Durch die Zeit

Tag: Ulysses

Bloomsday

Da wird also heute niemand darum rumkommen. Irischen Whiskey und gebratene Nierchen (oder andere Innereien). Für die Nicht-Joycianer sollte es dann zumindest also schon Tee und ein Gorgonzola-Sandwich sein.

Have you a cheese sandwich?

—Yes, sir.

Like a few olives too if they had them. Italian I prefer. Good glass of burgundy take away that. Lubricate. A nice salad, cool as a cucumber, Tom Kernan can dress. Puts gusto into it. Pure olive oil. Milly served me that cutlet with a sprig of parsley. Take one Spanish onion. God made food, the devil the cooks. Devilled crab.

—Wife well?

—Quite well, thanks … A cheese sandwich, then. Gorgonzola, have you?—Yes, sir.

*

-Mustard, sir?

-Thank you.

He studded under each lifted strip yellow blobs.Their lives. I have it. It grew bigger and bigger and bigger.

Mr Bloom ate his strips of sandwich, fresh clean bread, with relish of disgust, pungent mustard, the feety savour of green cheese. Sips of his wine soothed his palate. Not logwood that. Tastes fuller this weather with the chill off.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die Lektüre des Ulysses ein ‚muss‘ ist. Ich helf‘ auch gerne.

#304 – Punkt

„Punkt“ war die Aufgabe diese Woche im Photoblog. Und es ist ja echt unteschiedlich, wie lange ich für eine Idee brauche. Das hier war Mittelstrecke. Einfach den letzten Punkt von Büchern. Ich könnte ja jetzt ein Rätsel veranstalten, aber das wäre dann doch wohl zu leicht, also im Uhrzeigersinn: Bibel – Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – James Joyce: Ulysses [und ich war mir sooo! sicher, dass der Roman ohne Punkt endet und dass gerade das der Clou hätte werden sollen – denkste] – Fjodor Michailowitsch Dostojewskij: Rodion Raskolnikoff (besser bekannt unter dem Scheißtitel: Schuld und Sühne).

+ 1941: James Joyce

Unter der Dusche ist es mir gerade wieder eingefallen, was ich seit Tagen im Kopf wälze: Wie schreibe ich hier über den Ulysses von Joyce, um nicht als Angeber dazustehen und die Leser des Blogs zu animieren, diesen genialen Roman (endlich) zu lesen? OK, lest auch alles andere von ihm, es lohnt sich – aber der Literaturhammer ist und bleibt Ulysses, der gerne als Jahrhundertroman bezeichnet wird, der aber in Wahrheit mal ganz locker ein Jahrtausendroman ist.

Wollschläger, der Übersetzer (der sich aber Überträger nennen mag), hat mal einen Text geschrieben, den es im INet leider nicht gibt, mit dem Titel (etwa): „Wer hat Angst vor Ulysses“. Darin beschreibt er, das Ulysses einer der ganz, ganz, ganz wenigen Texten ist, bei denen man nicht weiß, wie es weitergeht. Bzw. man mein es zu wissen und es kommt aber garantiert anders, aber vollkommen anders. Das macht die Lektüre natürlich extrem schwierig, weil sie sich jeder Lesererwartung entgegensetzt. Aber wenn man das annimmt, dann ist dieser Roman das, was er sein will, dann ist dieser Roman das, von dem er schreibt: Ein Abenteuer!

Als ich ihn das erste Mal zu Ende gelesen hatte, konnte ich nur wenig dazu sagen. OK, da gab es einen Leopold Bloom, seine Frau Molly. Da war noch ein Deadalus – sein (unehelicher?) Sohn? -, irgendjemand der gestorben ist und noch ein paar gefühlte 1.253 Personen. Hätte man mich nach der Handlung gefragt, dann hätte ich im Brustton der Überzeugung gesagt: „Also das spielt in Dublin, mit Sicherheit.“

Nach der ersten Lektüre dieser 1.000 Seiten war ich echt frustriert. Stund‘ über Stund‘ habe ich mich da durchgekämpft und am Ende: Kaum was verstanden. OK, Kapitel eins bis fünf nimmt man mit. Zwar den ein oder anderen Perspektivwechsel, aber das kennt man ja. Doch dann … dann muss man sich mit althochdeutsch rumschlagen, ein Kapitel besteht nur aus Fragen und Antworten wie im Katechismus, eins ist total irre und als Dialog von vielen geschrieben, ein anders wartet mit bombastischen Satz- und Wortkaskaden auf, so dass man sich komplett verliert … und man fragt sich die ganze Zeit, wie soll das zusammengehören, um was geht es hier den eigentlich, was soll das und: Wer ist hier eigentlich der Irre? Der, der das geschrieben hat, oder der, der das liest?

Und dieser Frage habe ich mir auch nach der ersten Lektüre gestellt – und da ich nicht irre sein wollte und ich mir es auch wenig vorstellen konnte, das es Joyce sei und ich merkte / fühlte / ahnte, da „ist was“, hab‘ ich das Ding, nach einer kurzen Pause, nochmals gelesen. Viermal habe ich es mir in der Zwischenzeit zu Gemüte geführt, dank E. mir auch das kongeniale Hörspiel reinziehen können, dank Tante G. die komplett Lesung. Es gibt jetzt Stellen, die kann ich sogar erklären, kann sogar das Grundkonzept erläutern, kann auf das ein oder andere hinweisen … aber kapiert, kapiert habe ich den Roman nach wie vor nicht. So – und jetzt bitte mal die Hand hoch von denjenigen, die das von einem anderen Roman auch behaupten können, also mehrfach gelesen, immer noch nicht alles kapiert, aber immer noch interessiert.

Und da hilft eben Wollschläger. Wenn man ein einziges Mal in seinem Leben einem Buch blind vertraut, wenn man einfach mal sagt: Ich bin nicht schlauer als der Autor und ich lasse mich von ihm leiten, ich gebe mich in seine Hände, in seine Worte, wenn man einmal es zulässt, sich von Literatur wirklich (!) überraschen zu lassen, dann, ja dann gibt es nur den Ulysses von Joyce (sage ich bei dem Stand von gut 1.700 gelesenen Büchern).

Und jede und jeder der nun mit dem Gedanken spielt, sich das Machwerk mal reinzuziehen: Ich bin gerne als Begleiter dabei, ohne dem Abenteuer auch nur einen Deut zu nehmen.

Und ohne viel zu verraten, aber vielleicht hilft der Schluss des Buches ja den Roman in Angriff zu nehmen, denn da heißt es ganz, ganz, ganz am Ende:

ja ich will ja

C. meets A.S.

Letztes Jahr war das auch schon so. Ich sichere H. zu, dass C. und ich die Lesung bestreiten. Ich bereite alles vor und maile C. an, wann er denn Zeit hat. Keine Reaktion, keine Antwort, nichts. C. hat sich dann fünf Tage vor der Lesung gemeldet und wir haben dann jeden Tag zwei Stunden geübt. Denn ich hatte ne Ulysses-Lesung vorbereitet, die für uns Vorlesenden schon teilweise anspruchsvoll war, denn bei einem Teil haben wir quasi nach jedem zweiten Wort die Stimmen gewechselt usw.

Und dieses Jahr darf ich nochmals ne Lesung machen, „Arno Schmidt zum 100.“ , und wieder mit C., so zumindest geplant. Letztes Jahr grob angefragt, Zustimmung bekommen, dieser Tage die Texte ausgesucht, ihn angetickert bei Mail, per sms … keine Antwort. Bis Sonntag hab ich ihm Zeit gelassen, ab morgen werde ich mir Plan B. überlegen.

Vor einer Stunde stand C. auf einmal im Wohnzimmer, alles gut, viel Lust und wir sind richtig professionell schon mal die Texte durch, ich hab ihm meine Ideen erzählt, er hat Ergänzungen gebracht. Wochenende Textstudium, Montag erste Probe und Verifizierung, wie wir das mit Zettels‘ Traum machen, da hat er für die vierfach Rollenwechsel schon erste gute Ideen.

Und auf einmal bin ich „zu Hause“, da ist alles mein Thema, ich hab da Ideen dafür, die Texte sind alles in sich stimmig, da gibt es einen roten Faden … und C. grinst mich an und ich weiß, es wird einfach wieder Lust machen, mit ihm zu proben und den Sonntag werden wir mal wieder rocken.

 

Bloomsday

Kurz habe ich ja überlegt, ob ich nicht die Ulysses-Lesung vom letzten Jahr am heutigen Bloomsday wiederhole. Aber als ich dann mitbekam, dass Deutschland spielt, war die Idee gleich wieder weg – wäre eh niemand gekommen.

Aber lieber Lepold Bloom – denk fest an Dich, wie jedes Jahr!

ZT

Streng genommen müsste ich noch 15 Tage warten. Aber da ich über P. Prozente bekomme und ich einfach mal irgendwas zum Freuen brauche, habe ich heute beschlossen, mir meine Rauchen-Aufhör-Belohnung jetzt zu bestellen, nämlich ein Buch. Gut 1.500 Seiten, 1.6 Kilogramm oder so schwer, Sonderformat. Es gehört zu den Büchern der Literaturgeschichte, von denen man schon mal was gehört hat, aber niemand kennt, der es gelesen hat. Zu diesen Brocken zähle ich u.a. den „Ulysses“ von James Joyce („zu schwer“) oder „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust („zu lang“ – na ja, etwas mehr als 3.000 Seiten). Aber da ich die beiden hinter mir habe (jeweils zwei Mal, wenn ich angegeben darf) gibt es jetzt eben „Zettel’s Traum“ von Arno Schmidt – die letzte deutschsprachige Herausforderung.

Jetzt muss P. nur noch ihre SMS checken, dann ihre Mails und dann es bestellen können. Prozente tun da richtig gut, denn für ZT hat man 348 Euro auf die Theke zu legen.

(Und jetzt kann ja jede/r ausrechnen, wie viel ich früher geraucht habe.)

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