Durch die Zeit

Tag: Urlaub

Vielnamig

Morgen wieder bis Montag auf die Burg. „Reanactment“ nennt man das auf klug, wenn man in historischen Kostümen so tut als ob. Und wir tun als ob es 1300 wäre. Das Gute daran: Keine Tomaten! Nicht so gut: Keine Kartoffeln! Gar nicht gut: Keine moderne Medizin. Aber soo ernst wird es dann nicht genommen, in der „Gesindekammer“ steht auch versteckt immer eine Kanne Kaffee und Milch im Tetrapakt. Aber was die Klamotten betrifft … alles naturgefärbt, alles handgenäht, alles x-mal diskutiert …

Man kann es auch „experimentelle Archäologie“ nennen, wenn man versucht im Lehmofen zu backen etc.

Ich nenn‘ es „chillen im Kostüm“, denn meist hänge ich eh in der Ecke rum und guck nur so doof, oder geh‘ ne Runde Bogen schießen. Jetzt werde ich noch ein Sakrileg begehen und ein Buch mitnehmen, denn den Dante muss ich über das Wochenende lesen, da ich Mo und Di keine Zeit dafür habe (und die Bibel eh).

Und ich verrate es auch niemand. Aber schlafen tue ich nicht auf der Burg. Das letzte Mal ne Panikattacke bekommen, brauche ich nicht. Ich komme im Dorf bei R. unter, der gerade im Urlaub ist, habe also neben einem Bett auch eine Badewanne (wo drei reinpasen) eine kleine Sauna ein kleines Dampfad eine Küche ein Kühlschrank ein Fernseher ein …

Geht doch!

Gestern mal wieder das Thema „Was machen wir denn im Urlaub?“ angesprochen. Fällt uns gerade nicht so einfach, weil wir einerseits gerne radfahren würden, aber es mit dem Zelten nicht mehr so haben. Zelten im Grunde schon, aber das auf-dem-Boden-Gehocke geht uns beiden doch ganz schön an die Knochen. Und mir Rad jetzt Stuhl und Tisch mitnehmen ist wenig praktikabel. Deswegen haben wir einmal auf die Räder verzichtet und ein Auto genommen – Urlaub mit Auto geht irgendwie für uns gar nicht.

Jetzt geht es im August an die Nordsee (oder war das die Ostsee – ich muss da nochmals fragen), wir nehmen die Räder mit und haben uns ein klitzekleines Häuschen auf einem FKK-Campingplatz gemietet. So können wir sitzen, nackt sein und Rad fahren (wenn auch letzters dann doch angezogen).

Golden Shower / # 224

Heute dann gleich wieder, auch wenn etwas kürzer und unter leichten Schmerzen. Spaziergang durch goldenes Herbstlaub. Stellenweise waren es goldene Tunnel, dann spazierten wir über rotgeflammten Boden. Und wie immer geht das natürlich nur schlurfend, um das Geräusch der Blätter zu hören.

Leider reichte es nicht, heute auf dem Weg die verschiedenen Sorten zu fotografieren. Das wäre irgendwie ein besonderer Farbkreis geworden.

Genug der Herbsteuphorie – sonst beginne ich noch Bäume zu umarmen oder so.

2015-11-01 14.12.14

Pempel, pempel!

  • In Griechenland ist es heiß – hier nicht.
  • In Griechenland fahren sie alle wie die Irren, aber dafür rücksichtsvoll.
  • Der Grieche an sich pempelt gerne mit Wasser, komplett unabhängig davon, ob es Sinn macht oder nicht. Hauptsache er und sie kann mit Wasser rumspritzen und das am besten den ganzen Tag über.
  • In Griechenland gibt es viele, viele griechische antike Stätten – die einem aber überhaupt nichts sagen, wenn man nicht viel, viel darüber gelesen hat oder jemanden es einem erzählt.
  • Griechische Campingplätze sind entweder nicht mehr existierend oder voll oder unerträglich laut oder komplett upgefuckt – bis auf einen
  • In griechischen Kneipen bekommt man für wenig Geld gigantische Portionen. (Erklärt, warum der Grieche an sich jetzt nicht so der eher schlanke Typ ist.)
  • In griechischen Kneipen bekommt man bevor man auch nur überhaupt etwas gesagt oder geschweige denn bestellt hat, erstmal kostenlos eine Glas oder eine Karaffe Wasser hingestellt.
  • Wo in Griechenland absolutes Halteverbot draufsteht, muss es noch lange nicht damit gemeint sein.
  • Die griechischen Straßenbauer bringen die Gullydeckel auf den Straßen immer so an, dass man unweigerlich darüber fahren muss. Warum konnten wir noch nicht erruieren.
  • Die griechische Finanzkrise ist im Straßenbild eigentlich nicht sichtbar.
  • Die griechische Finanzkrise ist im Gepsräch mit Freunden mehr als spürbar, fast schon bedrohlich.
  • Der Grieche an sich spricht schnell und kann oft deutsch.
  • Der Grieche an sich ist multitaskingfähig. In der Kneipe läuft auf dem rechten Bildschirm Basketball (mit Ton), auf dem linken Fußball (mit Ton), dazu läuft Rembetiko-Musik (so laut wie die beiden Spielberichte) … und der Grieche kann alles gleichzeitg kommentieren, noch etwas nachbestellen und das Gespräch weiterführen.
  • Warum hat mir noch nie jemand etwas vom griechischen Tsipouro erzählt?

Der Tag *

Ab 5:30 wird zwar nicht zurückgeschossen, aber spätesten da ist meine Nacht zu Ende, da wälze ich mich dann irgendwie rum, schlafe immer wieder ein, träume immer wieder irgendwelche Scheiße, mache mir Gedanken über „wie-geht-das-wohl-weiter“ und fühle mich hin, ob der Pilz mal wieder sich an delikater Stelle sich ausgebreitet oder den Rückzug genommen hat.

Kurz nach acht dann doch auf, wenn auch ohne Lust, nach Bad-Gang die übliche halbstündige Niesattacke mit SZ-Lektüre. Meine Mann machte sich derweil vom Acker, der will zwei Tage noch auf der Burg schuften.

Den restlichen Vormittag vor dem Computer, erst die eine Mail an E. beantworten, dann noch ein paar Mails ehrenamtlicherweise und schließlich die lange, lange Suche nach kostenfreien epubs. Jetzt habe ich 150 Dateien auf dem E-Reader, was wohl an die 500 Bücher entspricht – aber ich bin noch nie so unglücklich hinsichtlich Lektüre in den Urlaub gefahren. OK, im Gesamtwerk von von Keyserling werde ich noch was finden, aber alles andere ist Not-Lektüre: Homer, Platon, Zola, Hugo, Dumas, Weiß, Shakespeare … halt alles ‚altes‘ Zeug aus meist Kategorie zwei. OK, etwas Zeitgenössisches ist noch – verbotenerweise – auch darunter, aber nix, was mich so richtig anspricht. Echt, auf den Kauf von Unterhosen, Klamotten, CDs, Küchenutensilien und was auch immer … no problem, aber Bücher?

Nach nem kleinen Mittagessen bei gaga hängen geblieben, Platz 35 schaffe ich zwar nicht mehr vor dem Urlaub – aber bis Ende des Jahres jetzt dann doch locker.

Und dann stand B. vor der Tür, der jüngere Bruder meiner Patentochter S. Er hätte gehört, ich würde heute für sie kochen. Als ich erläuterte hatte, dass ich vorgestern der Mutter gegenüber ausgedrückt hatte, man könnte ja gemeinsam kochen stand schon die Schwester S. vor der Tür. Nochmals die selbe Erklärung, dann rief die Mutter J. an.

Nach einigem Hin-und-Her folgender Speiseplan:

Dazu das Agreement von J.: „Du kaufst ein, Du kochst – ich mache die Küche, ich zahle!.“ Da stimmte ich doch gerne zu.

Mit der Patentochter dann zwei Stunden in der Küche – und da war irgendwie toll. Denn irgendwie wollte sie schon wissen, wie ich was warum so koche – und hat mich echt gelöchert -, andererseits hatte ich zwar das Heft in der Hand, aber S. hat gekocht und getan und angerichtet und … jedenfalls so, dass man sagen konnte: Ihr Werk. Und dazwischen hatten wir noch Zeit ganz locker und ungezwungen darüber zu reden wie es ihr geht, was das Studium macht, der Freund, die Zukunft … so ein Patenonkel-Patentocher-Gespräch in lockerster Atmosphäre.

Dass ich derweil der Kochpoetin nicht immer gefolgt bin, versteht sich. Hatte zum Teil anderes Ausgangsmaterial (Schlegel) oder auch Fehlendes (Minze) oder auch Unverständnis (warum die Karotten raus?) …  und während ich S. erklärte, warum sie was wie zu tun hätte fiel mir irgendwie auf, dass ich seit ich ihren Blog lese, in der Küche freier, mutiger, selbstbewußter, kreativer …. geworden bin. Ich kann das echt an nix Konkretem festmachen. Aber lese ich eines ihrer Rezepte, dann sehe ich die Arbeitsschritte vor mir und zugleich meine Varianten, Weglassungen, Hinzufügungen, Änderungen, Ergänzungen. Und ich lese viele Rezepte, wirklich, aber die von ihr … magic!

Abendessen war gut, auch wenn ich merkte, dass alle drei Redebedarf hatten, also gucken, dass jede/r zu seinen Zeiten kommt. Noch mitkommentiert den Probezeltaufbau von S., die sich nächste Woche nach Norditalien abmacht und als Onkel es natürlich nicht lassen können, ihr eine halbe Stunde lang vor google-earth zu erklären, wo gut wo nicht, wo guter Campingplatz wo doof – immerhin habe ich klar gemacht, dass sie mitschreiben soll. Aber habe ich damals auf so was gehört? Ja! Wenn es der Lieblingsonkel war! Aber der war Priester und erzählte immer eher was von Sünde und so …

B. tut mir mal wieder etwas leid, er kommt in der Familie nicht zu seinem Recht. Ich mag ihn, aber die Themen die er hat, die sind mir so fremd. Aber er hat heute ohne Protest den Salat gegessen und todesmutig ne Schnecke probiert (wobei es bei der einen dann nicht blieb). Als Nächstes habe ich Tauben in Aussicht gestellt … das scheint angekommen zu sein.

Und das war es dann auch. Jetzt zappe ich noch etwas, werde noch meine Handy-Farm besuchen und für Ordnung suchen und morgen?

Morgen: Hör-CD zurück in die Bib, Hörstöpsel kaufen (die 35-Euro-teuren vom letzen (!) Jahr haben heute endgültig den Geist aufgegeben) und sonst mögliche weitere Absagen ablegen … jedenfalls nichts, was mich animiert, morgen freudig aufzustehen.

„Der Tag“ ist übrigens ein wöchentliche aktuelle gesellschaftlich-politisch-kritische-kulturelle Sendung von HR2, die sich erlaubt, 55 Minuten lang über ein einziges Thema sich aus verschiedenen Sichtweisen kontrovers zu nähern – ohne Gebrüll, ohne Populismus, ohne Selbstdarstellungsneurosen.

Alles, aber auch wirklich alles!

Immerhin konnte ich vor Wochen U. davon überzeugen, dass so gut wie kein Arbeitgeber es verdient hat, dass man seinen Resturlaub ihm schenkt. Sind in ihrem Fall ’nur‘ drei Tage, aber es sind eben drei Tage!

Da ich ja gerade Zeit genug habe, habe ich ihr angeboten, wenn es nicht teuer ist, verbringe ich die Tage mit ihr auf dem Rad mit Zelt an einem Fluss … wie auch immer.

Also wurde heute diskutiert, ob man in Rom Rad fahren kann und wie weit es zum Meer ist. Bzw, ob an der Ostsee ähnlich viel Kulturelles ist wie in Rom, aber mit weniger Menschen und mehr Schwimmbädern. Oder könnte man nicht nach Holland ans Meer fliegen, um dort Kulturelles zu erleben? Und wirklich ideal wäre es, wenn Rom nur 300.000 Einwohner hätte bei gleichem kulturellem Gehabe, direkt in Ostia liegt, autofrei ist und Übernachtungen soviel kosten, wie ein Campingplatz in Nord-Nord-Rhein-Westfalen.

Die Nerven liegen gerade etwas blank ob dieser konsequenten Missachtung von gegebenen Realitäten. Nichts gegen Träume, nichts gegen Traumurlaube – aber Wunder dauern halt immer etwas länger als mal in zwei Wochen schnell …

Wird irgendwie nix

Nächste Woche habe ich ja ‚Urlaub‘. Will heißen, die Agentur für Arbeit dreht mir keinen Strick daraus, wenn ich die Stadt verlasse. Irgendwie hatte ich ja gehofft, dass das Wetter so richtig gut wird, um dann nach Amrum zu fahren und dort den nackten Arsch der Sonne zu zeigen. Aber in der Zwischenzeit ist klar: Wird nix bei dem Wetter.

Ne richtige Alternative will sich auch nicht finden weil es da dann am Geld mangelt, so dass es nicht mal kurzfristig nach Indien reicht und all die anderen Ideen. Gerade irgendwie frustrierend.

Und man will es ja nicht glauben, aber arbeitslos sein und Job suchen ist echt anstrengend so dass man wirklich ein paar freie Tage verdient hätte (falls sich nicht ein potentieller Arbeitgeber meldet).

Und morgen die Beerdigung. Ich könnte gerade so eine kleine Ausszeit wirklich gut gebrauchen.

 

Anton Weyrother

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