Durch die Zeit

Tag: Wein

Let’s talk about sex!

V. hatte mal wieder angefragt, ob wir nicht uns bald wieder treffen könnten, denn es gäbe noch einige Fragen zu ihrer Geschichte. OK, heute hatten wir leichte Anlaufschwierigkeiten und ich hab‘ mal abgewartet, ob sie die Kurve bekommt – hat sie dann nicht. Egal. Also bin ich dann nach dem ersten Glas Wein mitten rein ins Thema und schnell wurde klar, dass es nicht um die Story geht, sondern um das reale Sexleben von ihr.

Ich schätze mal, sie ist an ihre Grenzen gegangen, auch wenn vieles kompliziert umschrieben werden musste. „Blasen“ heißt dann nicht „blasen“ sondern „in die Kniee gehen“ und „anal“ ist eben dann „das zweite“ … aber zugegeben, in ihrem Alter hätte ich wohl mit meinem ehemaligen Praktikumbetreuer, so ein Thema nie angesprochen.

Was mir mal wieder aufgefallen ist, dass es mir überhaupt keine Probleme mehr (!) macht, diese ganze Thematik anzusprechen und die Dinge auch beim Namen zu nennen. Das scheint ihr auch gut getan zu haben, denn es gab dann schon den ein oder anderen Moment, bei dem die Klarheit in ihr wohl nichts geändert, aber zu mehr Verständnis gesorgt hat. Ich hab‘ das spätestens daran fest gemacht, als sie mitten drin einfach meinte: „Du solltest das professionell machen“.

Aber es war mal wieder enorm spannend und mal wieder musste ich mich an die Nase fassen und mir sagen: Nur weil Du denkst, dass es so sein könnte, muss es lange noch nicht so sein!

Nachtrag

Wer wissen will, wie meine Entscheidung in diesem Fall gefallen ist: Nach ewigen Grübeleien, ob ich nicht doch vielleicht noch schnell einlade und mein Mann kocht oder wir kochen und ich lade die ein, oder doch die anderen und dann nur bei Wein und Käse oder vielleicht doch so richtig heftig kochen, dann aber nur für P. … ich denke, für mich wird’s am Freitag bei meinem Lieblings-Italiener F. geben:

  • Prosecco
  • Gamberetti, Aglio, Olio e Pepperoncino
  • Fegato alla Venezina oder vielleicht doch Costolette d’agnello alla Guglia beziehungsweise Saltimbocca alla Romana
  • Formaggio

Zudem haben die einen recht ordentlichen Rosé, den ich an sich ja eh gerne trinke, ein Grappa wird danach auch drin sein und finanziert – und das ist das Schönste daran – ist es auch, denn meine Tante G. hat vorab die Rechnung für meinen Mann, P. und mich übernommen.

Trink, Brüderchen, trink!

Hin und wieder bekommen mein Mann und ich so komische Flashs. Dann müssen wir beispielsweise so schnell wie irgendwie möglich die Küche neu streichen. Das kann uns Jahre überhaupt nicht gejuckt haben, aber wenn, dann überkommt es  uns. Oder Regale müssen komplett ausgeräumt, ausgemistet und wieder eingeräumt werden.

Jetzt haben wir es auf unsere Weinvorräte abgesehen. Letzte Woche machten wir eine von den ‚guten‘ Flaschen auf und mussten feststellen, dass auch der mal wieder überlagert war und wir ihn in den Ausguss schütten konnten. Und so öffnen wir seit Mitte letzter Woche eine Flasche nach der anderen mit dem Ergebnis, dass die Küchenflaschen zu 80% im Ausguss landeten. Jetzt gehen wir an die Vorräte im Keller. Wer also auf eine Flasche vorbeikommen will, bitte.

Seltenheitswert

Kneipenabend! Also einen halben zumindest. Mit A. Aber der dann ganz.

Vor – nun gut, einigen – Jahren war das eher üblich. Aber dann kam ne neue Mode auf. Für das gleiche Geld, was man in der Kneipe für miesen Wein ausgab, konnte man sich ne richtig gute Flasche kaufen. Außerdem musste man nicht bestellen und warten – und es lief die Musik, die man selber wollte und notfalls, ja, notfalls konnte man einfach die Hosen ausziehen.

Aber es hat auch was. Denn in der Fremde rückt man dann doch näher zusammen. Viel weniger Ablenkungen. Es hat fast etwas mehr Vertrauteres im Gespräch an sich. Zumindest hat es da eine weitere Möglichkeit. Mir zumindest sind ein paar wenige Frage leichter gefallen. Möglicherweise gab es auch etwas andere Antworten, als wenn man nun ganz unter sich gewesen wäre.

Fazit: Schöner Abend! Gerne wieder!

(Lässt sich einrichten!)

Heute kochen wir wieder selber

Nicht, das es gestern schlecht gewesen wäre – aber die Erhellung war es dann (leider) doch nicht. Und der Service musste sich auch erst noch einrumpeln. Die Aperetifs kamen mit der Vorspeise (gingen dann aber auch aufs Haus), die OK war – aber, eben wie der Hauptgang: Das war alles gut gemacht, ohne jede Frage, aber weder irgendwie raffiniert oder überraschend. Die Weine, die wir probierten waren, bis auf den letzten, eher so iner Mitte anzusiedeln. Aber immerhin hatte sich dann der Service gefangen und als wir uns zum Schluß noch ein Sorbet mit Wodka geleistet haben, kam der Ober mit der Frage, ob es denn viel oder wenig Wodka sein sollte. Mein Mann nahm wenig, ich sagte „Etwas mehr“ woraufhin ihm mit einem breiten Grinsen „die Hand ausrutschte“ und er mir wirklich großzügig eingoss. Dann doch noch die Käseplatte – bis auf den einen eine anständige Zusammenstellung – gefolgt von zwei hervorragenden Bränden.

Und schließlich die Rechnugn. Falsch, wie ich auf den ersten Blick feststelle – es fehlten beide Brände. Kellner kam, macht ein entgeistertes Gesicht und flüsterte „Wenn Sie es niemanden sagen … dann lassen wir die einfach weg.“ Wem hätte ich es denn sagen sollen?

Kurz: Wir warten den Kartenwechsel ab und gehen wieder hin. Denn das Ambiente ist angenehm und wenn wir unsere Erwartungen etwas runterschrauben, dann dürfte das wieder ein recht vergünlicher Abend werden.

So, jetzt aber in die Küche: Das Risotto mit Trüffel macht sich ja nicht von allein. (Natürlich nur Trüffel aus dem Glas – geschenkt bekommen, muss jetzt mal weg.)

Ich könnte es mir ja leisten …

… mich um 23:45 mit einer Tüte Chips und Bier oder Wein auf das Sofa zu fläzen, mir  ausgiebig die Eier kratzen und Super Bowl gucken. Falls ich es bis vier durchhalte, kann ich morgen ja ausschlafen (steht eh nix auf dem Programm), falls nicht – vorletzte Nacht habe ich da auch gepennt, geht ganz gut.

Mit den Grundregeln bin ich jetzt vertraut – ich glaube die SZ hatte das ganz unterhaltsam gemacht – und so unspannend ist diese männliche Art der Befördung eines fast runden Gegenstandes  ja auch nicht.

Das eine Auge liebäugelt mit dieser Aktion, das andere schielt nach dem richtigen Bett.

Projekte über Projekte

Wenn das Geld stimmen würde, käme ich auch ohne Arbeit gut aus.

Bei den Geschenken dieser Tage – nehme ich mal wieder den heldenhaften E. aus – handelte es sich in erster Linie um Flaschen. Überwiegend Rotwein, gefolgt von Öl und Essig. Zwei Gutscheine, ne drei sogar (yeah!) zweimal Buch, einmal Musik. Und drei Bücher. Finde es nach wie vor immer total mutig  mir Bücher zu schenken. OK, das eine war ein Kochbuch und da wir nur derer 40 haben ist die Gefahr, da was zu schenken, was schon da ist, echt gering. Das andere ein (eher schlechter Roman) von Suter, der vor fünf oder sechs Jahren erschienen ist. S. und D. schossen dann aber den Vogel ab. als sie mir ein eher dickes Buch überreichten: Die Bibel für jeden Tag. D.h., bei der Aufteilung braucht uman 365 Tage, dann ist man durch. Hat mich tierisch gefreut, denn das soll ja mein Jahresliteraturprojekt werden. Der nächste geeignete Einsteig wäre nach Vorwort heute – aber ich nehm dann den am 7. Februar.

Danteleseprojekt läuft ja nach wie vor, die „Hölle“ haben wir hinter uns.

Shakespeares Dramen wäre ja auch mal ne nette Aufgabe – chronologisch und zügig.

Aber da ich erfahrungsgemäß im Durchschnitt am Tag nur zu einer Stunde lesen komme und die Bibel schon täglich dann gut 15 Minuten in Anspruch nehmen wird verschiebe ich den Shakespeare mal mit der Begründung, dass ich noch keine anständige Gesamtausgabe der Dramen gefunden habe.

Nachtrag

Selten bin ich so ungern losgefahren wie zu dieser Hochzeit. Ob der überaus freundlichen Begrüßung dann genauso überrascht wie über die Tatsache, dass M. bestimmten Wein für mich gekauft hatte und ihn für mich in einem Privatversteck bunkerte.

Den Rest des Nachmittags / des Abends / der Nacht / des Morgens versteckte ich mich weder hinter meiner Kamera oder sorgte mich um das Büffet, räumte Geschirr zusammen, wusch es, … trank ein bisschen von „meinem Wein“ und hörte den anderen zu. Oh Gott, was für selbstgefälliges Geschwätz. Niemand stellte Fragen sondern erzählte / berichtete / toppte … nicht im geringsten Fall meine Party.

Und dann ist mir noch eingefallen, dass ich mit M. ja mal ein heftige Affaire hatte und er sich damals überlegte, sich von K., seinem jetzigen Mann zu trennen um mit mir ‚zusammen zu kommen‘. Er hat sich dann aber dagegen entschieden, da ich ihm zu kompliziert war. Heute wissen wir wohl beide, dass er einfach zu zwanghaft ist.

Im Auto zurück musste ich mir dann auch noch die Ohren zu halten, weil mein Mann und sein Ex meinten, die Welt erklären zu müssen. Demnächst gibt es für die beiden ein Grundkurs in Demokratie.

Wohlan denn

Ich bin ja nun jetzt wirklich nicht am Wasser gebaut, auch wenn in den letzten Jahren wieder gelernt habe, auch mal loszuheulen, wenn es gar nicht geht.

Aber das war schon mehr als rührend, als der Abteilungsleiter, der mich ja gegen Widerstände in diesen Job gebracht hatte, und ‚mein‘ Projektleiter M. plötzlich in ‚meinem‘ Zimmer standen und zur einer chorischen Hymne ansetzten. Dazu gab es zwei ordentliche Flaschen Wein („Soviel bekommt man bei uns, wenn man 15 Jahre dabei war.“) und der Hinweis, dass der Hauptgeschäftsführer noch meinen Abschiedsbesuch erwartet.

M. war jetzt auch nicht so ganz unberührt: „Als die Dich mir wie eine Katze im Sack vor die Füße geworfen hatten, war ich ja schon arg, arg skeptisch. Aber nach dem ersten Tag war klar: Das kann nur super werden – und so war es dann ja auch.“

Und irgendjemand ist noch im Haus rum und hat Unterschriften gesammelt!

Der HGF in seiner Art sehr zurückhaltend, aber auch der mit einem ausgesprochenen Dank, was bei ihm, wie man mir sagte, extremen Seltenheitswert habe. Und er würde sich freuen, wenn ich auf die ein oder andere Stellenanzeige, die es nächstes Jahr geben würde, reagieren würde.

Nun gut denn …

Gemeingefährlich

Auf dem Geburtstag von S. Kleine Einladung. Zwangloses Rumstehen. Kleinigkeiten zum Essen (80 Prozent aus dem Öko-Glas für teuer Geld, der Rest eine lauwarme Kürbissuppe und einen Maissalat, der nach der ersten Verkostung eines Gastes tiefsinning auf den Namen „Barrack-Obama-Friedensnobelpreis-Salat“ getauft wurde). Weißwein gab es auch. Gekauft bei einer renommierten Weinhandlung hier. Auf Empfehlung, denn S. hat weder von Wein noch von Maissalat eine wirkliche Ahnung.

Die Frage, die ich mir stelle ist: Kann man die Weinhandlung ob des Verkaufes von Salzsäure verklagen?

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