Durch die Zeit

Tag: Zettel’s Traum

Warum einfach …

Knappe zwei Stunden haben C. und ich gebraucht, um die Stelle aus „Zettel’s Traum“ zu präparieren, d.h., wer liest was, wo kommen die Glossen hin, wie liest man was, usw.

Das Ergebnis: Für die eine (!) Seite brauchen wir mindestens zwölf Minuten – und das dürfte für die nichtsahnenden Zuhörer ausreichend sein.

Probelesung …

… für Sonntag. Wie immer: Alles zuviel. Dennoch, die Auswahl geht auf. „Zettel’s Traum“ noch schwieriger als gedacht – aber es geht auf. Wir werden die Seiten wohl auseinander schneiden müssen und dann zusammenkleben und so.

C. und ich machen eins auf so, als würden wir das mindestens alle drei Monate machen. Ist einfach gut, mit ihm zu arbeiten. Keiner von uns nimmt es den anderem übel, wenn er verbessert wird. Ich bin bei englisch und französisch auf ihn angewiesen, er bei dem ein oder anderem schmidtschen Wortungeheuer.

C. meets A.S.

Letztes Jahr war das auch schon so. Ich sichere H. zu, dass C. und ich die Lesung bestreiten. Ich bereite alles vor und maile C. an, wann er denn Zeit hat. Keine Reaktion, keine Antwort, nichts. C. hat sich dann fünf Tage vor der Lesung gemeldet und wir haben dann jeden Tag zwei Stunden geübt. Denn ich hatte ne Ulysses-Lesung vorbereitet, die für uns Vorlesenden schon teilweise anspruchsvoll war, denn bei einem Teil haben wir quasi nach jedem zweiten Wort die Stimmen gewechselt usw.

Und dieses Jahr darf ich nochmals ne Lesung machen, „Arno Schmidt zum 100.“ , und wieder mit C., so zumindest geplant. Letztes Jahr grob angefragt, Zustimmung bekommen, dieser Tage die Texte ausgesucht, ihn angetickert bei Mail, per sms … keine Antwort. Bis Sonntag hab ich ihm Zeit gelassen, ab morgen werde ich mir Plan B. überlegen.

Vor einer Stunde stand C. auf einmal im Wohnzimmer, alles gut, viel Lust und wir sind richtig professionell schon mal die Texte durch, ich hab ihm meine Ideen erzählt, er hat Ergänzungen gebracht. Wochenende Textstudium, Montag erste Probe und Verifizierung, wie wir das mit Zettels‘ Traum machen, da hat er für die vierfach Rollenwechsel schon erste gute Ideen.

Und auf einmal bin ich „zu Hause“, da ist alles mein Thema, ich hab da Ideen dafür, die Texte sind alles in sich stimmig, da gibt es einen roten Faden … und C. grinst mich an und ich weiß, es wird einfach wieder Lust machen, mit ihm zu proben und den Sonntag werden wir mal wieder rocken.

 

Lesung

Ups! Eine Mail erinnerte mich, dass ich ja in zwei Wochen 90 Minuten Arno Schmidt lesen soll.

OK, dann lesen wir eben „Vom neuen Großmystiker“ (eine dialogischer Essay zu Karl May), den Beginn von „Das steinerne Herz“ und als Häppchen ein, zwei Seiten aus „Zettel’s Traum“ (die ich jetzt noch finden muss).

Und dann will ich mal hoffen, dass mein Mitleser überhaupt Zeit hat.

Arno, aber bitte!

(>Dich, langer Bursche, Dich mag ich am liebsten leiden / … : so sieh mich doch ein wenig lüstern an! / Auch cuntet Ihr anständig-nackter gehen, / dies lange Phalltnhemmt ist über=sittlich – / sie wenden sich – : von hinten anzusehn! – / : die Rakker sind doch gar zu uppeTittlich!<)

ZT, 104

Oh ja

(Das’ss ooch so’ne ganzegroße Klasse von Menschn : Die die Antworten Ihre Gegenüber immer selbst vorweg (& zu Zweidritteln falsch!) formulieren; (und gleich noch Replik & Triplik zugeben) – alles, eh der Andre überhaupt’n Mund uffgemacht hat. Unsre Kampfgockeline hier war insofern rara avis, als Sie’s meist von selber & relativ rasch merkte.) / – )

Arno Schmidt, Zettels Traum, S. 78

(rara avis = „seltener Vogel“ im Sinne von Sache / Person, die selten in einem bestimmten Umfeld auftaucht)

ZT

Ich hab‘ hin und her überlegt, aber mich dann doch entschlossen, ZT ‚alleine‘ zu lesen und hier nicht darüber regelmäßig zu bloggen. Ne reine Nacherzählung der Geschehnisse ist jetzt einfach zu langweilig, denn auf den ersten 60 Seiten sind die vier gerade mal über ein Stück Acker gelaufen und die beiden Frauen waren schwimmen, und alles andere würde mir einfach zu viel Zeit kosten, da man mit (ausführlichen) Zitaten arbeiten müsste. Und die abzutippen dafür fehlt mir echt die Zeit (und sicher auch dann die Nerven). Die besten Begriffe aufzuschreiben ist nun auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, also werde ich erstmal gar nix tun.

60 Seiten habe ich bisher geschafft über ein langes Wochenende. Wenn ich konzentriert lese, schaffe ich in einer Stunde 10 Seiten, aber länger als 1,5 Stunden am Stück kann ich ZT nicht lesen, weil da gibt es nichts, wo das Auge mal huschen kann.

Proudly present: ZT

Arno Schmidt: Zettel’s Traum: 1.513 Seiten; 6,1 kg; 35 x 26 x 8,5 cm; geschrieben 25.8.1965 bis 31.12.1968.

Finanziert durch 2 Monate, 21 Tage und 14 Stunden des nicht-rauchens – ok nicht ganz, es fehlen eigentlich 3 Tage, 6 Stunden und 56 Minuten, aber da ich bei P. Prozente bekommen habe … passt schon. Das Witzige ist, dass P. mir vor ca. 14 Jahren das Werk schon mal mit Prozenten besorgt hat, damals aber als Faksimilie-Ausgabe (was anderes hat es bis zu der Ausgabe hier auch nicht gegeben), ebenfalls zu einem horrenden Preis, ich meine mich zu erinnern, dass ich dennoch um die 400 DM gezahlt habe.

Der Umschlag, wie ich gerade gesehen habe lässt sich quasi als Plakat an die Wand hängen, denn er ist gefaltet. (Sorry, Handy-Aufnahme, es musste jetzt einfach schnell gehen.)

2014-04-17 21.55.47

Eine typische Seite – ich liebe diese Kombination von „?:?:?: …“ – und äh, das macht übrigens Sinn.

2014-04-17 21.57.11

 

So, und morgen überlege ich mir, wie ich dieses Machwerk angehe, denn es wird für mich, literarisch gesehen, wohl die letzte Herausforderung sein. Denn bei „Finnegans Wake“ von Joyce muss ich eh die Waffen strecken und darüberhinaus kenne ich kein Werk mehr der Weltliteratur, was so richtig fordert. So wie ich das überblicke. Hinweise nehme ich natürlich gerne entgegen.

ZT (2)

Jetzt ist es amtlich. Wenn alles gut geht, habe ich Ende der Woche Zettel’s Traum von Schmidt vor mir liegen. Bin ja so was von gespannt.

Daumen drücken

Gestern kam die Nachricht, dass P. morgen leider ihre Chefin fragen muss, ob sie Zettel’s Traum mit Rabatt bestellen kann. Da greife ich mal zu bewährten Hausmitteln und verstecke beide Daumen in der Handfläche.

Erotischer Adventskalender - der Test

Du wolltest schon immer wissen, was die teuren erotischen Adventskalender taugen? Ich habe den Test für dich gemacht ...

Rummelschubsers Blog

Ein Rummelschubser im Kampf vs Glioblastom

Tanne's lyrische Lichtungen

Einsame Insel. Tosende See. Peitschender Wind. Finsterer Nadelwald. Lichtungen. Ewige Stunde null? Willkommen.

Geschichten aus der Großstadt

aus dem Leben eines Singles.

Confidentcontradiction

aus dem Leben eines Twentysomething-Mädchens

Depressiver Optimist

Textrovertierter Vorstadt-P(r)o(l)et.

stefan mesch

Literature. TV. Journalism.

MARKUS JÄGER #DasguteBuch

Bücher und Begeisterung

Der Feind in mir.

Ein Protokoll.

HALLO WELT!

Mein Auslandsblog für alle in der Heimat

... ach, nichts.

Fachmagazin für depressive Landschaftsfotografie und allgemeinen Kulturpessimismus