Durch die Zeit

Tag: Unterhose

Nicht mehr alleine

Die, die mich etwas näher kennen, wissen, dass ich bis vor drei Jahren einen unglaublichen Aufwand mit meine Unterwäsche getrieben habe (Siehe auch hier, Punkt drei). Beste Stoffe, exquisite Marken, nur das Beste vom Besten und natürlich alles irre teuer. Gott sei Dank war ich nie so blöd und habe mir ausgerechnet, was so mancher Quadratzentimeter denn umgerechnet gekostet hat, schließlich sind an manchen (dreieckigen) Dingern ja nicht wirklich viel dran.

Mit dieser Leidenschaft stand ich wirklich alleine auf der Welt. Stand! Denn jetzt habe ich immerhin einen gefunden (B.), der genauso begeistert über ein bestimmtes Teil sein kann wie ich.

Sieben Dinge

Jule hat mich nominiert. Das passiert, wenn man mitliest. Ich musste etwas länger nachdenken, aber christophrox hat mich dann doch auch noch indirekt animiert. Ob die nun ’schockieren‘ werden, wage ich nachhaltig zu bezweifeln.

  1. Eigentlich wollte ich mal Priester, katholischer, werden.
  2. Bis vor zwei, drei Jahren habe ich gerne Leute in die Badewanne eingeladen (ohne jegliche erotischen Absichten).
  3. Bis vor drei Jahren besaß ich mehr Unterhosen, als das Jahr Tage hat.
  4. Wenn ich Kaffee trinke, dann nur, wenn zuerst der Zucker und dann die Milch in die Tasse kommt. Umgekehrt schmeckt es nicht.
  5. Eine Freundin wollte immer mal mit mir einen Porno drehen – und ich habe nie zugesagt.
  6. Zurzeit sammel ich alle Zahlen zwischen 1 und 1000 als Foto.
  7. Ich hab‘ schon mal CDU gewählt.

– 25

Ich gucke, wenn es sich ergibt, auf Alpha ja wirklich gerne die „Tagesschau“ „vor 25 Jahren“. OK, damit dürfte jetzt allen denkenden MitleserInnen mein Alter so einigermaßen klar sein (wenn es das nicht bereits schon war).

Die Faszination liegt nicht nur daran, die ‚Geschichte(n)‘ schon zu kennen, sondern auch das Hirn anzustrengen und die Namen zu den (irgendwie) bekannten Gesichtern wieder zu finden. Bei manchen ist so geprägt, dass es gefühlt keine Sekunde dauert, obwohl die schon seit 24 Jahren keine öffentliche Rolle mehr spielen.

Und irgendwie bin ich ganz froh, dass ich auf den meisten Bilder, die es von mir gibt, nix anhabe. Denn wenn ich sehen würde, was ich vor 25 Jahre so angezogen habe (stand ich da eigentlich schon nackt vor der Kamera, eher nicht, da stand was anderes, aber nicht vor und mit Kamera … ) ich meine, gestern habe ich Rita Süssmuth gesehen (klingelt es im Hirn? „Ministerin für Jugend, Familie und Gesundheit“ und im Grunde die einzige CDU-Politikerin, die AIDS nicht als Strafe für Schwule gesehen hat – danach war sie zehn Jahre, da von Kohl abserviert, Präsidentin des Dt. Bundestages) mit Schulterpolstern von ca. 1 Meter Länge (auf beiden Seiten) …

Als Kind habe ich immer gelacht, wenn ich frühe Bilder meiner Eltern gesehen habe. Vielleicht auch ein (Mit)Grund, warum ich schwul geworden bin, um dieses hämische Lachen des Eigenerzeugten nicht hören zu müssen.

Aber ich möchte, falls doch mal solche Bilder von mir aus der Zeit auftauchen sollten, darauf hinweisen: Unter der Jeans – nur das Feinste!

 

Wertverschiebung

Bis vor knapp zwei Jahren, als ich noch schlank war – nicht-rauchen macht dick! – war das Teuerste, was ich auf dem Leibt trug, wenn ich denn was anhatte, meine Unterwäsche. OK, so schlimm war es nicht ganz, aber manchmal habe ich für die wenigen Quadratzentimeter so viel gezahlt, wie für eine (sehr) einfache Jeans. Und natürlich habe ich nur exklusive Markenlabels getragen, mir solch dünne Dreiecke mit Bändchen auch mal gerne aus Australien schicken lassen.

Aber die Zeiten, soetwas zu tragen, sind definitv vorbei, denn ich will mich da vor niemanden, auch vor mir nicht, lächerlich machen. (Wohin aber jetzt mit der ganzen, großen, erlesenen Sammlung? Wer kann sie würdigen?) So trage ich nun die von mir früher verhassten labbrigen Boxershorts, aber – ich bleibe bei diesem Thema einfach eigen (warum wohl?) – jetzt wieder auch nur eine ganz bestimmte Art (die ich gar nicht mal richtig beschreiben kann, jedenfalls dickere Baumwolldinger, die auch fallen und so richtig labbrig sind und nicht die dünnen Baumwolldinger, die immer ein Aussehen von Papier haben). Und die gibt es bei C&A – sechs  Stück für 24 Euro, d.h., früher hätte ich für das Geld gerade mal ne Häflte vom Dreieck bekommen.

Der Tag *

Ab 5:30 wird zwar nicht zurückgeschossen, aber spätesten da ist meine Nacht zu Ende, da wälze ich mich dann irgendwie rum, schlafe immer wieder ein, träume immer wieder irgendwelche Scheiße, mache mir Gedanken über „wie-geht-das-wohl-weiter“ und fühle mich hin, ob der Pilz mal wieder sich an delikater Stelle sich ausgebreitet oder den Rückzug genommen hat.

Kurz nach acht dann doch auf, wenn auch ohne Lust, nach Bad-Gang die übliche halbstündige Niesattacke mit SZ-Lektüre. Meine Mann machte sich derweil vom Acker, der will zwei Tage noch auf der Burg schuften.

Den restlichen Vormittag vor dem Computer, erst die eine Mail an E. beantworten, dann noch ein paar Mails ehrenamtlicherweise und schließlich die lange, lange Suche nach kostenfreien epubs. Jetzt habe ich 150 Dateien auf dem E-Reader, was wohl an die 500 Bücher entspricht – aber ich bin noch nie so unglücklich hinsichtlich Lektüre in den Urlaub gefahren. OK, im Gesamtwerk von von Keyserling werde ich noch was finden, aber alles andere ist Not-Lektüre: Homer, Platon, Zola, Hugo, Dumas, Weiß, Shakespeare … halt alles ‚altes‘ Zeug aus meist Kategorie zwei. OK, etwas Zeitgenössisches ist noch – verbotenerweise – auch darunter, aber nix, was mich so richtig anspricht. Echt, auf den Kauf von Unterhosen, Klamotten, CDs, Küchenutensilien und was auch immer … no problem, aber Bücher?

Nach nem kleinen Mittagessen bei gaga hängen geblieben, Platz 35 schaffe ich zwar nicht mehr vor dem Urlaub – aber bis Ende des Jahres jetzt dann doch locker.

Und dann stand B. vor der Tür, der jüngere Bruder meiner Patentochter S. Er hätte gehört, ich würde heute für sie kochen. Als ich erläuterte hatte, dass ich vorgestern der Mutter gegenüber ausgedrückt hatte, man könnte ja gemeinsam kochen stand schon die Schwester S. vor der Tür. Nochmals die selbe Erklärung, dann rief die Mutter J. an.

Nach einigem Hin-und-Her folgender Speiseplan:

Dazu das Agreement von J.: „Du kaufst ein, Du kochst – ich mache die Küche, ich zahle!.“ Da stimmte ich doch gerne zu.

Mit der Patentochter dann zwei Stunden in der Küche – und da war irgendwie toll. Denn irgendwie wollte sie schon wissen, wie ich was warum so koche – und hat mich echt gelöchert -, andererseits hatte ich zwar das Heft in der Hand, aber S. hat gekocht und getan und angerichtet und … jedenfalls so, dass man sagen konnte: Ihr Werk. Und dazwischen hatten wir noch Zeit ganz locker und ungezwungen darüber zu reden wie es ihr geht, was das Studium macht, der Freund, die Zukunft … so ein Patenonkel-Patentocher-Gespräch in lockerster Atmosphäre.

Dass ich derweil der Kochpoetin nicht immer gefolgt bin, versteht sich. Hatte zum Teil anderes Ausgangsmaterial (Schlegel) oder auch Fehlendes (Minze) oder auch Unverständnis (warum die Karotten raus?) …  und während ich S. erklärte, warum sie was wie zu tun hätte fiel mir irgendwie auf, dass ich seit ich ihren Blog lese, in der Küche freier, mutiger, selbstbewußter, kreativer …. geworden bin. Ich kann das echt an nix Konkretem festmachen. Aber lese ich eines ihrer Rezepte, dann sehe ich die Arbeitsschritte vor mir und zugleich meine Varianten, Weglassungen, Hinzufügungen, Änderungen, Ergänzungen. Und ich lese viele Rezepte, wirklich, aber die von ihr … magic!

Abendessen war gut, auch wenn ich merkte, dass alle drei Redebedarf hatten, also gucken, dass jede/r zu seinen Zeiten kommt. Noch mitkommentiert den Probezeltaufbau von S., die sich nächste Woche nach Norditalien abmacht und als Onkel es natürlich nicht lassen können, ihr eine halbe Stunde lang vor google-earth zu erklären, wo gut wo nicht, wo guter Campingplatz wo doof – immerhin habe ich klar gemacht, dass sie mitschreiben soll. Aber habe ich damals auf so was gehört? Ja! Wenn es der Lieblingsonkel war! Aber der war Priester und erzählte immer eher was von Sünde und so …

B. tut mir mal wieder etwas leid, er kommt in der Familie nicht zu seinem Recht. Ich mag ihn, aber die Themen die er hat, die sind mir so fremd. Aber er hat heute ohne Protest den Salat gegessen und todesmutig ne Schnecke probiert (wobei es bei der einen dann nicht blieb). Als Nächstes habe ich Tauben in Aussicht gestellt … das scheint angekommen zu sein.

Und das war es dann auch. Jetzt zappe ich noch etwas, werde noch meine Handy-Farm besuchen und für Ordnung suchen und morgen?

Morgen: Hör-CD zurück in die Bib, Hörstöpsel kaufen (die 35-Euro-teuren vom letzen (!) Jahr haben heute endgültig den Geist aufgegeben) und sonst mögliche weitere Absagen ablegen … jedenfalls nichts, was mich animiert, morgen freudig aufzustehen.

„Der Tag“ ist übrigens ein wöchentliche aktuelle gesellschaftlich-politisch-kritische-kulturelle Sendung von HR2, die sich erlaubt, 55 Minuten lang über ein einziges Thema sich aus verschiedenen Sichtweisen kontrovers zu nähern – ohne Gebrüll, ohne Populismus, ohne Selbstdarstellungsneurosen.

C., Beethoven und die fehlende Hose

C. spielt morgen das 1. Klavierkonzert von Beethoven mit dem hiesigen Uni-Orchester. Heue hat er einer Bekannten geholfen, die Wohnung zu renovieren, war davor in der Uni und schlug um halb zehn Uhr abends dann bei auf, dankbar für ein Bier und Toast. Aber dennoch voller Elan die von mir ausgesuchten Proust-Texte zu lesen.

OK, wie immer: ein Tuck zu lang.

Andererseits: So schlecht war die Auswahl nicht, denn C. muss öfters mal lachen.

Und es erinnert mich an eine Probe von vor zwei Jahren. Da hatten wir uns Joyce vorgenommen und bei der zweiten oder dritten Probe – es war ähnlich heiß wie heute – kam ich in totalen Stress als er klingelte und ich nur ein T-Shirt an hatte. Damals machte es echt TILLT mir mir und ich hab halt dann ohne Hose die Tür geöffnet. C. hat das dann erst weit aus später realisiert, einmal gegrinst, und weitergelesen.

Heute kam ich aus einer Laberrunde mit Verabschiedung des Laberrundenvorsitzenden, zog mir, als ich endlich wieder zu Hause war die Hosen aus und hatte kein Problem, C. die Tür so zu öffnen. Ich vermute, er hatte es eh schon erwartet.

Und das mag ich an ihm: Er kann einfach geschehen lassen. Und es gab oft genug schon Momente, wo er nackt war, ich ihn photographierte und es genauso OK war wie andersrum. Manchmal kann es einfach so einfach sein.

Hip

Heute Abend waren wir – richtig knorke – auf einer „Release Party“ eines jungen Fashion-Labels. Da gab es „Fingerfood“ – also totgebratenes Huhn, totgebratenes Rind, total hippe Tomaten-Mozarella-Spieße und absolut affentittengeile in Schokolade getunkte Bananen – und natürlich Musik. Im Einzelnen: „Future Lounge Music“, „Electro Swing“, „Balkan Beat“ und „Special Guests“. Bei den ersten drei kann ich mir irgendwie gerade noch etwas vorstellen, aber bei „Special Guests“? Wie soll das klingen? Für jeden Hinweis dankbar.

Das Label stellt u.a. aus alter Bettwäsche Boxershorts her. Nette Idee in meinen Augen und mein Mann war so nett und hat mir auch gleich ein Unikat gesichert. Auch wenn etwas teuer im ersten Moment. Aber wenn ich denke, was ich sonst für meine Teile ausgegeben habe sind die echt ein Schnäppchen. Wenn die erste sich bewährt, wird es nicht die letzte sein.

Netter Nebeneffekt: Ich habe noch nie so viele Männer über Boxershorts bzw. Unterwäsche diskutieren hören. Und man brauchte kein absolutes Gehör um zu kapieren, dass sie sich sonst darüber einen feuchten Dreck kehren.

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Erzählte ich früher immer mit einem besonderem Grinsen, dass ich den Altersdurchschnitt um soundsoviele Jahre gesenkt hätte – stelle ich fest, dass ich dies Grinsen nicht einstellen will, wenn man bemerkt, dass man den Altersdurchschnitt um soundsoviele Jahre gehoben hat.

Bleiben die Fragen: Warum tragen so gut wie alle Männer zwischen 20 und 30 ausschließlich Turnschuhe? Und warum tragen über 2/3 der Männer (also auf dieser knorken Release Party zumindest) Vollbärte? Ist das eine Art Talibanisierung? Oder machen die das als Schutz, weil irgendjemand ihnen verraten hat, dass ich Männer mit Vollbärten nicht nur von der Bettkante schubse, sondern sie erst gar nicht so weit kommen lasse?

P.S.: Den Luftballon habe ich spontan adoptiert. Jetzt schwebt er an die Margeriten gebunden im Wohnzimmer.

So halt

Heute morgen sagte A., der spontan bei uns übernachtet hatte, beim Frühstück zu mir: „Was ist denn hier los? Du hast ja eine Unterhose an!“

Bis die Tage!

Wenn dann alles gepackt ist, dann werde ich nochmals kritisch darüber schauen und – ja, ich gestehe, ich hab‘ da gerade so etwas Bedenken was die Temperaturen betrifft, also nachts, und das im Zelt – wenn Platz ist ne lange Unterhose und eine meiner Hausjacken mitnehmen. Und wenn ich die dann nicht brauchen werde, dann wird es mir nix ausmachen, sie durch die Gegend gefahren zu haben.

Will heißen, wenn alles gut geht, dann ist hier für die nächsten zehn Tage Pause!

Ungelöste Fragen (10)

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