass noch eine Portion für mich übrig bleibt … denkste … ein paar Knöpfle, sonst nix.

Luft holen (#496-502)

Längerer Spaziergang mit U. (10 km – ich scheine gerade nicht so richtig fitt zu sein, denn danach war ich echt gut alle) durch Herbstsonne und einem Wald, der die Regengüsse der letzten Tage in Grün umgesetzt hat. Überbordendes Aufbäumen der Natur vor dem Herbst, das hatte richtig Potenz.

Mir ist irgendwie nicht nach reden. Mein ‚Thema‘ beherrscht mich nach wie vor, aber der Abend mit P. war entlastend und das Denken wird freier. Dennoch gestern weinen müssen. Aber meine eigene Haltung scheint sich zu bewegen. Ich muss nicht reden, ich muss nicht unterhalten, ich muss nicht für die 10 km die Gesamtverantwortung übernehmen (und prompt verlaufen wir uns auch – was soll’s). Wenn U. eben auch die Klappen halten will …

Wenn mich gerade was richtig böse macht, dann, dass ich so lange gebraucht habe.

Macht der möglichen Liebe

Dann schläft man eben halt wieder auf dem Sofa. Achtet darauf das man ausreichend was an hat. Einfach mal alles auf Null. So, als hätte es nie was gegeben, weder Verlangen, weder Lust, weder Geilheit. Ein anderer toppt gerade alles, auch wenn er  noch nicht einmal den ersten Kuss gewagt hat.

Das statt das

U. hat sich jetzt doch entschlossen mitzukommen. Also statt Einzel- nun Doppelzimmer. Das beraubt mich gerade jener sexuellen Phantasien, die man alleine in der Sauna mit dem Paar von gegenüber … . Andererseits eröffnet es ganz neue sexuelle Phantasien, die man als Paar in der Sauna mit dem Paar gegenüber …

WSMDEGT 03/18

Wie letzten Monat, mache ich wieder mit bei der Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

6:30 – Nichts neues: Der Wecker!
6:35 – Auch nichts neues: Nochmals der Wecker!
6:37 – Teewasser aufsetzten, Heizung aufdrehen, Bad gehen – und sogar anziehen.
6:48 – Brote schmieren, Zeitung laden, Tee schlürfen
6:50 – Zeitung lesen, Tee schlürfen, Heizung abdrehen – draußen hat es Plus-Grade, da braucht es das nicht mehr.
7:10 – Zeit für die Straßenbahn.
7:16 – Ich schaffe mal wieder die 3.
7:29 – Ich ’steche‘ mich ein.
7:35 – Es wird ein langer Tag, denn ich vertrete das Sekretariat bis 15:30. Etwas zu tun habe ich sogar und hin und wieder kein weißer Elefant, sondern Telefonklingeln.
12:18 – Ich hab‘ mir einen Burger verdient, jawoll!
12:49 – Zwischen den wenigen Telefonaten lese ich in „Friedinger“ von Stefan Kutzenberger.
15:40 – Auf der Straßenbahn und zurück.
16:05 – Bisschen Internet, Mails, nackte Männer, Blog … was halt so ansteht.
16:25 – Tageslektüre. Quäle mich durch drei Seiten von „Also sprach Zarathustra“ von Friedrich Nietzsche (das Buch erreicht mich absolut nicht) und exzerpiere dann akribisch zwölf Seiten der echt spannenden Abhandlung „Das Leben nehmen – Suizid in der Moderne“ von Thomas Macho. (Nur damit das klar ist: Ich habe nicht im geringsten die Absicht mich zu suizidieren, sondern habe in einem anderen Kontext des öfteren mit suizidalen Menschen zu tun. Was Macho da auf den ersten 60 Seiten an Grundfragen stellt (Wem gehört eigentlich mein Leben? Mir? Den Eltern? Gott? Göttern? …) und an Denkmodellen aufzeigt, ist einfach rasend spannend.)
17:10 – Nochmals paar nackte Männer gucken und flickr gerade ziehen.
17:25 – Da ich gestern (endlich) mit „House of Cards“ fertig geworden bin (5. Staffel – in der Zeitung gelesen, dass die 6. gerade online geht), gönne ich mir nun Suburra. Derweil umziehen.
18:10 – Wieder auf die Straßenbahn.
18:20 – Wieder hätte ich die 4 fahren lassen und auf die 7 gewartet. Aber ich brauche die 4, nicht die 7!
18:45 – BMW*-Sport bzw. Alt-Herren-Gymnastik. T. quält auf angenehme Art, packe u.a. die 4 x 20 Alt-Herren-Liegestützen (also mit aufgesetzten Knien). Und damit die Psyche auch noch schön gequält wird, gibt es Schlager aus den 70gern – noch zehn Minuten länger, und ich hätte alles gestanden.
20:02 – Wieder zu Hause: Es gibt Börek, Tomatensalat und Bier. (Das kann mit nocheinglaswein natürlich nicht mithalten.)
20:50 – Der montägliche Chat mit U. Und wenn die Spontanität in eine Buchung führt, bin ich demnächst mir ihr an der Ostsee.
22:15 – Allgemeines Abschimmeln.
23:35 – Mal langsam ins Bett. Friedinger wartet.


*BMW = Bauch muss weg

Sie stehen! – #469

Dank U. steht nun die Literatur!

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Fachkräfte werden bei einer Flasche Sekt nochmals prüfen, ob das Alphabet auch eingehalten wurde. Sie werden Fehler finden. Denn nach drei Stunden einräumen ist man nicht mehr in der Lage zu entscheiden, ob „g“ vor „f“ kommt oder doch nicht – vorallem dann nicht, wenn die ersten beiden Buchtaben „d“ und „a“ waren.

Heute hat es dann nochmals geruckt. Der große Computer steht auf dem leeren Schreibtisch (die Schreibtischlampe ist leider nicht aufzufinden), das Bett ist frisch bezogen, zwei weitere Kisten sind im Keller u.v.a.m. – und ich beginne mich damit anzufreunden, dieses Zimmer abbekommen haben.

T. wird deswegen der erste ‚Leidtragende‘ sein, denn statt dass ich im Wohnzimmer penne wenn er ab Dienstag bis Freitag hier sein wird, wird er es tun müssen. Aber zwei Gründe sprechen für mich: Er ist 17 ich seit gestern 3,1 mal so alt wie er – und im Wohnzimmer steht der Fernseher. (Ja, ich weiß, dass man mit Internet und so … dennoch …!)

 

Der Keller

So lautet einer der fünf autobiographsichen Erzähltexte von Thomas Bernhard, die alle absolut und uneingeschränkt (!) lesenswert sind. Aber den Keller meine ich jetzt nicht, sondern unseren.

Mein Mann scheuchte mich heute hinunter, um gemeinsam zu schauen, was weg kann. Und es ist so, wie Komilitone U. vor Jahren schon behauptete: „Der Keller ist nichts anderes als eine vorgelagerte Müllhalde“.

Aber auch im Dreck – „denn Gold findet man auf der Straße und Straßen sind aus Dreck gebaut“ (M.M.W.) – fand ich noch ein paar kleinere Schätze, u.a. eine Zeitungsfoto, auf dem ich als Jüngling zu sehen bin (bald wohl auch hier), ein paar Casetten von denen ich hoffe, dass ich sie noch digitalisieren kann (eine Raubkopie einer tollen Lesung und ein sechsstündiges Interview, was ich vor Jahren (*lach* – da war ich 21) mal mit einem KZ-Häftling geführt habe), ein paar andere Fotos, u.s.w.

Und – unvermeidlich – noch einige Exemplare Unterwäsche, die letztendlich dann doch noch gut in mein Unterwäschenmuseum gepasst hätten. Aber den Plan habe ich ja in der Zwischenzeit aufgegeben. Vom knappsten String bis zum Ganzkörperbody hatte ich echt alles, in allen Stoffen, Schnitten, Farben, Fabrikaten, … Richtig sicher bin ich mir nicht mehr, aber ich meine, dass ich auch einen Leopardenfell-String hatte. Interessant zu beobachten, dass ich, als ich die Teile noch mal kurz durch bin, bei fast jedem sofort wieder wusste, wie sie sich trugen und warum ich sie aussortiert habe. Fünf Teile haben dann nochmals Gnade gefunden.

Ach ja: Und Wein ist echt ausreichend da. Ein ganzer Schrank voll. Von mir gekauft. Aber komplett vergessen.

 

Ich bin ein Goncourt

Romane hätte ich gestern schreiben können! Ach was – Romantrilogien! Ich hätte sowohl Marcel Proust wie die Brüder Goncourt in den Schatten gestellt. Ich schwör! Aber man gab mir keinen Stift, keinen Block, keinen Computer.

Eingeladen waren wir auf einen Geburtstag. OK, es hätte uns etwas stutzig machen können, dass wir in ein Restaurant eingeladen wurden, einem etwas besserem. Es hätte uns noch stutziger machen können, als uns Gastgeber U1. mit Fliege entgegentrat. Vor allem, als die restlichen zwölf Gäste auftraten, hätte es mir wie Schuppen von den Augen fallen müssen – aber ich war schon so gestresst!

Die vermeintliche Geburtstagsparty entpuppte sich dann als Hochzeitsparty, U1. und L. hatte sechs Stunden zuvor und zwölf Stunden nach der Ankunft aus dem 4. Urlaub in diesem Jahr ihre Partnerschaft zur Ehe upgegradet. Aber das wäre nur der Rahmen zum Roman gewesen.

Inhalt der Romane wären die Gäste gewesen … und ich weiß nach wie vor nicht wo anfangen. Psychodynamisch waren das Explosionen. U2. und I. setzten sich beispielsweise so weit wie möglich auseinandern, weil sie nicht mehr miteinander sprechen. U2 sprach lange Zeit nur mit S., was mal eine sehr, sehr gute Freundin von mir war, wir aber seit Jahren aus ungeklärten Gründen keinen Kontakt mehr haben. Ihr Mann J. dagegen musterte mich ähnlich wie U2 beständig. Mir gegenüber saß ein nicht ganz unwichtiger Pfarrer (W.), der mir von V. vorschwärmte, als sei er verliebt (dabei ist er schwul und hat V. erst letzten ihrem Mann angetraut). Daneben saß eine weitere wichtige Geistlichkeit (K), die alles tat, um nicht wichtig zu erscheinen. M. hielt sich auffallend zurück, und E. mühte sie mehr ab, als dass es ihm Spaß machte. Drohnend in der Mitte dann R., der den Altersvorsitz übernahm und keine Zweifel daran ließ, dass man zu huldigen hätte, ihm natürlich.

Die meisten kenne ich ganz gut, einzeln genommen mag ich sie sogar – aber in der Runde: als Beobachter Stress pur! Was da alles abing – herrlich.

Ich hab mich dann – nach Jahren zum esten Mal wieder – zu S. und J. gesetzt. J. motze wie die Jahre zuvor schon destruktiv vor sich hin, S. macht dann sogar auch mir dann ein freundliches Gesicht, während U2 versuchte mich zu vereinnahmen, G. dagegen sauer war, dass ich nicht mich zu ihm setzte … Also versuchte G. an E. ranzukommen, der aber lieber mit U3 im Gespräch war, so dass erstmal nur M. übrig blieben, mit dem G. aber nicht so richtig kann. K. und W. gingen dann in irgendwelche Konkurrenz, worauf I. als Therapeutin einschritt, was wiederum L. …

Es war ein Fest, ein echtest Fest

 

WSMDEGT 10/16

Wie schon auch letzten Monat fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag.

00:45 – Doch noch eine Mail an U., der ich wohl etwas hart über den Mund fuhr, als sie schon wieder mit ihrem Thema begann, was im Grunde schon seit zwei Jahren geklärt ist. Aber die Nerven lagen da schon blank.
01:30 – Doch mal ins Bett.
06:48 – Beim Aufwachen das Gefühl, es könnte Schnee liegen. Es regnet aber ’nur‘.
06:51 – Das Bad ist kalt:
06:59 – Warum steh‘  ich eigentlich nicht auf frisches Brot, wie all die anderen?
07:18 – Immerhin heute mal pünktlich an der Straßenbahn.
07:36 – Arbeitstrott – es gibt sogar etwas zu tun.
09:35 – Die Sekretärin will wissen, warum ich so „voll Scheiße“ aussehe. Ich spare mir die Erklärung.
09:37 – Die Sekretärin bittet mich in der Personalabteilung anzurufen, ich hätte mich vergessen einzustempeln.
09:39 – Mein Mann ruft an und sagt nur: „Ham wa“.
10:30 – Es ist definitiv – fertig wird heute nix, weil dauernd …
10:55 – Straßenbahn schon zurück, denn …
11:17 – …soll T. mit dem Zug ankommen.
11:33 – rollt dann der Zug mit „5 Minuten Verspätung“ ein.
11:50 – Reden, Tee trinken, Pfannekuchen machen, Pilze machen
12:15 – Kommunikatives Mittagessen
12:50 – Rückzug hinter den Computer. Eine ‚Kategorie‘ ist eine ‚Kategorie‘ die eine ‚Seite‘ ist – bei ihr. Bei WordPress gelingen ihr Sachen, die ich noch nie gesehen habe – keiner kann sie aber (er)klären. Leise Zweifel, ob sie überhaupt etwas von mir lernt.
15:50 – Zeit für ein Spaziergang, doch vorher kurz Zugzeiten checken. Der, mit dem sie fahren wollte fällt aus, entweder jetzt oder erst in drei Stunden mit unsicherer Prognose. Da die Kinder ‚warten‘ …
16:27 – Wir holen ein paar wenige Küsse nach … und jede/r denkt vermutlich so ihren / seinen Teil. Die Gemengenlage ist aber auch etwas appart.
16:37 – Der Zug ist auf die Minute püntklich und weitgehend leer.
16:45 – Kurz auf der Post. Päckchen holen. Nächste Whiskey-Lieferung die mir –  wie sollte es anders heute sein – T. geschenkt hat.
16:55 – Kurz Mails etc. checken
17:10 – Tageslektüre: 3 Seiten „Die besten deutschen Gedichte“ und 10 Seiten Jürgen Neffe: „Marx, der Unvollendete“.
18:00 – Auf die Minute Abendessen, mein Mann muss noch weg, ich später ja auch. Bis dahin schimmel ich echt ne Runde ab.
19:39 – Wieder auf der Straßenbahn
19:55 – Längere Übergabe, da ich I. lange nicht gesehen habe und wir uns, obwohl wir uns kaum kennen, sehr, sehr mögen.
20:10 – Scheint ruhig zu beginnen. Aber das schien dann nur so.
23:00 – Die Ablöse ist pünktlich. Und da G. gestern auch dabei war, will sie mir gestehen, wie schrecklich sie den Abend fand. Wir kommen in einen kleinen, für mich überraschend gleichmeinenden, Austausch und entwicklen zwei Ideen, von der die eine ich wohl morgen gleich auf den Weg bringen werde. Daher erst …
23:35 – … zu Hause. Mein Mann ist überraschend noch wach, eins kann ich noch loswerden.
23:55 – Wein und TV – ich werd‘ sicher noch eine Stunde brauchen – aber der Ersatzsohn T. kommt morgen sicher nicht vor, da reicht es dann mal für einen Mittagsschlaf.

 

D I E Erkenntnis

Wenn etwas diese Welt sicher ist, dann: g e s c h w ä t z i g!

Der Vorsitzende von Verein schafft es, die reguläre Vorstandsvorsitzung auf knapp drei Stunden auszudehnen und derweil nur die Hälfte aller Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Liegt daran, dass er meint, zu allem und jedem ein Statement geben zu müssen, auch dann, wenn K. und (! nicht oder!) U. zum dritten Mal das gleiche Argument wiederholen (was ggf. von G. noch bekräftig wird).

Im Lesekreis haben sie auch alle Babelwasser getrunken, und jede Assoziation ist recht, irgendetwas zu erzählen – mit Weiss hat das meist nicht einmal mehr am Rande was zu tun.

bla und blub

Derzeit – mal wieder – etwas dünnheutig. U. meinte gestern im Chat, ich sollte „mehr Raum einfordern“. Nett gesagt. Aber ich eigne mich irgendwie nicht für Kampfkommunikation. Mag ein Fehler sein – aber dem anderen zu Zuhören zu zwingen, während derjenige nur darauf wartet, wieder selber sprechen zu können? Aufmerksamkeit kann man vielleicht noch als Lehrer erzwingen.

Ja, nein, vielleicht?

Nachher kommt überraschend U. Und wie immer muss die Frage offen bleiben, ob sie Lust auf Sex hat oder doch nicht.

Kommunikation kann ganz einfach sein

Ich habe da eine Bekannte (auch eine U.), die sich immer mal wieder bei mir per Mail meldet und Rückmeldung gibt, wie sie mich bei verschiedenen Treffen in Verein 1 empfunden hat oder was sie beschäftigt. Das ist wirklich nett – würde ich ihre Mails nur verstehen.

Da stehen dann so Sätze wie:

streit ist manchmal fruchtbar furchtbar bar Frucht, wenn zwei das so besonnen lassen

und ich hab nicht die geringste Ahnung, wie sie jetzt auf „Streit“ gekommen ist, denn in all den Mails davor, ist nicht einmal das Wort gefallen. Aber ihr tut es anscheinend gut, mir schreiben zu können, weil sie zumindest eine Rückmeldung bekommt, dass ich es gelesen habe. Und mir tut es dann auch gut, ihr manchmal etwas von mir zu schreiben ohne achten zu müssen, ob das nun Sinn macht oder nicht.

WMDEDGT 4/17

Mach‘ ich wieder mit. Frau Brüllen fragt – wie jeden Monat am 5.: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

6:56 – Das mit dem Wecker. Wach‘ war ich kurz aber schon mal so gegen kurz vor 6, als sich U. aus meinem Bett schälte. Die musste um 6:30 auf dem Zug sein, die Arme.
7:10 – Zwei Brote schmieren, weil ich es mal wieder gestern Abend vergessen habe.
7:25 – Nochmals hoch in die Wohnung, Handy vergessen. Und das brauche ich heute an der Arbeit, dass ich was zum Spielen habe.
7:45 – Dennoch pünktlich im Job. Wie erwartet: Nichts, aber auch rein gar nichts zu tun.
10:01 – Überraschenderweise hat bisher drei mal das Telefon geläutet – drei mal falsch verbunden. Derweil Internetlektüre zu einem möglichen zukünftigen Fachthema.
11:09 – Drei Buchbesprechungen geschrieben und einen wirklich guten erotischen Text von V. gelesen, der seine Wirkung zeigt.
11:44 – Akku ganz schön geschröpft. Und da ich ausreichend Überminuten habe, haue ich früher ab.
12:18 – Aufgewärmter Blumenkohl mit Schinken von gestern und ausgiebige Zeitungslektüre.
12:57 – Buchbesprechungen von heute Vormittag ins richtige Dokument in der richtigen Formatierung, ausgedruckt und eingeordnet. Übliches Rumgemache bein flickr, instagram und tumblr. Unüblicher Download von Arno Frank: So, und jetzt kommst du. Leseprobe HIER.
13:30 – Restlektüre der Peter-Weis-Biographie von Werner Schmidt. Und dann noch ein paar Briefe von Marcel Proust.
14:05 – Das tägliche Foto
2017-04-05 14.30.09-1
14:14 – Dann gleich mal darin weiterlesen.
15:10 – Aufbruch Vorstandssitzung Verein 2.
15:30 – Vorstandssitzung. Wie immer: Viele, viele Wörter und Sätze – geklärt ist nach gut 90 Minuten nur wenig.
17:17 – Dies & das & jenes.
18:30 – Nach Fußweg mit Mann bei der Spanierin – wir lassen halbgemäßigt auffahren und es uns gut gehen. Auf alle Fälle eine Option mit mehreren (weil man dann noch mehr probieren kann).
20:21 – Zurück im trauten Heim, es will da einiges noch geplant und abgesprochen sein für die nächsten zwei Wochen.
22:59 – Über das Organisieren, wenig erfolgreich, weil niemand klar sagen kann ob oder ob nicht, sondern nur „vielleicht“ bzw. „gegebenenfalls“ bzw. „unter Umständen“, am Fernseher hängen geblieben. Aber jetzt mit Arno Frank in die Federn. Könnte ja sein, dass morgen wieder nix zu tun ist.

Outdoor, Sex, damals

Gute 14 Kilometer heute unterwegs. Nach ca. 10 Kilometer mache ich eine kurze Teepause an einer Bank und erinnere mich plötzlich, wie ich vor zwei, drei Jahren dort mit U. war. Sie saß auf rittlings auf meinen Schoß und ich bekam nicht nur einen Ständer sondern auch wahnsinnig Lust sie jetzt so ‚zu nehmen‘. Sie fand das dann etwas zu ‚öffentlich‘ obwohl da echt kaum jemand in der Entfernung vorbei kam und außerdem ihr Rock ja alles schön verdeckt hätte.

Keinen Kilometer weiter bleibe ich an einer leicht versteckten Lichtung stehen und bin mir sicher, dass mir M. vor Jahren genau an dieser Stelle mal einen geblasen hat. Das war in der Zeit, wo ich noch nicht schwul war aber mit M., wenn er dann da war oder ich bei ihm, jede Gelegenheit wahrnahmen, um sexuell aktiv zu sein.

Nicht, dass ich einen echten Hang zum Outdoor-Sex hätte – aber ich seh‘ und sah das meist eher pragmatisch. Daher kann ich mich auch ‚rühmen‘ mit M. in T. auf einem Stocherkahn ausgiebig der Lust gefröhnt zu haben (wobei wir, wegen zu vieler Zuschauer, das Finale dann doch in seine Bude verlegt haben). Ach, Jugend, …

Muss ich? Echt?

Wie das halt so im Leben ist, man trifft u.a. auch auf Personen die dann – für eine Zeit – einen Narren an einem gefressen haben, auch wenn man sie jetzt nicht darum gebeten hat. (Die, die gerne einen Narren an einem fressen sollten, weil man ja selber an denen einen gefressen hat, die nehmen normalerweise – warum wohl auch immer – Abstand davon.) So jetzt derzeit U., die mich dann in Verein 1 mit ihren  unterschiedlichen Vorstößen ganz schön in Schwulitäten bringt, da es manchmal fast so aussieht, als hätte ich sie vorgeschoben. Ihr letzter Vorstoß bestand darin zu fordern, dass ich für meine ehrenamtliche Arbeit auch bezahlt werden solle mit der Begründung, ich würde ja mehr als die anderen machen. Als Schatzmeister musste ich das natürlich gleich mal ablehnen und ihr dann auch mehrfach, zuletzt schriftlich, erklären, dass das einfach nicht machbar ist, denn wenn ein Ehrenamtler was bekommt, dann müssten die anderen auch was bekommen was aber den Haushalt komplett übersteigen würde, mal abgesehen von der Tatsache, wie man welche Tätigkeit mit was vergüten könnte. Als Antwort folgte jetzt eine Mail, deren Kernaussage (?) wohl lautet:

Die – Deine – Gefühle wirken auf mich wie ein Indikator, anzeigend und registrierend: das IST. Achtsam wahrhaft klar bedeutsam. `Will` ist und verweist auf Dein Selbst Verständnis. Du bist Dir dessen bewusst.

Muss ich darauf reagieren? Und wenn unbedingt ja, wie?

Nette Idee

Vorstandssitzung Verein 1. Ich stelle den mehrfach bearbeiteten Haushalt in Höhe von 180.000 Euro vor, erkläre verschiedene Änderungen bei verschiedenen Kostenstellen, setze in Bezug, verweise auf feste und weiche Zahlen … und frage dann, ob es noch Fragen gibt. U. meldet sich: „Was verdienst Du denn dabei?“ Nach kurzer Irritation stellt sich heraus, dass sie nicht nur wissen will, was ich für meine ehrenamtliche Arbeit im Verein verdiene – selbstverständlich nix bis auf die 5 Euro Fahrtkosten je Sitzung wie alle anderen auch -, sondern fordert, der Verein möge mich adäquat bezahlen. Zugegeben, nette Idee und ich könnte es auch gut gebrauchen, aber als Schatzmeister musste ich dann schon aus vereinsrechtlichen Gründen, ihre Forderung rundum ablehnen.

Eine leicht skurrile Situation, denn die Geschäftsführung hatten den Spagat zu bewältigen, meine Arbeit zwar anzuerkennen aber auch deutlich zu machen, dass da kein Geld fließen kann, da ich ja Ehrenamtler bin und es nur Geld für die gibt, die Hauptamtlich sind und die das natürlich auch verdient haben weil sie mehr machen als die Ehrenamtler aber deren Engagement ja nicht zu unterschätzen …

Ich habe dann mal darum gebeten, über den Haushalt abzustimmen.

Gerade U. noch ne Mail geschrieben und mich dafür bedankt, dass sie mein Engagement sieht.

WMDEDGT 12/16

Mach‘ ich mal wieder mit. Frau Brüllen fordert wie jeden Monat auf, den 5. eines Monats zu protokollieren: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

7:11 – Ich werde wache und registriere langsam: ich bin komplett nackt; ein anderer nackter Arsch schmiegt sich an meinem; ich schlafe defintiv nicht in meinem Bett. Dann erinnere ich mich, dass ich ja bei meinem besten Freund P. in  B. bin, ich einen Tag Urlaub habe und somit alles seine Richtigkeit hat.
7:25 – Ich ziehe mich mühsam an, weil meine Klamotten, warum auch immer, über den ganzen Raum verteilt liegen.
7: 36 – Der Mitbewohner von P. ist in der Küchen verbotenerweise wach und gesprächig. Ich schnappe mir die Zeitung von gestern und tue so, als würde ich interessiert lesen – dass ich keine Lesebrille aufhabe, fällt niemanden auf. Immerhin gibt es Tee.
7:50 – Jetzt kann ich mal kurz ins Bad.
8:09 – P. und ich machen uns auf zum Bahnhof.
8:20 – Kleine Knutscherei zum Abschied.
8:25 – Stelle mich in einer Bäckerei unter, höre „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera, trinke einen lauwarmen Tee, kaue auf einer Plastikbrezel herum.
8:59 – Der Zug ist gegen alle anderen Angaben pünktlich.
9:01 – Sogar ein Sitzplatz. Lese etwas in „Das Pfingstwunder“ von Sibylle Lewitscharoff, schließe dann aber doch lieber die Augen und döse vor mich hin.
10:21 – Der Zug ist immer noch pünktlich als ich aussteige.
10:30 – Zuhause sinnloses Hin und Hergelaufe, koche Tee, werfe einen Blick in die Zeitung, fahre den Rechner hoch, lese die eine Mail, gucke schnell bei tumblr und flickr, was die nackten Männer machen (sie sind immer noch nackt), schaue auf den Kalender, was der Tag so noch für mich bereit hält.
11:03 – Ziehe die Lektüre für das Bibel-Leseprojekt vor.
11:50 – Kleines Mittagessen (Rosenkohl vom Samstag) und Zeitungslektüre.
12:37 – Dringend benötigter Mittagsschlaf.
14:09 – Korrespondenz.
14:19 – Fotos machen und bearbeiten für die Wochenaufgabe um 17 Uhr auf dem Foto-Blog.
14:52 – Tee und Verfassen des Protokolls der ordentlichen Mitgliederversammlung vom Samstag (Verein 2).
15:31 – Lektüre: J. J. Vosskuil: Das Büro I – Direktor Beerta
15:55 – Aufbruch zur Straßenbahn.
16:30 – Laberrunde für’s Geschriebene. Habe verdrängt, dass es nach den 90 Minuten noch ein „gemütliches Beisammensein“ gibt, diesmal sogar mit Alkohol in Form von Glühwein. Also bleibe ich eine Anstandszeit und mache mich, ohne aufräumen zu helfen, mit S. ab.
18:47 – Rückfahrt mit der Straßenbahn
19:04 – Abendessen kochen (Nudelsuppe) und essen und in die Glotze gucken (verschiedene Nachrichten).
20:17- Korrekturen in den Haushaltsplan Verein 1 einarbeiten.
20:50 – Chat mit U. Sehr schleppend, weil sie was auf dem Herzen hat, aber nichts erzählen will, dafür aber andauernd Anspielungen macht. Ich halte es interessanterweise diesmal aus.
22:17 – Feierabend. Bisschen doof in die Glotze gucken.
22:50 – Aufbruch ins Bad, dann mit nem Glas Rotwein und Vosskuil in die Federn. Wenn nich noch fünf Seiten schaffe, bin ich gut, zehn dürften utopisch sein.

Hauptsache kompliziert

U. mal wieder über Nacht da. Sie lebt ganz im Süden, macht aber eine Ausbildung ganz im Norden, da liegen wir in etwa auf der Hälfte, sie bekommt gekocht (und ißt sei mehren Monaten in rauhen Mengen, was sie sonst nie tat), ein Bett und etwas Unterhaltung.

Heute morgen hat sie sich angeboten Brötchen zu holen. Was wir denn wollen? Zwei Roggenbrötchen und ein normales Rundes. Sie brachte, klar, vier Roggen und drei Runde für uns, für sich zwei Runde und ein Croissant. Ob ich denn das Croissant wolle? Nein. Sie würde auch etwas anderes essen. Nein danke. Ob ich mir sicher sei? Das gleiche Spiel mit meinem Mann, leicht getoppt von: Ich esse dann was anderes, vielleicht habt ihr ja noch Brot übrig?

Dann macht sie sich etwas für die Fahrt. Ob sie das Messer benutzen dürfe? Ob sie sich etwas Butter nehmen könne? Ob sie etwas von dem Aufschnitt nehmen können? Ob sie etwas von der Salami nehmen könne? Sie würde aber auch von der Lyoner nehmen, wenn uns das lieber sei. Sie könne aber auch Käse nehmen. Aber es wäre ja noch Zeit genug, etwas Salami zu kaufen, wenn wir nicht wollten, das sie von der Salami nimmt, die da ist. Wenngleich ja auch noch Lyoner da ist, die sie nicht so gerne ißt, aber auch davon nehmen könne. Und so weiter und so weiter. Höhepunkt: Ob sie eine halbe (!) Essiggurke aus dem Glas nehmen könne? Nein! Die gibt es nur ganz oder gar nicht!

Und die Teesorten im Schrank werde ich umgehend auf zwei reduzieren – das spart sicherlich dann auch gute 10 Minuten!

Soviel Selbstbewußtsein muss sein

aus einem chat gerade mit u. ich schrieb:

ich denke, meine spätzle haben bestand auch vor einer katholischen bauernstochter.

Nicht mein Tag

Kein guter Tag heute. Sehr einsam. Sehr schweigsam. Sehr zurückgezogen. An der Arbeit nichts wirkliches zu tun, außer alte Vorgänge einscannen und in Ordner abzulegen – das kann auch jeder 15-jährige. Nachmittag alleine, Bibel lesen, Dante lesen, dann wieder kommatöser Mittagsschlaf. Abendessen beim Türken, der der Mann im Dauereinsatz. Dante-Lesekreis, war zwar gut, aber ich nicht wirklich dabei. Immerhin, im Dialog mit den anderen ist mir einiges aufgegangen und wenn E. sagt, das sei für ihn ein neuer Gedanke,dann ist das wie ein Ritterschlag. Am Abend vergessen die Schmerztablette zu nehmen, jetzt die Erkenntnis, dass sie zwar etwas geholfen haben, aber nicht wirklich. Versuche einen Termin bei einem Neurologen zu bekommen bisher gescheitert. U. sagt den Chat-Termin für Donnerstag ab – irgendwie hat die es echt nicht mit Terminen bzw. Terminkalendern (aber mir dann vorwerfen, ich hätte weder Interesse noch Zeit). Immerhin ist der ferne E. nicht sauer auf mich sondern hat derzeit, weil auf dem Lande weilend, nur schlechte Verbindung, deswegen ist die Kommunikation stark verkürzt. P. hat immer noch nicht gelernt, dass man auch zwei Fotos in eine Email packen kann, also habe ich das Postfach voll. Und wie erkläre ich meinem Chef, dass ich, obwohl ich nix zu tun habe wirklich, nach sechs Wochen schon vier Überstunden habe, und somit Anspruch auf einen Gleittag habe?

2.8.16

Am Ende des Abends:

  • Schon spannend zu sehen, wie L. und U. das Abendessen als Forum sehen und mindestens die erste Stunde mit ihren Themen beherrscht. (Was mein Mann, der früher mit L. zusammen war, so „überhaupt nicht“ sehen kann.)
  • Die Morchelsoße zu den Perlhunbrüsten war echt der Hit – das Lob gehört vollumfänglich meinem Mann, überhaupt – das war gut gekocht.
  • Schon spannend, wie L. und U. immer konservativer werden und in gewisser Weise der „guten alten Zeit“ nachtrauern, während der Rest tapfer dagegen hält und die Gegenwart annimmt.
  • Ich mag E. einfach.
  • Bewundernswert, wie E. sich mit der Bibel auskennt. Das war gegen Ende mal kurz Thema, also mein Leseprojekt, und E. feuerte eine Stelle nach der anderen ab.
  • Als Hochzeitstermin wäre der 2.8.16 so schlecht nicht, denn 2 x 8 = 16
  • Und trotz Halbhexenschuss genieße ich es gerade, mal wieder ohne Hosen rumsitzen zu können. (Das T-Shirt ist aber auch wirklich lang und dick genug.) (Ähh, Anmerkung: Die Hosen sind runter seit die Gäste weg sind und nicht derweil – ich weiß, was sich gehört!)
  • Und schon ganz schön interessant, dass E. und ich jeweils auf Balken gekommen sind. Und wir haben das – Hand aufs Herz – echt nicht abgesprochen.

Nach wie vor diese bittere Erkenntnis

Für heute Abend hatte ich (nicht billige) Karten für eine Art Musik-Kabarett. Meinem Mann, mit dem ich hinwollte, fiel letzte Woche ein, dass er nicht mit kann, da er eine Sitzung leiten muss. Ersatz war schnell gefunden, die Schwester ist zu Besuch. Die hat sich aber schon seit gestern unter die Decke aufs Sofa vor den Fernseher mit Magendarm verkrochen.

OK, dann eben C. anrufen, der kann ja mit klassischer Musik – der steckte dann aber auf der Autobahn fest. Dann eben A. (der eher zufällig hier ist),  ist zwar nicht sein Thema, aber aufgeschlossen ist er – nun, andere Verabredung.

Und dann trat das ein, was niemand glauben will: Ich wußte einfach nicht, wen ich sonst hätte anrufen können. OK, M. wäre für das Thema zu gewinnen gewesen, aber dann hätte ich mich in Schale werfen müssen (d.h. Anzug und Krawatte) und die Absprachen wären kompliziert gewesen. Die Karten A. und Z. geben – dafür sind sie einfach nicht spontan genug. J. fragen – aber der wäre der Weg zu weit gewesen. L. und U.? L. wäre das zu früh gewesen, weil er noch in der Praxis ist, U. hätte es doof gefunden. Ähnlich bei E. und M.

Und die, die einfach mitgegangen wären, leben halt in Indien oder Braunschweig oder Karlsruhe oder Freiburg und noch ein paar wenige Städte mehr …

Und dann frag ich mich: Stell dir vor, dein Mann verunglückt tödlich im Straßenverkehr. Wen rufst Du an, der dann einfach zu Dir kommt und Dich in den Arm nimmt, ohne aber erst aus Indien oder Braunschweig oder Karlsruhe oder Freiburg und noch ein paar wenige Städte mehr anreisen zu müssen?

In den letzten fünf Jahren habe ich eine einzige Person gefunden, bei der ich das Gefühl habe, ich könnte damit kommen, und sie würde auch ohne Frage alles stehen und liegen lassen und zu mir zu kommen, mich in den Arm zu nehmen und einfach da sein. Aber wenn die in Urlaub ist?

„Die Einsamkeit des Menschen ist unantastbar.“ Das habe ich als Student in depressiver Phase formuliert. Scheint aber nicht falsch zu sein.

 

 

Auswirkungen

Eine Freundin beschwert sich heute wiederholt, dass wir uns so selten im Chat treffen. Vergisst aber einfach, dass sie derzeit meint soviel arbeiten zu müssen, dass Chat-Zeiten immer nur rein zufällig sind.

Die selbe Freundin beschwert sich wiederholt, dass sie von mir nichts mehr erfährt, weil ich ihr diese Blogadresse nicht gebe. Sie weigert sich aber selber einen Blog zu betreiben.

Bei mir gilt: Wenn ich mich ausziehe, dann bitte das Gegenüber auch.

Ich bin gerade etwas angefressen, dass nicht wenige von mir erwarten, dass ich nicht nur Auskunft über mich und mein Seelenleben gebe, sondern auch erwarten, dass zu jeder ihnen (sic!) passenden Zeit zu tun.

Und jetzt langsam, wo ich mich gegen diese allgemeine Verfügbarkeit nachhaltig wehre, regt sich der Protest immer mehr. Dass ich nicht ans Handy gehe, hat man noch irgendwie geschluckt. Aber das Facebook lahm liegt? Dass WhatsUp eine sporadische Geschichte ist? Dass ich immer und immer wieder auf meine Mail-Adresse verweise? Oder gar auf meine Festnetznummer?

OK, mir geht es echt nicht darum, mich den modernen Kommunikationsformen zu entziehen und dem Wählscheibentelefon nachzutrauern (bei Gott nicht, die Deutsche Post / Telekom werde ich bis zum Ende meiner Tage vorwerfen, dass sie nichts anderes als Abzocker sind ohne auch nur annähernde Leistung gebracht zu haben / zu bringen / bringen zu werden) – mir geht es um so etwas wie Verbindlichkeit. Wenn ich mich dienstags zum Chat verabrede, dann ist das so, als würde man sich in der Kneipe treffen – und da kommt man üblicherweise auch einigermaßen pünktlich (und auf 10 Minuten gucke ich nicht). Aber möppern, dass ich nach 90 Minuten gegangen bin … nö, da bin ich dann halt oldschool.

Und weiter geht’s

Am Abend „Familienessen“ (erklär ich demnächst) in abgespeckter Form aber mit U. als Gast, die ich etwas vom Sehen kenne. Ich mochte schon immer an ihr die roten Haare und ihren etwas ausgefallenen aber durchdachten Kleidungsstil. Wir treffen uns zufällig an der Haltestelle bei der Hinfahrt, haben einen schönen und themenreichen und lustigen und interessanten und lebendigen und wissensreichen und überraschend schmackhaften Abend  (denn L. & U. sind jetzt nicht gerade die begnadeten Köche) und als uns der Hausherr U. nach Hause fährt und ich ihr in den Mantel helfe kommt von ihr ein: „Du bist aber ein interessanter Mensch!“

Ist das wirklich so, dass ich gerade ne Menge an Anerkennung abbekomme oder ist es so, dass ich es höre / wahrnehme / annehme?

Nach der Badewanne – ein Credo

U. hatte sich heute wegen ausgefallener Chats ‚beschwert‘ und man merkte der letzten Mail deutlich an, dass sie etwas sauer auf mich war, da ich auch heute Abend nicht zu ihren Zeit ‚on‘ war. Aber der Geburtstag meines Mannes geht da vor.

Zuerst habe ich nur kurz und knapp und rational geantwortet und alles vermieden, um es zu keiner Konfrontation kommen zu lassen. Aber in der Badewanne, genauer beim Abtrocknen, entstand im Kopf folgende Mail, die ich so auch abgeschickt habe. (Eine unerhebliche Streichung, mit (…) kenntlich gemacht, war vorzunehmen.)

Ich find’s schade, dass wir den Montag-Termin nicht mehr haben können, aber da haben sich die Leben eben verändert.
Ich kann aber – vielmehr: Ich will aber andererseits nicht jeden freien Abend am Rechner sitzen und warten, ob Du Zeit hast und derweil meine Lebenszeit damit zu vertun. Mir wird nämlich immer mehr bewußt, wie verdammt endlich das hier alles ist.
Ich hatte schon mal geschrieben, dass wir uns einfach besser verabreden müssen, wann jede/r Zeit und Raum hat.
Denn wenn ich bspw. kurz nach 20 Uhr von einem (…) komme, bin ich zwar da, gucke auch in meine Mails, auf meine Blogs, gucke bei flickr, fc und tubmlr vorbei, bin aber noch lange nicht genug ‚da‘, um zu reden / chatten. Und wenn da dann eine Anfrage von Dir ist, muss ich sie irgendwie ignorieren / ablehnen, denn ich bin einfach noch zu sehr in den anderen verhaftet.
Ich versuche zudem ganz bewusst viel weniger hinter diesem Rechner zu sitzen (wie du ggf. auf das Fernsehen verzichtest) – so dass ich viele Nachrichten erst Stunden später lese – um mich mehr dem zu widmen, was mir nicht die Zeit stiehlt (wie bspw. tumblr, nackte Männer gucken, langweilige Nachrichten lesen, langweilige Blogs verflogen, sinnlos Sinnlose suchen …) sondern wieder mehr zu lesen (und dazu Anmerkungen zu schreiben, zu reflektieren, meine privaten Buchkritiken ’sauber‘ zu verfassen), mehr Musik aufmerksam und konzentriert zu hören, mir Wissen aneignen, konkreten Fragen nachzugehen und auch die Scheu vor dem Telefon wieder zu verlieren.
Ich möchte insgesamt (mit allen) wieder zu mehr Verbindlichkeit kommen und nicht auf dieses „schauen wir mal“ zu vertrauen, was nach meiner Erfahrung nach immer mehr in allgemeine Beliebigkeit abdriftet.
Ich möchte einfach wieder mehr definierte Mitmensch-Zeiten und Ich-Zeiten haben, ich möchte einfach nicht mehr zu jeder Zeit alles machen / können / leisten / hören müssen.
Das hat was mit Achtung und Respekt vor den anderen und vor mir zu tun. Ich bin einfach nicht gut, wenn ich nur mit einem halben Ohr jemanden zu höre, nur mit einem halben Hirn argumentiere, nur mit einer halben Leidenschaft leidenschaftlich bin, nur mit einem halben Herz dabei bin, …
Das alles schließt Zufälle / Spontanität nicht aus – macht aber Zufälle und Spontanität nicht zum beherrschenden Prinzip.

 

Wenn man es genau wüßte

Ist schon etwas her, da bekam ich von einer Freundin eine leere Mail mit folgender Betreffzeile:

Magst du noch ein wenig in mir sein

Nun, ich hätte prinzipiell nichts dagegen gehabt, aber abends für „ein wenig“ mal schnell 500 Kilometer fahren? Und: War  ich damit überhaupt gemeint? Gibt es da vielleicht einen anderen Liebhaber? Oder wollte sie „mit mir“ schreiben und hat unbewusst …?

Ein Satz, der einen Roman wert ist.

# 187 – Kontrastprogramm

An den Bodensee eingeladen worden. Heute morgen mit ultradickem Kopf hingefahren. Im See schwimmen gewesen! Sonne genossen! Ne Portion Spaghetti genossen (musste sein). Und jetzt noch leicht bekleidet bei einem Glas Weißwein und einem ultraspannenden Tatsachenkrimithrillerwahnsinn.

2015-06-24 19.32.36

Alles, aber auch wirklich alles!

Immerhin konnte ich vor Wochen U. davon überzeugen, dass so gut wie kein Arbeitgeber es verdient hat, dass man seinen Resturlaub ihm schenkt. Sind in ihrem Fall ’nur‘ drei Tage, aber es sind eben drei Tage!

Da ich ja gerade Zeit genug habe, habe ich ihr angeboten, wenn es nicht teuer ist, verbringe ich die Tage mit ihr auf dem Rad mit Zelt an einem Fluss … wie auch immer.

Also wurde heute diskutiert, ob man in Rom Rad fahren kann und wie weit es zum Meer ist. Bzw, ob an der Ostsee ähnlich viel Kulturelles ist wie in Rom, aber mit weniger Menschen und mehr Schwimmbädern. Oder könnte man nicht nach Holland ans Meer fliegen, um dort Kulturelles zu erleben? Und wirklich ideal wäre es, wenn Rom nur 300.000 Einwohner hätte bei gleichem kulturellem Gehabe, direkt in Ostia liegt, autofrei ist und Übernachtungen soviel kosten, wie ein Campingplatz in Nord-Nord-Rhein-Westfalen.

Die Nerven liegen gerade etwas blank ob dieser konsequenten Missachtung von gegebenen Realitäten. Nichts gegen Träume, nichts gegen Traumurlaube – aber Wunder dauern halt immer etwas länger als mal in zwei Wochen schnell …

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

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