Durch die Zeit

Tag: wichsen

Gegenläufiges Unterwasser

E. sprach früher von „Oberwasser“ haben, später hieß es dann „einen Lauf haben“. Egal wie man da Kind nennt – beides habe ich gerade nicht.

K. zum Abendessen da – the first time. Nach 2 Stunden 15 Minuten war sie wieder weg. Quasi fluchtartig. Ich nun am Grübeln, was falsch war, was vielleicht nicht passte, was … .

Wie so oft. Die Spirale muss jetzt noch soweit nach unten gehen, bis es mir einfach nur scheiß egal ist, dann werde ich wieder entspannter und sehe die Dinge auch mit einem positiven Auge.

Aber heute ist das so eine Stimmung, dass ich befürchten muss, mir beim wichsen das Handgelenk zu brechen oder sonstigen Unbill zu erleiden.

Was ist schon weit

Gestern in der Laberrunde mangels aktuellem Thema wurde dann ‚alt werden‘ behandelt. Als Jüngster in der Runde konnte ich nicht wirklich etwas zum Thema beitragen und beschränkte mich aufs Zuhören. Gegen Ende der Stunde forderte mich aber die Supervisorin auf, meine Sicht als „Jungspund“ zu äußern. Zwischenzeitlich war mir aber nur eingefallen, dass ich beim wichsen lange nicht mehr so weit sprizten kann wie einst als echter Jungspund. Aber das habe ich mir dann doch als Beispiel verkniffen und mich in irgendwelche Allgemeinplätze verloren,

… nicht nur außergewöhnlich, sondern auch einzigartig …

Marcel Proust war 17 Jahre alt, als er diesen Brief am 17. Mai 1888 an seinen Großvater schrieb. Wer würde heute einen inhaltsgleichen Brief als SMS oder wie auch immer an seinen Großvater schreiben? Und die Mutter wüsste davon? Und der Herr Papa hätte da auch noch eine Nachfrage?

Ich bitte Dich, so nett zu sein mit 13 France zu geben, um die ich eigentlich Monsieur Natahn angehen wollte, aber Mama zieht es vor, dass ich Dich darum bitte. Und das ist der Grund: Ich hatte ein so starkes Bedürfnis, eine Frau aufzusuchen, um mit meiner schlechten Gewohnheit des Maturbierens aufzuhören, dass Papa mir 10 Francs gegeben hat, um ins Bordell zu gehen. Aber 1. habe ich in meiner Aufregung einen Nachttopf zertrümmert, 3 Francs; 2. habe ich bei dieser Aufregung nicht beischlafen können. So stehe ich also da wie zuvor und warte stündlich dringender auf 10 Francs, um mich entleeren zu können, und dazu noch die 3 Francs für den Topf. Aber ich traue mich nicht, so bald schon wieder Papa um Geld zu bitten, und ich hatte gehofft, dass Du mir in dieser Angelegenheit zu Hilfe kommen könntest, die, wie Du weißt, nicht nur außergewöhnlich, sondern auch einzigartig ist: es kommt im Leben nicht zweimal vor, dass man zu verwirrt ist, um beischlafen zu können.

(Marcel Proust: Briefe 1819-1922, hrgs. von Jürgen Ritte, Suhrkamp Verlag Berlin 2016, Band 1, S. 98)

„Expertenwissen“

Gestern erhielt ich eine so lange SMS, dass ich mich gefragt habe, warum V. das nicht als Mail geschrieben hat. Aber wenn die junge Dame und Mutter meint … . Jedenfalls will sie eine erotische Geschichte für ein Magazin schreiben, in der es um eine Dreierkonstellation geht bei der einer der beiden Männer merkt, dass er zumindest bisexuell ist. Und da sie jetzt keinen Quatsch schreiben will, hat sie angefragt, ob ich hier da Input geben könne, wie dass denn so sei, wenn  man sowohl als auch und überhaupt.

Ein bisschen habe ich schon überlegt, aber dann ist mir eingefallen, dass sie ja in einem explitzit erotischen Roman schon mal einen von mir unter Pseudonym geschriebenen Artikel über meine Wichsphantasien und -erfahrungen gelesen hat und sofort wußte, dass er nur von mir stammen kann.Und schätzungweise ist sie damals auch auf meine ganzen Akt-Bilder gestoßen, von denen ein paar nicht jugendfreie nach wie vor im Netz kursieren.

Bin gespannt, welche Fragen sie haben wird. Und einen Zahn werde ich ihr bei der Geschichte auch noch ziehen müssen, denn Bisexualität entsteht nicht zu einem Zeitpunkt, sondern ist immer schon zumindest ‚vorgebahnt‘. Das heißt, die eine Person muss sie wohl verändert anlegen, damit es rund wird.

#362 – Lust

wbh04

Weltidee

Also, ich werde jetzt ein neuartiges Bett konstruieren, d.h. vielmehr eine intelligente Matratze. Die besteht dann aus ein paar tausend kleinen Kolben, die mit irgendeinem tollen Geel gefüllt sind. Legt man sich auf die Matratze, drücken die Kolben das Geel in ein extra Behältnis. Steht man wieder auf, strömt durch ein anderes Ventil, weil die Matratze unter Unterdruck oder Überdruck steht (das muss ich noch rausfinden) wieder Geel in die Kolben. Und jetzt kommt die eigentliche Weltidee: An den Ventilen ist geschickterweise immer eine kleine Turbine angebracht, so dass bei aus- wie beim einströmen des Geels man Energie (!!!) erzeugen (!!!) kann!!!.

Das heißt, hat man heftigen, leidenschaftlichen Sex bewegt man sich ja durchaus auf der Matratze und bringt so die Kolben in ein beständges auf und nieder, d.h., die Stromerzeugung wird dementsprechend hoch sein. Selbst beim wichsen kommt es dann logischerweise zu einer höheren Stromerzeugung.

Für viele wird es also heißen: Habt viel heftigen Sex, dann habt ihr viel selbstproduzierten Strom

Für Menschen wie mich wird es zudem heißen: Neben dem vielen heftigen Sex bist Du eh so ein verdammt unruhiger Schläfer, dass Du wohl die meiste Energie erzeugen wirst.

Denn nur einer wie ich, der sich Nacht für Nacht von der einen Seite auf die andere wirft, hat überhaupt noch das Potenzial übrig, auf so eine Weltidee zu kommen. Wer sich gegen Gewinnbeteiligung an der Entwicklung beteiligen will, der mag sich bitte einfach melden. Wer einen schönen Namen für diese Art von Bett findet, bekommt dann eins geschenkt!

tumblr

tumblr ist im Grunde eine einzige große Waschmaschine mit der Besonderheit, dass sich an der „Wäsche“ nix ändert. Ich bin jetzt wohl seit drei Jahren dabei in Hinsicht auf nackte Männer (würde man nackte Frauen gucken, käme dieser Post zwei bis drei Jahre später) – und nun beginnt sich echt eine Menge zu wiederholen. Und selbst das bei abnehmenden Erinnerungsvermögen.

Aber was mich in der Zwischenzeit so richtig abtörnt: Wenn ich mir dann mal so einen kleinen Wichsfilm anschaue, dann wundere ich mich zu 87,3 Prozent, warum die meisten der gut ausgestatteten Jungs / Männer spermamäßig soviel hinbekommen, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob das für einen Zeugungsakt eigentlich reicht. Der andere Prozentsatz (Taschenrechner gerade nicht zur Verfügung) scheint dagegen nach dem Orgasmus zeitnah für die überlebensnotwendige Flüssigkeitszufuhr sorgen zu müssen.

Barocke Verhältnisse

Gerade mir für die Badewanne den einen Gide gegriffen, den ich mir dieser Tage geleistet habe – 9,90 Euro. Und während ich so blätterte und las, fühlte ich mich stark an meine Studien bei Prof. M. erinnert. Damals habe ich viel zum 17. und 18. Jahrhundert gearbeitet, eben auch eine lange, lange Hausarbeit – die mir dann, als einer aus dem Grundstudium, zur Teilnahme des „Grüppchens“ ermöglichte, kurz, zum einzigen germanistischen Doktorandenkolloqium (*angeb* *im-nach-hinein-stolz-sein*) – zur „Buchgestaltung“. Das umfasste nicht nur die damalige handwerkliche Gestaltung, sondern auch die ganzen Begleittexte, die dem eigentlichen Text damals beigegeben wurde, wie Widmungen, Vorworte, Huldiungsdichtungen, Nachworte, Erläuterungen u.v.a.m. (Man gucke mal den Beginn von Cervantes „Don Quichote“, der nimmt das 1616 schon mal aufs Korn).

Und „Die Ringeltaube“ von Gide kommt dann also so daher:

Vorsatz
Seite 1: Schmutztitel
Seite 2: Inhalt und Kurzbiographie
Seite 3: Titel
Seite 4: leer
Seite 5-6: Vorwort
Seite 7-13: Geleitwort
Seite 14: leer
Seite 15: Titel
Seite 16: leer
Seite 17-29: Der eigentliche Text von „Die Ringeltaube“. D.h. zwölf Seiten Text einer mittelmäßigen Erzählung, die autobiographisch davon berichtet, dass der 38-jährige Gide im Sommer 1907 ein sexuelles Abenteuer mit einem 17-jährigen hatte, wobei es aber maximal zu einer gegenseitigen Wichserei gekommen sein dürfte, denn als der Jüngling ihm anbietet, ihm einen zu blasen heißt es: „Ich hielt ihn zurück, da ich selbst nicht sehr lasterhaft bin und es mir widerstrebte, durch irgendeinen häßlichen Exzeß die Erinnerung zu verderben, die uns beide von der Nacht bleiben würde.“
Seite 30: leer
Seite 31: Titel „Nachwort“
Seite 32: leer
Seite 33-67: Nachwort. Also fast das dreifache vom eigentlichen Text. Na, die Romanisten halt, die Schwätzer, die.
Seite 68: leer
Seite 69-73: Fußnoten
Seite 74: Danksagung
Seite 75: Inhaltsverzeichnis
Seite 76: Impressum
Seite 77: leer
Seite 78-79: Werbung
Seite 80: leer
Vorsatz

Vorsicht: 18plus!

Ist schon spannend zu sehen, wie sich die eigene Sexualität über die Jahre verändert, oder der Umgang damit. Nach wie vor bin ich ja einer der ganz wenigen Menschen auf dieser Welt, der auch gerne mal alleine Hand an sich legt und das auch genießen kann. Stressfreier geht Sex ja echt nicht, denn das einzige, auf was man achten muss ist man selbst. Und das bekomme ich durchaus ganz gut hin.

Als Jugendlicher und junger Mann war ja vollkommen klar, das „das“ nie jemand mitbekommen dürfte, denn das wäre peinlich hoch 27 mal 39.873 Milliarden gewesen, mindestens. Über die Zeit aber hat die Lust an sich selbst auch noch andere Aspekte aufgetan. Das mag jetzt vielleicht jetzt typisch männlich(-kindlich) zu sein, aber wenn es es sich ergibt, hole ich mir auch gern mal einen runter, wenn jemand zuschaut. (Was die- oder derjenige derweil macht interessiert mich übrigens eher wenig dann.) Das hat psychologisch bzw. anthropologisch sicher etwas von „mein Haus – mein Auto – mein Pferd“ an sich – aber das tut der Lust in dem Moment dann keinen Abbruch.

„Gelernt“ bzw. „entdeckt“ bzw. „wahrgenommen“ habe ich das vor Jahren bei einem Shooting, als ich vor der Kamera stand. Beim zweiten Shooting fragte der geniale J. eben nicht, ob das auch „ohne Klamotten“ ginge, sondern ob das „mit Ständer“ ginge. Ging nicht – jedenfalls bei diesem zweiten Shooting. Beim dritten – ich hatte in der Zwischenzeit wirklich auf eigene Art und Weise geübt – war es im ersten Moment noch aufregend, aber dann … dann klappte es auch auf Kommando.

Hin und wieder frage ich mich aber auch, ob das nun eine „Entwicklung“ ist, oder ob mit zunehmenden Alter der Reiz stärker werden muss.

Störung im Betriebsablauf

Mit dem Schlafen habe ich es echt noch nie so gehabt, also besser mit dem Einschlafen und dem Durchschlafen. Schon als Kind nervte ich meine Eltern allnächtlich mit der Frage: Wie viel Liter Wasser passen in ein Feuerwehrauto? um einfach nicht im Bett liegen zu müssen.

Die Pupertät wär wohl die einzige Zeit, in der das Schlafen wirklich klappte. Erst sich noch einen runterholen, dann entspannen und weg. Und bis 12 oder 13 Uhr schlafen war auch kein Problem.

Derzeit klappt das mit dem Einschlafen ganz gut, wobei da mehr das Glas Wein als die rechte Hand hilft. Und wenn ich nur sechs oder acht mal nachts aufwache, dann ist das für mich wie durchschlafen, denn über die Jahre habe ich gelernt, so was dann auch positiv zu sehen.

Was mich aber derzeit so richtig nervt, ist das für mich eher seltene Früherwachen. Halb sechs spätestens bin ich munter – verspüre aber wenig Lust schon aufzustehen, weil dann der Tag ja ellenlang ist. Also wälze ich mich durch mein breites Bett und versuche mir was zusammen zu träumen. Klappt eher schlecht als recht. Geht es dann aber so auf die halb acht zu, dann klappt das auf einmal wunderbar und ich versinke wieder tief in den Schlaf bis, ja bis kurz vor der acht der Wecker klingelt. Dann will ich eigentlich gar nicht mehr aufstehen sondern weiterschlafen. An manchen Tagen ‚erlaube‘ ich mir das einfach auch, da mich nichts erwartet. Aber meist wird dann daraus nichts, denn dann drückt die Blase wie irre, die mich aus dem Bett treibt.

Ich und der Schlaf – so richtige gute Freunde sind wir nie geworden.

P.S.: Ich weiß bis heute nicht, wie viel Liter Wasser in ein Feuerwehrauto passen.

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